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USA: Oberster Gerichtshof soll Obamacare kippen
International 26.06.2020

USA: Oberster Gerichtshof soll Obamacare kippen

Das Gebäude des Obersten Gerichtshofs in Washington - hier soll die Entscheidung fallen.

USA: Oberster Gerichtshof soll Obamacare kippen

Das Gebäude des Obersten Gerichtshofs in Washington - hier soll die Entscheidung fallen.
Foto: AFP
International 26.06.2020

USA: Oberster Gerichtshof soll Obamacare kippen

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Inmitten steigender Corona-Infektionszahlen hat das US-Justizministerium den Obersten Gerichtshof aufgefordert, die unter Präsident Obama eingeführten Erweiterungen des Krankenversicherungssystems aufzuheben.

Das auch als „Obamacare“ bekannte Gesetz von 2010 habe seine Rechtskraft verloren, als 2017 der seinerzeit von Republikanern dominierte Kongress Strafen für nicht krankenversicherte Personen de facto abschaffte, argumentierte die Behörde in dem am Donnerstagabend (Ortszeit) eingereichten Gerichtsdokument. Präsident Donald Trump, der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, hatte das Gesetz mehrfach als „Desaster“ bezeichnet und will die Änderungen abschaffen.


(FILES) In this file photo US President Donald Trump speaks alongside National Security Adviser John Bolton (L) during a Cabinet Meeting in the Cabinet Room of the White House in Washington, DC, May 9, 2018. - Donald Trump said on June 20, 2020 his former national security advisor John Bolton would pay a "big price" for what the president described as an illegal tell-all memoir. (Photo by SAUL LOEB / AFP)
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Die USA sind praktisch das einzige entwickelte Industrieland ohne eine allgemeine staatliche Krankenversicherung. Selbst vor der Corona-Krise hatten rund 28 Millionen Menschen - fast jeder Zehnte im Land - keine Krankenversicherung. Unter Obama wurden die Optionen für eine Krankenversicherung deutlich ausgeweitet.

Jahrelanger Rechtsstreit

In dem seit Jahren andauernden Rechtsstreit um das Gesetz stellte sich das Justizministerium mit dem Schreiben auf die Seite mehrerer von Republikanern geführter Bundesstaaten. Dieses sieht in seiner ursprünglichen Fassung vor, dass Einzelpersonen mit bestimmten Ausnahmen ein Mindestmaß an Krankenversicherungsschutz haben müssen. Andernfalls sind Zahlungen an die Steuerbehörde IRS zu entrichten.


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Im Dezember hatte ein Berufungsgericht im Bundesstaat Louisiana diese im Gesetz verankerte grundsätzliche Verpflichtung als verfassungswidrig befunden. Kalifornien hatte daraufhin gemeinsam mit weiteren von Demokraten geführten Bundesstaaten vor dem Obersten Gerichtshof Berufung gegen das Urteil eingelegt. Weitere Termine in dem Fall sind für den Herbst angesetzt. Wann genau das Gericht eine Entscheidung fällen wird, ist unklar. Sollte der Oberste Gerichtshof die unter Obama eingeführten Änderungen aufheben, könnten Medienberichten zufolge Millionen Menschen ihren Krankenversicherungsschutz verlieren.

Laut der Gesundheitsbehörde CDC gibt es in den USA mehr als 2,3 Millionen bekannte Corona-Infektionen - mehr nachgewiesene Fälle als jedes andere Land der Welt. Mehr als 121.000 Menschen starben infolge einer Covid-19-Erkrankung.    

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