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USA: Proteste nach Schüssen auf Schwarzen bei Polizeieinsatz
International 4 1 3 Min. 25.08.2020 Aus unserem online-Archiv

USA: Proteste nach Schüssen auf Schwarzen bei Polizeieinsatz

In Kenosha, Wisconsin, kam es für die zweite Nacht in Folge zu schweren Protesten und Ausschreitungen.

USA: Proteste nach Schüssen auf Schwarzen bei Polizeieinsatz

In Kenosha, Wisconsin, kam es für die zweite Nacht in Folge zu schweren Protesten und Ausschreitungen.
Foto: AFP
International 4 1 3 Min. 25.08.2020 Aus unserem online-Archiv

USA: Proteste nach Schüssen auf Schwarzen bei Polizeieinsatz

Ein Video zeigt, wie ein Polizist einem Mann auf den Rücken zielt, dann fallen Schüsse: Bei einem Polizeieinsatz in den USA wird ein Schwarzer schwer verwundet.

(dpa) - Schüsse in den Rücken eines Schwarzen bei einem Polizeieinsatz im US-Bundesstaat Wisconsin haben Entsetzen und Protest ausgelöst. In der Nacht zum Dienstag gab es erneut Ausschreitungen und brennende Autos in der Stadt Kenosha, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Medienberichten zufolge standen auch einige Gebäude zeitweise in Flammen. Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Auf einem am Sonntag im Internet verbreiteten Video war zu sehen, wie der Mann zu seinem Auto geht, während ein Polizist ihm folgt und dabei auf den Rücken zielt. Als der Mann die Fahrertür öffnet und sich hineinbeugt, fallen mehrere Schüsse. Der von der Familie des Mannes engagierte Anwalt sagte im Sender CNN, dass im Auto die Kinder des Mannes im Alter von drei, fünf und acht Jahren saßen. Der Mann, der nach Angaben des Anwalts Jacob Blake heißt, lag am Montagabend (Ortszeit) weiter auf der Intensivstation.

Das Video können Sie hier sehen. Achtung, es enthält zum Teil verstörende Bilder.  

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Unklar blieb zunächst, was vor dem auf Video aufgezeichneten Geschehen passiert war. Die Polizei erklärte, die Beamten seien wegen eines „häuslichen Zwischenfalls“ gerufen worden. Der Anwalt Ben Crump sagte, Blake habe einen Streit geschlichtet. Dann hätten die Polizisten ihre Waffen auf ihn gerichtet. Zunächst sei Blake von einer Elektroschockpistole getroffen worden. Als er im Auto nach seinen Kindern habe sehen wollen, sei ihm mehrfach in den Rücken geschossen worden. Auf dem Video sind sieben Schüsse zu hören.


24.08.2020, USA, Kenosha: Polizisten stehen in Schutzausrüstung aufgereiht vor dem Bezirksgericht. Ein Schwarzer ist im US-Bundesstaat Wisconsin Medienberichten zufolge nach Schüssen schwer verletzt worden, die womöglich von einem Polizisten abgefeuert worden sind. Wie örtliche Medien übereinstimmend unter Berufung auf Videoaufnahmen berichteten, sollen die Schüsse am 23.08. (Ortszeit) in der Stadt Kenosha gefallen sein, während der Mann in seinen Wagen stieg. Foto: Mark Hertzberg/ZUMA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wisconsin: Polizisten nach Schüssen auf Schwarzen beurlaubt
Nach Schüssen auf einen Schwarzen bei einem Polizeieinsatz im US-Bundesstaat Wisconsin sind die daran beteiligten Beamten beurlaubt worden

Die beteiligten Beamten wurden nach Angaben des zuständigen Justizministeriums vom Montag beurlaubt. Die Ermittlungen laufen noch. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden forderte eine sofortige, umfassende und transparente Aufklärung. Aus dem Weißen Haus hieß es, Justizminister William Barr habe den Fall im Blick.

Eine Stadt in Aufruhr

Infolge des Polizeieinsatzes kam es in der Stadt Kenosha zu Protesten und Ausschreitungen. Fotos zeigten ausgebrannte Autos und Müllwagen. Auch einige Bauwerke in der Stadt mit rund 100.000 Einwohnern standen in der Nacht zum Dienstag zeitweise in Flammen. Darunter soll Medienberichten zufolge neben Geschäften auch ein Gebäude des Justizvollzugsministeriums des Bundesstaats gewesen sein.

Mitglieder der Nationalgarde waren demnach auf den Straßen unterwegs, nachdem Wisconsins Gouverneur Tony Evers deren Einsatz erlaubt hatte, um örtliche Einsatzkräfte zu unterstützen. Für die Nacht von Montag auf Dienstag wurde eine Ausgangssperre verhängt. Tagsüber gab es unter anderem in New York Demonstrationen mit Hunderten Teilnehmern.


TOPSHOT - A woman looks at a mural showing the face of George Floyd, an unarmed black man who died after a white policeman knelt on his neck during an arrest in the US, painted on a section of Israel's controversial separation barrier in the city of Bethlehem in the occupied West Bank on June 10, 2020, with text reading "I can't breathe, I want justice not O2". (Photo by Musa Al SHAER / AFP)
Was der Tod von George Floyd für die USA bedeutet: Bürgerprotest statt Rassenunruhen
Die USA erleben keine Rassenunruhen mit flächendeckenden Plünderungen wie 1968, sondern das Entstehen einer neuen sozialen Bewegung, die auf breite Unterstützung in der Bevölkerung trifft. Eine Analyse.

Ende Mai hatte der Tod des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota landesweite Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst. Die Debatte spielt auch im US-Wahlkampf eine zentrale Rolle.

Biden erklärte dazu: „Das Land wacht wieder einmal mit Trauer und Empörung auf, dass ein weiterer schwarzer Amerikaner Opfer übermäßiger Gewalt geworden ist.“ Seine Vize-Kandidatin, Senatorin Kamala Harris, meinte auf Twitter: „Jacob Blake sollte gerade nicht um sein Leben kämpfen.“ Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, erklärte: „Wir sind es Jacob, seinen Kindern und allen schwarzen Amerikanern schuldig, der Rassenungerechtigkeit und der Polizeigewalt ein Ende zu setzen.“

Auf Twitter machten einige Prominente ihrer Empörung Luft. „Und Ihr fragt Euch alle, warum wir sagen, was wir über die Polizei sagen!! Kann mir bitte jemand sagen, was zum Teufel das ist????!!! Noch ein weiterer schwarzer Mann wird zur Zielscheibe“, schrieb Basketball-Star LeBron James.


Belgien: Polizeigewalt mit Todesfolge
Das Video eines Polizeieinsatzes, in dessen Folge ein Mann gestorben ist, erschüttert Belgien. Die Witwe des Toten erhebt schwere Vorwürfe gegen die belgischen Behörden.

Sängerin Camila Cabello forderte weitreichende Veränderungen und die Festnahme der Polizisten. „Wir fordern eine neue Welt“, schrieb die 23-Jährige auf Twitter. „Wir brauchen ein Zeichen, dass diese Regierung genug Einfühlungsvermögen hat und sich genug um Menschlichkeit sorgt, um etwas dagegen zu unternehmen.“

Das Justizministerium des Bundesstaats Wisconsin als leitende Ermittlungsbehörde kündigte an, binnen 30 Tagen einen Bericht vorlegen zu wollen.


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Die US-Demokraten nominieren Joe Biden zum Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei. Die Corona-Pandemie macht den leidgeprüften 77-Jährigen zum idealen Anwärter für das Weiße Haus.
Democratic presidential nominee and former US Vice President Joe Biden participates in a virtual grassroots fundraiser along his vice presidential running mate, US California Senator Kamala Harris, at the Hotel du Pont in Wilmington, Delaware on August 12, 2020. (Photo by Olivier DOULIERY / AFP)