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Vatikan: Großes Bischofstreffen zu Missbrauch im Februar
Papst Franziskus spricht während seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz.

Vatikan: Großes Bischofstreffen zu Missbrauch im Februar

Foto: dpa
Papst Franziskus spricht während seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz.
International 2 Min. 12.09.2018

Vatikan: Großes Bischofstreffen zu Missbrauch im Februar

Papst Franziskus will sich im Februar mit den Chefs der weltweiten katholischen Bischofskonferenzen über Missbrauchsfälle in der Kirche beraten. Es ist das erste Mal, dass der Pontifex die Leiter aller Bischofskonferenzen zum Thema Missbrauch versammelt.

(KNA) Papst Franziskus will sich im Februar mit den Chefs der weltweiten katholischen Bischofskonferenzen im Vatikan über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche beraten. Das Treffen "zum Thema Kinderschutz" finde vom 21. bis 24. Februar im Vatikan statt, sagte die vatikanische Vizesprecherin Paloma Garcia Ovejero am Mittwoch bei einem Pressebriefing.


ARCHIV - 25.03.2010, Hessen, Fulda: Neben einem Kreuz steht auf einer Pressekonferenz zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ein Fenster offen. (zu dpa ««Spiegel»: Studie beweist massiven Missbrauch in katholischer Kirche» vom 12.09.2018) Foto: Uwe Zucchi/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Erste Bischofskonferenz zum Thema Missbrauch

Es ist das erste Mal, dass Papst Franziskus die Leiter aller Bischofskonferenzen zum Thema Missbrauch versammelt. Mehrere Bischöfe hatten Franziskus Ende August wegen der Skandale zur Einberufung einer Sondersynode aufgefordert.

Der Papst habe nach seinen Beratungen mit dem Kardinalsrat entschieden, eine internationale Versammlung der Spitzen der katholischen Bischofskonferenzen einzuberufen, um "über die Vorbeugung von Missbrauch verletzlicher Minderjähriger und Erwachsener" zu sprechen, sagte Ovejero. Sie verlas eine entsprechende Mitteilung des Kardinalsrates zum Ende der dreitätigen Beratungsrunde an diesem Mittwoch.

Demnach war beim 26. Treffen des Rates gemeinsam mit dem Papst das Thema Missbrauch "ausführlich" besprochen worden. Der Bostoner Kardinal Sean Patrick O'Malley, Vorsitzender der päpstlichen Kinderschutzkommission und Mitglied im Kardinalsrat, informierte über die Arbeiten der Kommission. Ovejero betonte erneut, die Kardinäle hätten dem Papst in der aktuellen Krise Unterstützung zugesichert. Zu eventuellen weiteren Klärungen durch den Heiligen Stuhl könne sie nichts sagen. Der Kardinalsrat habe das Treffen mit den Bischofskonferenzen angekündigt, nicht der Heilige Stuhl, so die Vizesprecherin des Vatikan.

Unter besonderem öffentlichen Druck

Zu angekündigten möglichen personellen Änderungen im Rat sagte die Vizesprecherin nichts. Das Gremium werde sich vom 10. bis 12. Dezember erneut treffen; dazu seien alle neun Mitglieder eingeladen. Von ihnen stehen zwei derzeit unter besonderem öffentlichen Druck: George Pell (77), beurlaubter Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, steht in seinem Heimatland Australien wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht. Dem Chilenen Francisco Javier Errazuriz (85) werfen Missbrauchsopfer vor, als Erzbischof von Santiago die Strafverfolgung sexueller Vergehen behindert zu haben.

Beide Kardinäle bestreiten ein Fehlverhalten. Sie nahmen an den jüngsten Sitzungen nicht teil. Italienischen Medienberichten zufolge könnten sie den Rat verlassen, ebenso wie Kardinal Laurent Monsengwo Pasinya aus der Demokratischen Republik Kongo (78); bei ihm solle aber allein das Alter der Grund sein. Auch Monsengwo war nicht zum jüngsten Treffen gekommen. Aus Deutschland ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Münchens Kardinal Reinhard Marx (64), im Kardinalsrat.

Der von Franziskus 2013 ins Leben gerufene sogenannte Kardinalsrat soll den Papst bei der Kurienreform und der Zusammenarbeit zwischen Bischofskonferenzen und Vatikan unterstützen. Ein Entwurf der neuen apostolischen Konstitution der römischen Kurie mit dem Arbeitstitel "Praedicate evangelium" sei Franziskus überreicht worden, so Ovejero.


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