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US-Nationalgarde meldet Corona-Fälle: Ausbrüche in mehreren Staaten
International 1 3 Min. 10.06.2020 Aus unserem online-Archiv

US-Nationalgarde meldet Corona-Fälle: Ausbrüche in mehreren Staaten

Ein Demonstrant vor dem Lincoln Memorial in Washington, DC.

US-Nationalgarde meldet Corona-Fälle: Ausbrüche in mehreren Staaten

Ein Demonstrant vor dem Lincoln Memorial in Washington, DC.
Foto: AFP
International 1 3 Min. 10.06.2020 Aus unserem online-Archiv

US-Nationalgarde meldet Corona-Fälle: Ausbrüche in mehreren Staaten

Massenproteste in US-Großstädten brachten viele Menschen auf die Straße. Nun häufen sich die Fälle in einigen Regionen wieder. Im Mordfall Floyd stehen derweil neue Entwicklungen im Raum.

(dpa/SC) - Mitglieder der Washingtoner Nationalgarde, die während der Proteste gegen Polizeigewalt in der US-Hauptstadt im Einsatz waren, sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Eine genaue Zahl werde aus Gründen der „operativen Sicherheit“ nicht genannt, teilte eine Sprecherin am Dienstagabend (Ortszeit) auf Anfrage mit. Medienberichten zufolge sollen rund 1.300 Washingtoner Reservisten seit Ende Mai an dem Einsatz beteiligt gewesen sein. Nach offiziellen Angaben waren in Washington insgesamt rund 5.000 Reservisten aus elf Bundesstaaten im Einsatz.


WASHINGTON, - JUNE 06: Demonstrators gather on 16th Street and the portion newly named Black Lives Plaza across from Lafayette Park while protesting peacefully against police brutality and racism on June 6, 2020 in Washington, DC. This is the 12th day of protests with thousands of people descending on the city to peacefully demonstrate in the wake of the death of George Floyd, a black man, who died while in police custody in Minneapolis on May 25.   Win McNamee/Getty Images/AFP
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US-Proteste: 10.000 Demonstranten in Washington
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Die Truppe habe Abstand gehalten und Schutzausrüstung getragen, wo es praktisch möglich gewesen sei, hieß es von der Nationalgarde weiter. Experten befürchten angesichts der landesweiten Proteste eine weitere Ausbreitung des Virus. US-Medien gehen aber davon aus, dass die Zahl der Fälle unter den Einsatzkräften eher gering sein dürfte. Bei den Massenprotesten von Zehntausenden wurden die Abstandsregeln oft nicht wie vorgeschrieben eingehalten. Bei den Demonstrationen in Washington trugen die meisten Teilnehmer zwar Schutzmasken, viele Einsatzkräfte aber nicht.

Gleichzeitig gibt es in einigen US-Staaten neue Ausbrüche mit teilweise stark ansteigender Anzahl von Infektionen. Die renommierte Johns-Hopkins-Universität in Baltimore berichtete von einer deutlichen Tendenz einer Reihe von Staaten - darunter unter anderem Arizona, Utah, Arkansas, South Carolina und Nevada im Süden des Landes. In einstigen Brennpunkten wie New York und seinen Nachbarregionen gehen die Zahlen aber weiterhin zurück.

Die „Washington Post“ bringt die besorgniserregende Entwicklung mit zahlreichen Poolpartys und anderen Treffen seit dem Feiertag „Memorial Day“ Ende Mai in Verbindung. Laut Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der offiziellen Corona-Fälle in den USA bei etwa zwei Millionen - mehr als 112.000 sind demnach an dem Virus gestorben. Das sind weit mehr als in jedem anderen Land. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder auf die schnelle Öffnung von Staaten zur Stärkung der Wirtschaft gedrungen. Auch am Mittwoch forderte er via Twitter eine schnellere Öffnung New Yorks, das einen relativ vorsichtigen Stufen-Plan verfolgt.

Reformwille nach Massendemonstrationen

Indessen hat der Tod von George Floyd nicht nur Großdemonstrationen ausgelöst, sondern auch eine Debatte über Polizeireformen in den USA. Die Forderung, der Polizei finanzielle Mittel zu entziehen und diese in soziale und andere Projekte zu stecken, findet unter Demonstranten viel Zuspruch. US-Präsident Donald Trump ist strikter Gegner dieser Idee und preist die Polizei bei jeder Gelegenheit.


NEW YORK, NEW YORK - MAY 28: New York Governor Andrew Cuomo is joined by Rosie Perez and Chris Rock at a press conference where the two performers helped to promote coronavirus testing, social distancing and the use of a face mask on May 28, 2020 in New York City. The news conference was held at the Madison Square Boys and Girls Club in the Flatbush, Brooklyn neighborhood, one of the hardest hit by Covid-19 in New York City.   Spencer Platt/Getty Images/AFP
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Würgegriff verboten: George Floyds Tod stößt viele Veränderungen an
Der brutale Tod von George Floyd wird für immer Teil der US-Geschichte sein. Innerhalb kurzer Zeit hat sein Schicksal Millionen Menschen berührt und zu konkreten Veränderungen geführt.

Auch führende Demokraten wollen die Finanzierung nicht einschränken. „Die bessere Antwort besteht darin, den Polizeibehörden die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie für die Umsetzung sinnvoller Reformen benötigen“ und weitere Finanzierung von der Umsetzung der Reformen abhängig zu machen, schrieb Biden in einem Meinungsartikel für die Zeitung „USA Today“. Zu den Forderungen gehören unter anderem das Verbot von Würgegriffen, die konsequente Verfolgung von Verbrechen durch Polizisten und verbessertes Training der Beamten in Bezug auf ethnische und religiöse Vorurteile.

Tat doch vorsätzlich?

Ein neuer Bericht von CBS News deutet derweil darauf hin, dass George Floyd und der mittlerweile des Mordes zweiten Grades beschuldigte Polizist sich möglicherweise vor der Tat zumindest beiläufig gekannt haben könnten.

Dem Angestellten eines Nachtklubs zufolge hätten sowohl Floyd als auch der nun angeklagte Polizist Derek Chauvin im gleichen Zeitraum als Sicherheitsmänner in dem Lokal gearbeitet. Dort sei es zwischen den beiden des Öfteren zu Zerwürfnissen gekommen. Chauvin habe sich anderen Angestellten gegenüber häufig aggressiv benommen.

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Auch George Floyds Familie vertritt die Meinung, dass die Tat am 25. Mai zumindest in Teilen aus persönlichen Motiven geschah. Der Anwalt der Familie versucht zu erreichen, dass Chauvin mit Mord ersten Grades - also unter Vorsatz - angeklagt wird, da er und die Familie glauben, dass sich Täter und Opfer gekannt haben.


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