Wählen Sie Ihre Nachrichten​

USA und Russland einigen sich auf Feuerpause für Syrien
International 22.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach fünf Jahren Krieg

USA und Russland einigen sich auf Feuerpause für Syrien

Luftangriffe wie hier in einem Stadtteil von Aleppo haben in den vergangenen Jahren für zahlreiche Schäden gesorgt.
Nach fünf Jahren Krieg

USA und Russland einigen sich auf Feuerpause für Syrien

Luftangriffe wie hier in einem Stadtteil von Aleppo haben in den vergangenen Jahren für zahlreiche Schäden gesorgt.
Foto: Reuters
International 22.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach fünf Jahren Krieg

USA und Russland einigen sich auf Feuerpause für Syrien

Die Waffenruhe soll am Samstag beginnen, teilte das US-Außenministerium mit. Die Konfliktparteien müssen noch zustimmen. Die Terrormiliz IS und die Al-Nusra-Front bleiben außen vor.

(dpa) - Die USA und Russland haben sich auf die Bedingungen für eine Feuerpause im Bürgerkriegsland Syrien geeinigt. Die Waffenruhe solle am 27. Februar um 0.00 Uhr Ortszeit Damaskus (26. Februar 23.00 Uhr MEZ) beginnen, teilte das US-Außenministerium am Montag mit. Das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und die Oppositionskräfte müssten bis Freitagmittag erklären, ob sie die Bedingungen annehmen.

Die Vereinbarung gelte nicht für Gruppierungen, die vom UN-Sicherheitsrat als Terrororganisationen eingestuft sind, darunter die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Nusra-Front, ein Ableger von Al-Kaida. Diese können weiterhin von den USA wie auch von Russland bekämpft werden.

US-Außenminister John Kerry rief die Konfliktparteien umgehend auf, den Bedingungen zuzustimmen. „Wenn (sie) in Kraft gesetzt und eingehalten (wird), wird diese Waffenruhe nicht nur zu einer Reduzierung der Gewalt führen, sondern auch eine Ausweitung der Lieferung dringend benötigter humanitärer Hilfe für eingeschlossene Gegenden ermöglichen“, sagte Kerry. Ferner unterstütze die Waffenruhe den Transformationsprozess hin zu einer Regierung in Damaskus, „die auf die Nöte des syrischen Volkes eingeht“.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lange haben die Menschen in Syrien auf etwas Erholung von der Gewalt gewartet. Seit Montagabend schweigen die Waffen. Doch die Kampfpause ist fragil.
Kinder spielen in den Trümmern eines zerstörten Hauses in der syrischen Stadt Daraa.
Die Waffen in Syrien sollen ab 18 Uhr schweigen, so will es das Abkommen zwischen Russland und den USA. Wer sich wie streng daran hält, ist allerdings noch nicht ausgemacht.
Ab 18 Uhr soll in Syrien für sieben Tage nicht mehr geschossen werden, um humanitäre Hilfe in Kampfgebieten zu ermöglichen.
In einem von Alawiten bewohnten Stadtteil im syrischen Homs sind am Sonntag bei zwei Anschlägen 46 Menschen getötet worden, darunter mindestens 28 Zivilisten.
Die Explosionen sorgten für enorme Schäden.
„Kalter-Krieg“-Debatte in München
Die Waffen schweigen in Syrien noch längst nicht: Der Münchner Hoffnungsschimmer vom Freitag auf ein Ende des blutigen Bürgerkriegs wird immer kleiner. Die Kontrahenten Russland und die USA reden zwar miteinander - doch die Rhetorik lässt nichts Gutes erahnen.
US-Senator John McCain zweifelt an einer Feuerpause in Syrien.
Putin-Vertreter Medwedew beschreibt den Zustand der Beziehungen zum Westen auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit drastischen Worten. Zugleich reicht er die Hand, um Vertrauen wieder aufzubauen. Doch der Westen bleibt skeptisch.
Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew auf der 52. Sicherheitskonferenz in München.