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US-Botschaft in Jerusalem offiziell eröffnet
International 14.05.2018 Aus unserem online-Archiv

US-Botschaft in Jerusalem offiziell eröffnet

David Melech Friedman, US Botschafter in Israel, eröffnet die neue US Botschaft in Jerusalem.

US-Botschaft in Jerusalem offiziell eröffnet

David Melech Friedman, US Botschafter in Israel, eröffnet die neue US Botschaft in Jerusalem.
Foto: Ilia Yefimovich/dpa
International 14.05.2018 Aus unserem online-Archiv

US-Botschaft in Jerusalem offiziell eröffnet

Die USA haben am Montag ihre neue Botschaft in Jerusalem offiziell eröffnet. Botschafter David Friedman begrüßte rund 800 Gäste. US-Präsident Donald Trump hatte die Verlegung der Vertretung in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem beschlossen.

(dpa) - Die USA haben ihre Botschaft in Jerusalem offiziell eröffnet. "Vor 70 Jahren hat David Ben Gurion die Unabhängigkeit (des Staates Israel) erklärt", sagte US-Botschafter David Friedman am Montag in Jerusalem. "70 Jahre später gehen die Vereinigten Staaten endlich den nächsten Schritt." Dieser historische Moment sei "dem Mut einer Person" zu verdanken: US-Präsident Donald Trump. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach auf Facebook ebenfalls von "einem historischen Moment".


A Palestinian boy holding his national flag looks at clashes with Israeli security forces near the border between the Gaza Strip and Israel east of Gaza City on May 14, 2018, as Palestinians protest over the inauguration of the US embassy following its controversial move to Jerusalem.
Dozens of Palestinians were killed by Israeli fire on May 14 as tens of thousands protested and clashes erupted along the Gaza border against the US transfer of its embassy to Jerusalem, after months of global outcry, Palestinian anger and exuberant praise from Israelis over President Donald Trump's decision tossing aside decades of precedent. / AFP PHOTO / MAHMUD HAMS
37 Tote und Hunderte Verletzte bei Zusammenstößen in Gaza
Tausende Palästinenser strömen im Gazastreifen an den Grenzzaun und attackieren Soldaten. Die Armee schießt scharf. Noch bevor die US-Botschaft in Jerusalem eröffnet ist, gibt es viele Tote. Es ist der blutigste Tag seit dem Gaza-Krieg 2014.

Zu der Eröffnung waren rund 800 Gäste erwartet worden. Auch US-Finanzminister Steven Mnuchin, Präsidententochter Ivanka Trump sowie ihr Mann und Trump-Berater Jared Kushner waren eingeladen.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember in einem umstrittenen Alleingang Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt. Er kündigte die Verlegung der Botschaft von Tel Aviv in die Heilige Stadt an. Die Entscheidung wurde international scharf kritisiert. Es kam zu Unruhen in den Palästinensergebieten.

Israel hat den Ostteil Jerusalems im Sechstagekrieg 1967 erobert. Den Anspruch der Palästinenser auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen eigenen Staat Palästina lehnt Israel ab. Doch die internationale Gemeinschaft pocht darauf, dass der künftige Grenzverlauf in Verhandlungen beider Seiten geklärt wird. Dies hat auch Trump gesagt.

Massive Proteste im Gazastreifen

Auch wegen der Botschaftseröffnung kam es in den Palästinensergebieten zu massiven Protesten. Bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten wurden im Gazastreifen an der Grenze zu Israel 41 Palästinenser erschossen. Rund 1700 wurden nach den Angaben des palästinensischen Gesundheitsministerium in Gaza verletzt, davon mehrere Hundert durch Schüsse. Es ist damit der Tag mit den meisten Todesopfern seit dem Gaza-Krieg 2014.


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