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USA schicken 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten
International 3 3 Min. 18.06.2019

USA schicken 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten

USA schicken 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten

Foto: AFP
International 3 3 Min. 18.06.2019

USA schicken 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA eskalieren bedrohlich. Zwar betont die US-Regierung, sie suche nicht die Konfrontation mit Teheran - dennoch verstärkt sie ihre Truppen im Nahen Osten.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump schickt im eskalierenden Konflikt mit dem Iran rund 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten. Die Soldaten würden zu „Verteidigungszwecken“ in die Region entsandt, teilte der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan am Montag in Washington mit.


Angriffe auf Schiffe im Golf von Oman
Zwei Schiffe wurden im Golf von Oman vor der iranischen Küste von Explosionen beschädigt. Die Hintergründe sind unklar.

Shanahan betonte zugleich: „Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit dem Iran an.“

Die USA machen den Iran für die Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman am vergangenen Donnerstag verantwortlich. Teheran weist das zurück. Mehrere EU-Außenminister machten am Montag klar, dass die Vorwürfe der USA von den europäischen Partnern vorerst nicht geschlossen mitgetragen werden.

Der US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan verkündete am Montag, das die USA weitere Truppen in den Nahen Osten schicken.
Der US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan verkündete am Montag, das die USA weitere Truppen in den Nahen Osten schicken.
Foto: AFP

Unmittelbar vor Shanahans Ankündigung versetzte der Iran den Bemühungen der EU um eine Deeskalation der Krise im Nahen Osten einen erheblichen Dämpfer. Die Führung in Teheran kündigte an, bereits vom 27. Juni an einen Teil ihrer Verpflichtungen aus dem internationalen Atomabkommen nicht mehr zu erfüllen.


This grab taken from a video released by the US Central Command (USCENTCOM) on June 14, 2019, reportedly shows an Iranian navy patrol boat in the Gulf of Oman approaching the Japanese operated methanol tanker Kokuka Courageous and removing an unexploded mine. (Photo by - / US Central Command (CENTCOM) / AFP)
USA veröffentlichen Video von angeblichem Angriff auf Öltanker
Schwere Zwischenfälle mit Tankern am Golf von Oman haben die Spannungen in der Region angeheizt. Für die USA ist schon kurz danach klar, wer für die mutmaßlichen Angriffe verantwortlich ist.

In Shanahans Mitteilung hieß es, die jüngsten iranischen Angriffe bestätigten Geheimdienstinformationen über das feindselige Verhalten durch die iranischen Streitkräfte und mit ihnen verbündeten Gruppen. Mit der Entsendung der zusätzlichen Truppen sollten US-Soldaten und nationale Interessen der USA in der Region geschützt werden.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen seit Monaten zu. Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der „anhaltenden Bedrohung“ durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt, was Sorgen vor einem militärischen Konflikt aufkommen ließ.

Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte am Donnerstag neue Fotos zu den Angriffen auf die beiden Öltanker im Golf von Oman, die die Vorwürfe gegen die iranischen Revolutionsgarden belegen sollen. Die Bilder zeigen nach Pentagon-Angaben unter anderem das Loch, das eine Haftmine oberhalb der Wasserlinie in den Rumpf eines der Öltanker namens „Kokuka Courageous“ gerissen haben soll.

Ein weiteres der insgesamt elf neuen Fotos vom Montag zeigt nach US-Darstellung Rückstände einer weiteren, nicht explodierten Haftmine, die nach dem Angriff von Soldaten der Revolutionsgarden vom Schiffsrumpf entfernt worden sein soll, um Beweise zu vernichten. Auf einem von einem US-Hubschrauber aus aufgenommenen Foto soll das Schnellboot mit den Soldaten zu sehen sein, die die Mine entfernten.


(FILES) In this file photo taken on April 30, 2019, Iranian soldiers take part in the "National Persian Gulf day" in the Strait of Hormuz. - Iran on June 14 dismissed as "baseless" US accusations that it carried out twin attacks that left two tankers ablaze in the Gulf of Oman, escalating tensions across the region and sending world oil prices soaring. The two vessels were struck by explosions in the early daylight hours on June 13 after passing through the Strait of Hormuz and travelling around 25 nautical miles off Iran's southern coast headed towards Asia. (Photo by ATTA KENARE / AFP)
EU-Außenminister diskutieren über Golf-Krise
Muss die EU auf die Angriffe gegen die Tanker im Golf von Oman reagieren? Luxemburg und die anderen Mitgliedstaaten stehen vor schwierigen Entscheidungen.

Bereits am Donnerstag hatte das US-Zentralkommando Centcom, das die Truppen im Nahen Osten führt, ein Video dazu veröffentlicht. Das Pentagon machte am Montag erneut den Iran verantwortlich. Als Begründung führte das Ministerium das Video an - und die „Ressourcen und Kenntnisse, die nötig sind, um die nicht explodierte Haftmine zu entfernen“.

Außenminister Jean Asselborn und seine Amtskollegen aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden betonten am Montag bei einem Treffen in Luxemburg, dass sie zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Anschuldigungen erheben wollen. Jeder müsse nun wirklich aktive Schritte zur Deeskalation beitragen.

Jean Asselborn in einem Pressebriefing zum Thema Iran am Montag.
Jean Asselborn in einem Pressebriefing zum Thema Iran am Montag.
Foto: Anouk Antony/LW

Der Iran kündigte an, dass er bereits am Donnerstag kommender Woche eine im Atomabkommen festgelegte Obergrenze für Vorräte mit niedrig angereichertem Uran überschreiten werde. Zudem erklärte die Islamische Republik, umgehend bereit zu sein, auch das Anreicherungslimit von 3,67 Prozent zu brechen. Auf 90 Prozent hoch angereichertes Uran kann für Atombomben benutzt werden.


CORRECTION - This grab taken from a video released by the US Central Command (USCENTCOM) on June 13, 2019, reportedly shows an Iranian navy patrol boat in the Gulf of Oman approaching the Japanese operated methanol tanker Kokuka Courageous and removing an unexploded mine. (Photo by - / US Central Command (CENTCOM) / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / USCENTCOM" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS / �The erroneous mention[s] appearing in the metadata of this photo by - has been modified in AFP systems in the following manner: [June 13] instead of [June 14]. Please immediately remove the erroneous mention[s] from all your online services and delete it (them) from your servers. If you have been authorized by AFP to distribute it (them) to third parties, please ensure that the same actions are carried out by them. Failure to promptly comply with these instructions will entail liability on your part for any continued or post notification usage. Therefore we thank you very much for all your attention and prompt action. We are sorry for the inconvenience this notification may cause and remain at your disposal for any further information you may require.�
EU folgt US-Vorwürfen gegen Iran nicht
Kann man den USA blind vertrauen, wenn sie den Iran für die Angriffe auf Tanker im Golf von Oman verantwortlich machen? Mehrere europäische Außenminister verweigern hier vorerst die Gefolgschaft.

Die Ansage Teherans spitzt die Lage und die Debatte über den Umgang mit dem Iran deutlich zu. Sollte das Land seine Verpflichtungen nicht mehr einhalten, könnte das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe bis zum Jahresende Geschichte sein.

Bei den schweren Zwischenfällen im Golf von Oman waren am Donnerstag zwei Tanker beschädigt worden. Die „Front Altair“ einer norwegischen Reederei geriet nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der „Kokuka Courageous“ berichtete von zwei Detonationen. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar.

Löscharbeiten an dem norwegischen Tanker "Front Altair".
Löscharbeiten an dem norwegischen Tanker "Front Altair".
Foto: TASNIM NEWS / AFP

Die US-Regierung bemüht sich intensiv darum, internationale Partner von ihrer Sichtweise zu überzeugen, dass die iranischen Revolutionsgarden hinter dem Angriff stecken. Außenminister Mike Pompeo telefonierte deswegen am Wochenende mit Amtskollegen aus aller Welt. Bislang haben sich aber nur Großbritannien und Saudi-Arabien in der Frage öffentlich an die Seite der Amerikaner gestellt.


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Trump droht dem Iran mit "Ende"
Die Sorge ist groß, dass der Streit zwischen den USA und dem Iran weiter eskalieren könnte. Beide Seiten überziehen einander mit neuen Drohungen.
(FILES) In this file photo taken on May 16, 2019, US President Donald Trump gestures as he announces a new immigration proposal, in the Rose Garden of the White House in Washington, DC. - US President Donald Trump issued a stern warning to Iran on Sunday, May 19, 2019 suggesting that if the Islamic republic attacks American interests, it will be destroyed. "If Iran wants to fight, that will be the official end of Iran. Never threaten the United States again," Trump said in a tweet. Tensions between Washington and Tehran have been on the rise as the United States has deployed a carrier group and B-52 bombers to the Gulf over what it termed Iranian "threats." (Photo by Brendan Smialowski / AFP)