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Vaclav Klaus: Marx-Statue ist Verspottung der Kommunismus-Opfer
Vaclav Klaus sagte, die Aufstellung der Marx-Statue sei "eine Verspottung der Geschichte, eine Verspottung der Opfer der Regime, die auf der Basis der marxistischen Lehre entstanden sind"

Vaclav Klaus: Marx-Statue ist Verspottung der Kommunismus-Opfer

Foto: Reuters/LW-Archiv
Vaclav Klaus sagte, die Aufstellung der Marx-Statue sei "eine Verspottung der Geschichte, eine Verspottung der Opfer der Regime, die auf der Basis der marxistischen Lehre entstanden sind"
International 04.05.2018

Vaclav Klaus: Marx-Statue ist Verspottung der Kommunismus-Opfer

Der frühere tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus hat die Aufstellung der Marx-Statue In Trier scharf kritisiert. Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bekommt wegen seiner Teilnahme am Festakt "200 Jahre Karl Marx" sein Fett weg.

(KNA) - Der frühere tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus (76) hat die Aufstellung einer Marx-Statue in dessen Geburtststadt Trier scharf kritisiert. Dass das Denkmal als Geschenk Chinas am 200. Geburtstag von Marx am Samstag (5. Mai) enthüllt werde, sei "eine Verspottung der Geschichte, eine Verspottung der Opfer der Regime, die auf der Basis der marxistischen Lehre entstanden sind", sagte das von 2003 bis 2013 amtierende Staatsoberhaupt am Freitag vor Journalisten in Trier.

 

Zugleich richtete Klaus schwere Vorwürfe an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wegen dessen Teilnahme am Festakt "200 Jahre Karl Marx" am Freitagabend. Er sei darüber aber nicht überrascht, denn dereit sei die Europäische Union "etwas nicht sehr weit von den Ideen von Marx Entferntes". Es brauche eine Zusammenarbeit europäischer Staaten, aber "keine zentralistische Institution wie die heutige EU, die postdemokratisch funktioniert", kritisierte Klaus.

 

Die Marxsche Forderung nach einer "Diktatur des Proletariats" sei im real existierenden Sozialismus des 20. Jahrhunderts umgesetzt worden: "Wir kennen die Millionen Opfer dieser Diktatur", so Klaus, der am Freitagabend bei einer Podiumsdiskussion der AfD unter dem Titel "Kommunismus-Opfer nicht vergessen - Marx vom Sockel holen" sprechen will. "Seine Lehre wurde nicht missbraucht, das war seine Absicht: Marx wollte ohne Zweifel den Kapitalismus, die Marktwirtschaft und die ganze bürgerliche Ordnung abschaffen."

 

Der Festakt am Freitagabend mit einer Rede Junckers findet zur Eröffnung der Sonderausstellung "Karl Marx 1818 - 1883. Leben. Werk. Zeit." statt. Am Samstagvormittag wird dann die Statue enthüllt. Daran nehmen unter anderen die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sowie der chinesische Botschafter in Berlin, Shi Mingde, und der Vertreter der chinesischen Regierung, Guo Weimin, teil. Es sind mehrere Demonstrationen und Kundgebungen für und gegen das Denkmal angemeldet, bei denen die Polizei mit einer vierstelligen Teilnehmerzahl rechnet.


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