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US-Wahl 2020: Der Wahlkrimi geht in die nächste Runde
International 1 2 Min. 04.11.2020 Aus unserem online-Archiv

US-Wahl 2020: Der Wahlkrimi geht in die nächste Runde

Joe Biden und Donald Trump sind beide noch im Rennen um die nächste Präsidentschaft.

US-Wahl 2020: Der Wahlkrimi geht in die nächste Runde

Joe Biden und Donald Trump sind beide noch im Rennen um die nächste Präsidentschaft.
AFP
International 1 2 Min. 04.11.2020 Aus unserem online-Archiv

US-Wahl 2020: Der Wahlkrimi geht in die nächste Runde

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Der 4. November geht zuneige - und doch gibt es noch kein klares Wahlergebnis. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Joe Biden und Donald Trump geht in die nächste Runde.

Üblicherweise zeichnet sich der Ausgang der Präsidentschaftswahlen noch in der Wahlnacht ab - nicht so im Corona-Jahr 2020. Da sich aufgrund der Pandemie überdurchschnittlich viele Wähler für die Briefwahl entschieden haben, verläuft die Auszählung zäh. Auch wenn schwerwiegende Probleme, die man bei der US-Post am Wahltag vorausgesagt hatte, weitgehend ausgeblieben sind - ein baldiger Wahlsieg ist Stand Mittwochabend noch für keinen der beiden Kandidaten in Sicht. 


A demonstrator protests with a sign on their back near the White House on November 4, 2020 in Washington, DC. - US President Donald Trump alleged on Wednesday that there had been "surprise ballot dumps" in states where he had been leading Democrat Joe Biden in the race for the White House. "Last night I was leading, often solidly, in many key States, in almost all instances Democrat run & controlled," Trump tweeted. "Then, one by one, they started to magically disappear as surprise ballot dumps were counted." (Photo by Alex Edelman / AFP)
Leitartikel zur US-Wahl: Amerikanischer Albtraum
Nach der US-Wahl wird es noch Tage oder Wochen dauern, bis dass der Sieger feststeht. Das politische Vakuum ist schlecht für die ganze Welt.

Am frühen Morgen sah es in Luxemburg noch so aus, als würde US-Präsident Donald Trump das Rennen machen und sich vier weitere Jahre im Weißen Haus  sichern. Im Laufe des Tages nahm der Demokrat Joe Biden jedoch immer mehr an Fahrt auf. Ein „red mirage“ („rote Illusion“) begann sich immer mehr abzuzeichnen, als Wahlhelfer begannen, die mehrheitlich demokratischen Briefwahlstimmen auszuwerten. 

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Das hielt Trump jedoch nicht davon ab, sich bereits gegen 8 Uhr luxemburgischer Zeit in einer Ansprache im Weißen Haus zum Sieger der Wahl zu erklären. „Wir haben gewonnen“, so Trump vor einem jubelnden Saal an Unterstützern. Gleichzeitig forderte er, die Auszählung der Stimmen zu stoppen: „Wir werden zum Obersten Gerichtshof gehen und die Wahl stoppen. Wir wollen nicht, dass um vier Uhr nachts noch Stimmen auftauchen. Das ist ein trauriger Moment. Meiner Meinung nach haben wir bereits gewonnen.“

Zu dem Zeitpunkt begann Biden bereits, in immer mehr Staaten die Führung zu übernehmen. Hawaii fiel an den 77-Jährigen und um kurz vor 10 Uhr MEZ lag der Demokrat im umkämpften Wisconsin vor Trump.

Gegen Abend schien der republikanische Amtsinhaber immer nervöser, und verbreitete erneut Anschuldigungen von Wahlbetrug über Twitter. In einer Stellungnahme am Abend erklärte Bidens Wahlkampfmanagerin  Jen O'Malley Dillon, alle Stimmen müssten ausgewertet werden.

„Wenn Donald Trump seinen Wunsch erfüllt bekäme und wir die Auszählung jetzt stoppen würden, wäre Vizepräsident Joe Biden der nächste Präsident der Vereinigten Staaten.“

Stand 19 Uhr MEZ ist der Ausgang der US-Wahl weiterhin ungewiss. Biden hat 227 Wahlleute hinter sich, während Trump weiterhin bei 213 Wahlleuten steht. Die Staaten Wisconsin (10), Michigan (16), Nevada (6) und Arizona (11) tendieren derzeit zu Biden. Sollten diese Staaten mit ihren 43 Wahlleuten tatsächlich an den Demokraten fallen, wäre Joe Biden der nächste Präsident der USA.


Supporters of Democratic presidential nominee Joe Biden listen to him speak, next to his wife Jill Biden, during election night at the Chase Center in Wilmington, Delaware, early on November 4, 2020. - Democrat Joe Biden said early Wednesday he believes he is "on track" to defeating US President Donald Trump, and called for Americans to have patience with vote-counting as several swing states remain up in the air.
"We believe we are on track to win this election," Biden told supporters in nationally broadcast remarks delivered in his home city of Wilmington, Delaware, adding: "It ain't over until every vote is counted." (Photo by ANGELA WEISS / AFP)
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Donald Trump und Joe Biden liefern sich bei den Präsidentschaftswahlen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In der Wahlnacht wird kein Ergebnis mehr erwartet, analysiert LW-Korrespondent Thomas Spang, der ein Chaos befürchtet.

Donald Trump hält sich derweil in Alaska (3), Pennsylvania (20), North Carolina (15) und Georgia (16) in Führung. Dort könnten noch einmal 54 Wahlleute auf den Republikaner abfallen - für den Sieg würde das jedoch noch nicht reichen. Könnte er Biden allerdings beispielsweise Michigan (16) oder Wisconsin (10) wegnehmen, würde Trump die Wahl gewinnen.

Wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird, könnte erst im Laufe der Woche entschieden werden. Im umkämpften Pennsylvania können Wahlzettel noch bis Freitag gezählt werden.

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