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USA und China versprechen mehr Umweltschutz
International 1 2 Min. 24.09.2014 Aus unserem online-Archiv
UN-Klimagipfel

USA und China versprechen mehr Umweltschutz

International 1 2 Min. 24.09.2014 Aus unserem online-Archiv
UN-Klimagipfel

USA und China versprechen mehr Umweltschutz

Ein Heer von Staats- und Regierungschefs ist zum Klimagipfel nach New York gereist. Ein Durchbruch müsse her, betonen sie. Konkrete Zahlen und Vorgaben nennen dann aber bei weitem nicht alle - vor allem nicht die wirklich wichtigen.

(dpa) - Mehr als 100 Staats- und Regierungschefs haben bei einem Gipfel der Vereinten Nationen mehr Engagement im Kampf für den Klimaschutz versprochen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach am Dienstag (Ortszeit) in seinen Schlussbemerkungen in New York von einem „historischen Tag“. Er habe von den anwesenden Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft mutige Ankündigungen eingefordert. „Der Gipfel hat sie geliefert“, sagte Ban. Gruppen wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigten sich aber enttäuscht von den Ankündigungen der Staats- und Regierungschefs.

US-Präsident Barack Obama kündigte an, gemeinsam mit China eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz übernehmen zu wollen. Die beiden Staaten hätten eine besondere Verantwortung. Der chinesische Vizepremier Zhang Gaoli versprach „noch größere Anstrengungen“. Die USA und China sind die beiden Länder mit dem höchsten Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid.

Obamas 13-minütige Rede im Plenum:

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"Von der Politik kamen nur Worte"

Abgesandte aus allen Teilen der Welt hatten zuvor konkrete Schritte gefordert, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Eindeutige Versprechen machten allerdings die wenigsten Redner. So kündigte beispielsweise EU-Kommissionschef José Manuel Barroso an, dass die Länder der EU bis 2030 40 Prozent ihrer Treibhausgasemissionen und 30 Prozent ihres Energieaufwands einsparen würden. Bis 2050 sollen sogar bis zu 95 Prozent der Emissionen eingespart werden.

Andere Redner blieben dagegen deutlich zurückhaltender. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigte sich enttäuscht von den Politiker-Ankündigungen. „Was die Zivilgesellschaft hier angestoßen hat, ist beeindruckend. Dafür kamen von der Politik nur viele Worte, ohne wirklich neues“, sagte Martin Kaiser, Leiter der internationalen Klimapolitik bei der Umweltschutzorganisation. „Es sieht so aus, als ob die Politik der Zivilgesellschaft hinterherläuft.“

UN-Chef Ban umriss die Dimensionen des Klimawandels. „Wir haben uns noch nie solch einer Herausforderung gegenüber gesehen. Die menschlichen, ökonomischen und ökologischen Kosten des Klimawandels werden bald untragbar sein“, sagte der Koreaner. „Der Klimawandel bedroht den so hart errungenen Frieden, unseren Wohlstand und die Chancen für Milliarden Menschen. Er ist die prägende Aufgabe unserer Zeit. Unsere Antwort wird die Zukunft entscheiden.“ Ban forderte alle Regierungen auf, bis zum Klimagipfel in Paris Ende 2015 „ernsthafte Zusagen“ zur Reduzierung ihres CO2-Ausstoßes zu machen.


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