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US-Milliardär Epstein wegen Frauenhandel festgenommen
International 2 3 Min. 09.07.2019

US-Milliardär Epstein wegen Frauenhandel festgenommen

Der Staatsanwalt des Southern District of New York Geoffrey Berman spricht bei einer Pressekonferenz über die schwerwiegenden Vorwürfe gegen Jeffrey Epstein.

US-Milliardär Epstein wegen Frauenhandel festgenommen

Der Staatsanwalt des Southern District of New York Geoffrey Berman spricht bei einer Pressekonferenz über die schwerwiegenden Vorwürfe gegen Jeffrey Epstein.
Foto: AFP
International 2 3 Min. 09.07.2019

US-Milliardär Epstein wegen Frauenhandel festgenommen

Eigentlich schien der Fall Jeffrey Epstein nach einem Deal schon zu den Akten gelegt. Doch Gerüchte, dass der Milliardär jahrelang minderjährige Mädchen missbraucht haben soll, schwelten weiter.

(dpa/SC) - Dutzende minderjährige Mädchen soll der US-Milliardär Jeffrey Epstein laut Vorwürfen der New Yorker Staatsanwaltschaft missbraucht haben. Der 66-Jährige habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Anklageschrift.

Einige der Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz mit. Sie seien mit großen Summen Bargeld angelockt und dazu verleitet worden, weitere minderjährige Mädchen heranzuschaffen.

Eine undatierte Aufnahme von Milliardär Jeffrey Epstein.
Eine undatierte Aufnahme von Milliardär Jeffrey Epstein.
Foto: AFP PHOTO / PALM BEACH COUNTY SHERIFF'S DEPARTMENT/HANDOUT

Epstein wurde noch am Montag vor Gericht erwartet. Die Staatsanwaltschaft geht von einem hohen Fluchtrisiko aus und fordert, dass der Milliardär bis zu einem möglichen Prozessbeginn hinter Gittern bleiben soll. Auf die Anklagepunkte steht eine Höchststrafe von 45 Jahren Gefängnis.

Epstein war am Samstagabend am Teterboro Flughafen im US-Bundesstaat New Jersey festgenommen worden. Ermittler hatten am Wochenende zudem sein Anwesen in Manhattan durchsucht und dabei unter anderem "Nacktfotos, die aussehen, als zeigten sie minderjährige Mädchen" sichergestellt, sagte der New Yorker Staatsanwalt Geoffrey Berman bei der Pressekonferenz.

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Es ist nicht das erste Verfahren gegen Epstein, der in der Vergangenheit Beziehungen zu zahlreichen Prominenten wie Donald Trump, Bill Clinton und dem britischen Prinzen Andrew pflegte. Eine Staatsanwaltschaft in Florida war 2008 einen umstrittenen Deal mit Epstein eingegangen. Er bekannte sich schuldig, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben, und saß eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab. Im Gegenzug wurde ihm ein Verfahren vor einem Bundesgericht erspart. Mehrere Frauen hatten ihm Missbrauch vorgeworfen.


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Allein in Palm Beach sollen 40 minderjährige Mädchen Epstein zum Opfer gefallen sein. Sie sollen ihm von anderen Frauen zugeführt worden sein, die sowohl in den USA als auch in Osteuropa rekrutiert wurden. Epstein traf die Frauen in seinen Anwesen in Palm Beach, New Mexico und auf einer privaten Karibikinsel, wo er sie zum Sex nötigte.  

Unter anderem aufgrund von Journalistenrecherchen nahm die New Yorker Staatsanwaltschaft die Ermittlungen nun aber wieder auf. An den Deal mit der Staatsanwaltschaft in Florida sei die New Yorker Staatsanwaltschaft nicht gebunden, sagte Berman. Der 1953 in New York geborene Epstein hat sein Vermögen vor allem als Investmentbanker gemacht.

Demokraten fordern Rücktritt von Arbeitsminister wegen Epstein

Die US-Demokraten fordern wegen der neuen Vorwürfe gegen den US-Unternehmer Jeffrey Epstein den Rücktritt von Arbeitsminister Alexander Acosta.

Epstein hätte schon vor Jahren im Gefängnis sitzen können, wenn Acosta als damaliger Staatsanwalt in Florida nicht einen Deal mit ihm ausgemacht hätte, erklärte der demokratische Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, am Dienstag. Der Minister müsse deswegen von seinem Posten zurücktreten, forderte er.

Epstein entging 2008 einem Bundesverfahren wegen Missbrauchsanschuldigungen, weil er einen Deal mit der Staatsanwaltschaft eingegangen war. Er bekannte sich schuldig, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben, und saß eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab. Acosta stimmte dem Deal als Staatsanwalt in Florida zu.

Der heutige Arbeitsminister schrieb am Dienstag auf Twitter, die Verbrechen, die Epstein begangen habe, seien "schrecklich". Er sei froh, dass die Ermittler in New York ein Verfahren gegen den Unternehmer vorantrieben, das auf neuen Erkenntnissen beruhe. Bei den vor mehr als einem Jahrzehnt vorliegenden Beweisen hätten die Staatsanwälte darauf bestanden, dass Epstein ins Gefängnis gehe und sich als Sexualstraftäter registriere, verteidigte sich Acosta.

Präsident Donald Trump sagte, Acosta sei ein "exzellenter" Minister, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen "fantastischen" Job gemacht habe. Er habe gehört, dass nicht nur Acosta in die damalige Entscheidung eingebunden gewesen sei, sondern viele Personen. Zugleich distanzierte sich Trump von Epstein. Er habe vor langer Zeit ein Zerwürfnis mit ihm gehabt und sei kein Fan von ihm gewesen.

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