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US-Vorwahlkampf: Trump für uneingeschränkten Waffenbesitz
International 2 Min. 22.05.2016 Aus unserem online-Archiv

US-Vorwahlkampf: Trump für uneingeschränkten Waffenbesitz

Trump verbündet sich mit Waffenlobby NRA gegen seine Konkurrentin Hillary Clinton.

US-Vorwahlkampf: Trump für uneingeschränkten Waffenbesitz

Trump verbündet sich mit Waffenlobby NRA gegen seine Konkurrentin Hillary Clinton.
Foto: Reuters
International 2 Min. 22.05.2016 Aus unserem online-Archiv

US-Vorwahlkampf: Trump für uneingeschränkten Waffenbesitz

Michel THIEL
Michel THIEL
Früher sprach sich Donald Trump für Beschränkungen beim Waffenbesitz aus. Jetzt fordert der US-Präsidentschaftskandidat gar ein Ende aller waffenfreien Zonen. Die mächtige Waffenlobby NRA dankt es ihm.

(dpa) - Das Thema Waffen wird zu einem zentralen Punkt der Auseinandersetzung im US-Wahlkampf. Mit einem feurigen Plädoyer für ein uneingeschränktes Recht auf Waffenbesitz sicherte sich Donald Trump jubelnde Unterstützung der mächtigen Waffenlobby-Organisation NRA. Hillary Clinton hielt unmittelbar dagegen. Anders als Trump werde sie sich der Waffenlobby nicht anbiedern, sagte sie in Florida.

Auf der Jahresversammlung der NRA (National Rifle Association) in Louisville (Kentucky) gab sich Trump am Freitag als glühender Waffenanhänger und setzte sich für die Abschaffung sämtlicher waffenfreien Zonen in den USA ein. Dazu zählen Schulen.

Die Sinneswandel des Donald Trump

Der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat weicht mit seiner Haltung erneut - wie etwa beim Thema Abtreibung - von früheren Positionen ab. Noch 2012, nach dem Blutbad an einer Grundschule in Connecticut, hatte der Milliardär den emotionalen Aufruf von US-Präsident Barack Obama zu schärferen Waffenkontrollgesetzen begrüßt.

Er werde als Präsident das Recht auf Waffenbesitz entschieden verteidigen, sagte Trump nun. Mehrfach griff er unter dem Jubel der Anwesenden seine voraussichtliche Rivalin bei der Präsidentenwahl an.

Der NRA-Vorsitzende Chris Cox sicherte Trump offiziell die Unterstützung der NRA zu. Kein unbedeutender Schritt: Der Verband hat rund fünf Millionen Mitglieder.

Die Demokratin Clinton sei die am meisten gegen Waffen gerichtete Kandidatin in der Geschichte und wolle zudem auch noch gewalttätige Kriminelle aus Gefängnissen entlassen, behauptete Trump. „Sie will uns unsere Waffen wegnehmen (...). Sie will wehrlose Amerikaner in Gewaltgegenden entwaffnen. Ob es eine alleinerziehende junge Mutter in Florida ist oder eine Großmutter in Ohio, Hillary will sie wehrlos machen, ihnen jede Chance nehmen, die sie zum Überleben haben.“

Dies ist nicht Clintons Position. Die Ex-Außenministerin und frühere First Lady setzt sich zwar laut und deutlich für schärfere Bestimmungen ein, so für ein Verbot von Sturmgewehren in Privathand und verstärkte Überprüfungen potenzieller Waffenkäufer. Sie stellt das Grundrecht auf Waffenbesitz aber nicht infrage.

Bill Clinton antwortet per Twitter

Nach Trumps Rede schrieb Clinton auf Twitter: „Sie liegen falsch... Wir können den zweiten Artikel der Verfassung aufrechterhalten und zugleich sinnlose Waffengewalt verhindern.“

Bei einer Veranstaltung sagte Clinton am Samstagabend, die USA erlebten eine Epidemie der Waffengewalt. In Trump bewerbe sich jemand als Präsident, der mehr Waffen in Schulen wolle. „Irgendetwas läuft schief, wenn so viele junge Menschen sterben, die gerade ins Leben starten wollen.“ „Diese Wahl gibt uns die Gelegenheit, es richtig zu machen“, sagte Clinton.

Sie sprach bei einer Gala der Trayvon-Martin-Stiftung. Der unbewaffnete minderjährige Schwarze war 2012 in Florida von einem Freiwilligen einer Bürgerwehr erschossen worden.

Trumps fühere Kritik an der NRA

Die „New York Times“ wies darauf hin, dass Trump in seinem Buch „The America We Deserve“ 2002 zwar geschrieben habe, dass er „generell“ gegen Waffenkontrollen sei. Zugleich habe er aber die Lobby-Macht der NRA kritisiert und erklärt: „Ich unterstütze das Verbot von Sturmgewehren, und ich unterstütze ein wenig längere Wartezeiten vor Waffenkäufen.“

Hatte das Thema Waffen schon im Vorwahlkampf eine größere Rolle gespielt, dürfte es im voraussichtlichen Zweikampf zwischen Trump und Clinton noch stärker an Gewicht gewinnen. Die Demokratin befindet sich dabei in einer delikaten Position. Eine Reihe besonders umstrittener Staaten, die sie für sich gewinnen muss, sind Hochburgen entschiedener Waffenverfechter.

In den USA sterben im Schnitt jährlich etwa 33 000 Menschen durch Schusswaffengewalt. Die Zahl steigt seit Jahren. Statistisch gesehen besitzen 90 Prozent der 320 Millionen US-Bürger eine Waffe.


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