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USA melden Zerstörung iranischer Drohne
International 4 Min. 19.07.2019

USA melden Zerstörung iranischer Drohne

Die USS Boxer, das Schiff, das die Drohne abgeschossen hat.

USA melden Zerstörung iranischer Drohne

Die USS Boxer, das Schiff, das die Drohne abgeschossen hat.
Foto: AFP
International 4 Min. 19.07.2019

USA melden Zerstörung iranischer Drohne

Ein Schiff der US-Marine soll eine iranische Drohne abgeschossen haben. Donald Trump spricht von einer Provokation Teherans, sieht aber von scharfen Drohungen ab. Die Reaktion des iranischen Außenministers lässt aufhorchen.

(dpa) - Ein weiterer Zwischenfall in der Straße von Hormus hat neue Ängste vor einer militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran geschürt. Die Mannschaft eines US-Marineschiffs zerstörte nach Angaben von Präsident Donald Trump am Donnerstag in der Meerenge eine iranische Drohne. Viele Details blieben aber zunächst unklar, zumal die iranische Seite den Vorfall nicht bestätigte. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte am Sitz der Vereinten Nationen in New York, der Iran habe keine Informationen über den Verlust einer Drohne.

Trump sagte in Washington, die Drohne sei dem Marineschiff USS Boxer sehr nahe gekommen und habe die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew gefährdet. Mehrere Aufforderungen, die Drohne zurückzuziehen, seien ignoriert worden. Sie sei daraufhin sofort zerstört worden.


(FILES) In this file photo taken on July 06, 2019 A picture shows supertanker Grace 1 off the coast of Gibraltar on July 6, 2019. - Gibraltar police have arrested two more officers of a seized Iranian tanker suspected of breaching EU sanctions by shipping oil to Syria, the Royal Gibraltar Police said on July 12, 2019. (Photo by JORGE GUERRERO / AFP)
Iran stoppt ausländischen Öltanker im Golf
Erneuter Zwischenfall im Golf von Oman: Revolutionsgarden haben am Donnerstag einen Tanker gestoppt und die Crew festgesetzt.

Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art zwischen den beiden Ländern. Vor knapp einem Monat hatten die iranischen Revolutionsgarden eine amerikanische Aufklärungsdrohne abgeschossen, weil sie angeblich den iranischen Luftraum im Persischen Golf verletzt hatte. Die US-Regierung gab an, dass die Drohne in internationalem Luftraum geflogen sei. Daraufhin spitzte sich der Konflikt gefährlich zu. Die USA bereiteten einen Gegenschlag vor, den Trump nach eigenen Worten kurz zuvor stoppte.

Der US-Präsident wirkte am Donnerstag zurückhaltend in seiner Rhetorik, als er die Öffentlichkeit bei einer Zeremonie mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte über den Vorfall unterrichtete. Trump sprach davon, dass sich die Mannschaft des Schiffs verteidigt habe. „Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren.“ Die USA behielten sich das Recht vor, ihre Interessen, Einrichtungen und Mitarbeiter zu verteidigen. Trump forderte andere Länder auf, Irans Vorgehen zu verurteilen. Von scharfen Drohungen an die Adresse Teherans sah er aber ab.

Aus dem Pentagon hieß es, der Vorfall habe sich am Donnerstag gegen 10 Uhr (Ortszeit) ereignet. Das Schiff habe sich in internationalen Gewässern befunden, als sich die Drohne genähert habe. Es befinde sich nun im Persischen Golf. Nicht äußern wollte sich das US-Verteidigungsministerium dazu, wie die Drohne zerstört worden sei - ob sie abgeschossen wurde oder durch Störsender unbrauchbar gemacht wurde. Ein Vertreter des US-Militärs wollte auch keine Angaben dazu machen, ob es sich um eine bewaffnete Drohne handelte.

Der Iran wiederum setzte nach eigenen Angaben einen ausländischen Öltanker im Persischen Golf fest und nahm die Besatzung fest. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) teilten am Donnerstag auf ihrem Webportal mit, sie hätten den Tanker mit angeblich einer Million Liter geschmuggeltem Öl in der Nähe der Straße von Hormus gestoppt und die zwölf ausländischen Crew-Mitglieder festgenommen. Der Einsatz sei im Einklang mit dem Kampf des Irans gegen Ölschmuggel im Persischen Golf erfolgt und vorab mit den zuständigen Behörden und der Justiz koordiniert worden.

Eine Drohne des iranischen Militärs.
Eine Drohne des iranischen Militärs.
Foto: AFP

Wie auf einem Video zu sehen ist, das das iranische Auslandsfernsehen Press TV zeigte, handelt es sich bei dem Schiff um den Öltanker „Riah“, dessen Signal am vergangenen Wochenende plötzlich vor der iranischen Küste verschwunden war. Auf dem Video ist zu sehen, wie zwei Schnellboote die „Riah“ umkreisen. Nach Angaben der Webseite „Marine Traffic“ sendete der Öltanker zum letzten Mal am vergangenen Samstag seinen Standort südlich der iranischen Insel Keschm. Das Schiff wurde nach iranischen Angaben am Sonntag gestoppt. Wem der mit 68 Metern Länge relativ kleine Öltanker gehört ist unklar.

In den vergangenen Wochen war es zu mehreren Zwischenfällen in dem Seegebiet gekommen. Im Juni waren zwei Tanker bei schweren Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt worden.

In der vergangenen Woche gab es dann Aufregung um einen britischen Tanker. Nach Angaben aus London hatten drei iranische Boote versucht, das britische Handelsschiff an der Durchfahrt der Straße von Hormus zu hindern. Eine Fregatte zwang sie jedoch zum Abdrehen. Teheran bestritt, in den Vorfall verwickelt zu sein.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit und spielt eine entscheidende Rolle im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Im vergangenen Jahr hatte Irans Präsident Hassan Ruhani mit einer Blockade gedroht.


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Die USA treiben derzeit ihre Initiative zum Schutz von Handelsschiffen im Persischen Golf voran. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur warben US-Vertreter in dieser Woche in Brüssel bei Nato-Partnern um Unterstützung für das Projekt und informierten über den aktuellen Planungsstand. Demnach soll es vor allem darum gehen, über eine erhöhte Militärpräsenz in der Region eine bessere Überwachung der Straße von Hormus zu ermöglichen.

Für diesen Freitag haben das US-Außenministerium und das US-Verteidigungsministerium in Washington ein nicht-öffentliches Treffen mit Diplomaten zu dem Thema angesetzt.



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