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US-Vorwahlen: Trump gewinnt in South Carolina
International 8 1 3 Min. 21.02.2016 Aus unserem online-Archiv

US-Vorwahlen: Trump gewinnt in South Carolina

International 8 1 3 Min. 21.02.2016 Aus unserem online-Archiv

US-Vorwahlen: Trump gewinnt in South Carolina

Donald Trump hat die ersten Vorwahlen des Südens in South Carolina für sich entschieden. Jetzt ist er der unbestrittene Favorit im Rennen um die Nominierung der Republikaner. Bei den Demokraten liegt Hillary Clinton in Nevada vorn.


Von Thomas Spang

Als der Sieger kurz vor 21 Uhr auf die Bühne trat, feierten ihn seine Fans mit enthusiastischen “USA, USA”-Rufen. Trump strahlte über das ganze Gesicht. “Danke South Carolina”, rief er in die Menge. Dann gratulierte er Marco Rubio und Ted Cruz artig zu ihrem Rennen.

Unerwähnt blieb Jeb Bush, der kurz vor Trumps Siegerrede das Ende seines Wahlkampfs erklärt hatte. Zu böse ist das Blut zwischen dem Milliardär und dem Erben der konservativen Politdynastie, die in South Carolina alles aufbot, Jeb zu helfen; inklusive dem Wiederauftauchen seines Präsidenten-Bruders und First Lady Barbara Bush.

Trump kanzelte Analysten ab, die nun prognostizieren, ein gelichtetes Kandidatenfeld werde nun helfen, eine moderatere Alternative zu Trump zu etablieren. Es sei unredlich, die Stimmen der ausgestiegenen Kandidaten einfach einem anderen Lager zuzuschlagen. “Wenn Leute das Handtuch werfen, bekomme ich auch viele Stimmen.”

Der Sieg des Rechtspopulisten in South Carolina fiel trotz der Irak-Krieg-Kritik an George W. Bush und der Fehde mit Papst Franziskus überraschend deutlich aus. Trump holte rund 33 Prozent der Stimmen und lag damit mehr als zehn Prozent vor Cruz (22 Prozent) und Rubio (22 Prozent).

Der New Yorker Geschäftsmann holte fast alle Wahlbezirke des südlichen Bundesstaates. Er lag bei Männern und Frauen vor, quer durch die Altersgruppen, Bildungs- und Einkommensschichten. Laut Nachwahl-Umfragen setzte er sich bei der wichtigen Wählergruppe der Soldaten und bei den Evangelikalen durch, die diesmal Dreiviertel der Wählerschaft ausmachten.

Lasst uns jetzt groß in Nevada und am Super-Dienstag gewinnen und dieses Ding wegstecken.

“Das ist eine unglaubliche Bewegung mit unglaublichen Leuten”, beschreibt Trump seine Koalition, die besonders stark in der weniger gebildeten weißen Arbeiterschaft verankert ist. “Lasst uns jetzt groß in Nevada und am Super-Dienstag gewinnen und dieses Ding wegstecken.”

Nicht so schnell signalisierte Rubio, der sich den ganzen Wahlabend mit Cruz auf dem zweiten Platz abwechselte. “Nach heute Abend wird das zu einem Drei-Personen-Rennen und ich werde es gewinnen”, sagte der Jung-Senator, der weite Teile des politischen Establishments von South Carolina für sich gewinnen konnte.

Mit ihm auf der Bühne in Columbia standen die beliebte Gouverneurin Nikki Haley und der schwarze Senator Tim Scott; beides politische Aufsteiger, die ihre Karrieren, wie Rubio, ihrem Tee-Party-Aktivismus verdanken. “Dieses Land ist bereit für eine neue Generation an Konservativen, die uns ins 21. Jahrhundert führt.” Ausdrücklich dankte Rubio Gouverneur Jeb Bush, dessen reiches Spendernetz Rubio nun versucht auf seine Seite zu ziehen. “Ich bete für Jeb Bush und seine Familie.”

Tränen bei Jeb Bushs Ehefrau

Das tut auch Ted Cruz, der bei seiner Ansprache ein wenig geknickt aussah. Gewiss hatte sich der ultrakonservative Senator mehr in South Carolina erhofft. Ein Bundesstaat, der mit seinen vielen evangelikalen Wählern eigentlich maßgeschneidert für einen Kandidaten wie ihn sein sollte.

“Obwohl sich das ganze Establishment gegen uns verbündet hat, hat uns South Carolina zu einem bemerkenswerten Ergebnis verholfen”, kommentierte er sein Abschneiden. “Wir sind die einzigen, die Donald Trump geschlagen haben und ihn schlagen können.”

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Als erster war der große Verlierer der Wahlnacht in Columbia vor die Kameras getreten. Jeb Bush schluckte als er Konsequenzen aus dem enttäuschenden Abschneiden in South Carolina zog, ein Bundesstaat, den sein Bruder George W. und sein Vater beide für sich gewinnen konnten.

“Heute Abend suspendiere ich meinen Wahlkampf”, presste Jeb die schwierigen Worte zwischen seinen Lippen heraus. Während er sprach liefen Ehefrau Columba Tränen über die Wangen. Aus dem Publikum schallten spontane “No, No”-Rufe zurück. “Yup”, bekräftigte Bush seine Entscheidung das Feld der Moderaten zu bereinigen.

Hillary Clinton vor Bernie Sanders

Kommenden Samstag geht es für die Republikaner in Nevada weiter. Bei den “Caucusses” der Demokraten setzte sich dort an diesem Samstag in einem Kopf-an-Kopf-Rennen Hillary Clinton durch. Nach einer wilden Aufholjagd ihres linken Herausforderers Bernie Sanders behielt sie am Ende mit 53 zu 47 Prozent die Nase vorn.

Für Sanders ist die Niederlage ein schwerer Rückschlag. Während er bei den Latinos 53 Prozent der Stimmen holte, schnitt er bei den Afro-Amerikanern ausgesprochen schwach ab. Letzteres lässt wenig Gutes für die demokratischen Primaries am kommenden Wochenende in South Carolina erwarten, wo große Teile der Wählerschaft schwarz sind.

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