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USA und Taiwan kündigen Aufnahme formeller Handelsgespräche an
International 2 Min. 18.08.2022
Wie wird China reagieren?

USA und Taiwan kündigen Aufnahme formeller Handelsgespräche an

Die Regierungen in Washington und Taipeh kündigten am Donnerstag an, formelle Handelsgespräche im Rahmen einer neuen Initiative aufnehmen zu wollen.
Wie wird China reagieren?

USA und Taiwan kündigen Aufnahme formeller Handelsgespräche an

Die Regierungen in Washington und Taipeh kündigten am Donnerstag an, formelle Handelsgespräche im Rahmen einer neuen Initiative aufnehmen zu wollen.
Foto: AFP
International 2 Min. 18.08.2022
Wie wird China reagieren?

USA und Taiwan kündigen Aufnahme formeller Handelsgespräche an

Offizielle Kontakte der USA zu Taiwan sorgen für Spannungen mit Peking. Aber Washington lässt sich nicht einschüchtern.

(dpa) - In den ohnehin angespannten Beziehungen Chinas mit den USA und Taiwan droht neue Verstimmung. Die Regierungen in Washington und Taipeh kündigten am Donnerstag an, formelle Handelsgespräche im Rahmen einer neuen Initiative aufnehmen zu wollen. Die erste Runde solle im „frühen Herbst“ stattfinden, teilte das Büro der US-Handelsbeauftragten Katherine Tai mit. Beide Seiten wollten die Handels- und Investitionsbeziehungen vertiefen.

Die kommunistische Führung in Peking betrachtet Taiwan nur als Teil der Volksrepublik und lehnt alle Formen offizieller Kontakte anderer Länder zu Taipeh ab. Schon mit Blick auf die vorbereitenden Handelsgespräche zwischen Taiwan und den USA hatte das chinesische Außenministerium zusätzlich noch seinen Widerstand gegen etwaige Vereinbarungen deutlich gemacht, die offizieller Art seien und Auswirkungen auf Chinas Souveränität hätten, wie es hieß.

Die Spannungen mit China hatten sich jüngst durch den Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan verschärft. Es war der ranghöchste Besuch aus den USA seit einem Vierteljahrhundert. Pelosi ist - nach dem Präsidenten und dessen Vize - die Nummer Drei der USA. Kurz darauf reiste eine weitere Delegation des US-Kongresses nach Taipeh. Peking sprach von „Provokationen“.


BEIJING, CHINA - SEPTEMBER 03: (CHINA OUT)  Military vehicles carrying DF-21D anti-ship ballistic missiles drive past Tiananmen Gate during a military parade to mark the 70th anniversary of the victory of the Chinese People's War of Resistance Against Japanese Aggression and the World Anti-Fascist War at Tiananmen Square on September 3, 2015 in Beijing, China. China is marking the 70th anniversary of the end of World War II and its role in defeating Japan with a new national holiday and a military parade in Beijing.  (Photo by VCG/VCG via Getty Images)
Könnte China einen Krieg gegen Taiwan gewinnen?
Während China in der Taiwan-Straße eine Blockade probt, simulieren Militärexperten in Washington den Ernstfall.

Als Reaktion nahm Peking großangelegte Manöver um die demokratische Inselrepublik auf. Bei der seit Jahrzehnten größten militärischen Machtdemonstration Chinas wurden eine See- und Luftblockade, eine mögliche Eroberung und andere Kampfeinsätze geübt. Peking droht mit einer gewaltsamen Einnahme der 23 Millionen Einwohner zählenden Insel, während sich Taiwan als unabhängig ansieht. Die USA wiederum haben sich der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet.

Taiwan will seine wirtschaftlichen Fähigkeiten stärken

Washington und Taipeh hatten die US-Taiwan-Initiative zum Handel bereits im Juni vorgestellt. Die Verhandlungen laufen unter dem Dach der inoffiziellen Vertretungen beider Seiten: Das Amerikanische Institut in Taiwan (AIT) und die Taipeh Wirtschafts- und Kulturvertretung (Tecro) in Washington. „Wir planen, einen ehrgeizigen Fahrplan zu verfolgen“, teilte das Büro der Handelsbeauftragten mit.


TOPSHOT - This screen grab from a video by the People's Liberation Army (PLA) Eastern Theater Command on August 4, 2022 made available on the Eurovision Social Newswire (ESN) platform via AFPTV shows a missile being fired during a Chinese military exercise in China on August 4, 2022. - China fired ballistic missiles and deployed fighter jets on August 4 as it held its largest-ever military exercises around Taiwan, a show of force condemned by Washington as a gross overreaction to Nancy Pelosi's visit to the island. (Photo by various sources / AFP) / -----EDITORS NOTE --- RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY ONSCREEN CREDIT "AFP PHOTO / PLA EASTERN THEATER COMMAND/ESN " - NO RESALE
Taiwaner lassen sich nicht einschüchtern
In dem „gefährlichsten Ort der Welt“ sind die Menschen die Bedrohung aber gewohnt. Viele begrüßen den Besuch Pelosis.

Die jeweiligen Handelsprioritäten sollen auf der Grundlage gemeinsamer Werte vorangetrieben sowie Innovation und integratives Wachstum gefördert werden. Es soll um Handelserleichterungen, regulatorische Fragen, Kampf gegen Korruption und mehr Handel zwischen kleinen und mittelgroßen Unternehmen sowie mit Gütern aus der Landwirtschaft gehen. Genannt wurden in Washington auch die Beseitigung von Benachteiligungen, digitaler Handel, Umwelt- und Arbeitsstandards und wettbewerbsverzerrende Praktiken.

Taiwan will damit seine wirtschaftlichen Fähigkeiten stärken sowie mehr Investitionen aus den USA und aus anderen Ländern anziehen. Auch soll der Weg geebnet werden, sich anderen Handelspakten anschließen zu können, wie das Büro für Handelsgespräche (OTN) in Taipeh mitteilte. Ausdrücklich genannt wurde hier das asiatisch-pazifische Freihandelsabkommen CPTPP.


This handout taken and released by Taiwan's Presidential Office on August 3, 2022 shows US House Speaker Nancy Pelosi (L) waving beside Taiwan's President Tsai Ing-wen at the Presidential Office in Taipei. (Photo by Handout / Taiwan Presidential Office / AFP) / -----EDITORS NOTE --- RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / TAIWAN'S PRESIDENTIAL OFFICE " - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Nancy Pelosis Besuch in Taiwan war gut und richtig
Nancy Pelosi ist für ihren Besuch in Taiwan ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Dabei war es das richtige Zeichen zur richtigen Zeit.

Als Reaktion auf Pelosis Besuch hatte China auch den Import von Hunderten landwirtschaftlichen Produkten aus Taiwan sowie die für die Insel wichtige Lieferung von Sand vom Festland gestoppt, um den Druck auf Taipeh zu erhöhen. „Durch wirtschaftliche Zusammenarbeit können sich Taiwan und die USA gemeinsam der wirtschaftlichen Nötigung durch China widersetzen“, sagte Kabinettssprecher Lo Ping-cheng zu den Handelsgesprächen.

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