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US-Außenminister: "Wollen keinen Krieg mit Iran"
US-Präsident Trump dementierte einen Bericht über eine massive Entsendung von Soldaten in die Region.

US-Außenminister: "Wollen keinen Krieg mit Iran"

AFP
US-Präsident Trump dementierte einen Bericht über eine massive Entsendung von Soldaten in die Region.
International 3 Min. 14.05.2019

US-Außenminister: "Wollen keinen Krieg mit Iran"

Die Lage in der Golfregion ist extrem angespannt. Nach dem Säbelrasseln der vergangenen Tage werden Stimmen der Vernunft laut. Aber in ihren Forderungen geben sich die USA und der Iran hart.

(dpa) - Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran haben beide Seiten beteuert, keinen Krieg zu wollen. Sowohl Washington als auch Teheran gaben sich am Dienstag aber unnachgiebig in ihren Positionen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump richtete erneut eine Warnung an den Iran. US-Außenminister Mike Pompeo sagte bei einem Besuch in Russland, dass sein Land keinen Krieg gegen den Iran wolle. „Wir wollen, dass sich der Iran wie ein normales Land verhält.“ Wenn aber amerikanische Interessen angegriffen würden, dann würden sich die USA wehren.


In this May 9, 2019, photo released by the US Navy, the Abraham Lincoln Carrier Strike Group  transits the Suez Canal. - The carrier group passed through the Suez Canal May 9, Egyptian authorities said, as the group heads towards the Gulf amid rising tensions between Washington and Tehran. (Photo by Darion Chanelle Triplett / Navy Office of Information / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / US NAVY / Mass Communication Specialist 3rd Class Darion Chanelle Triplett" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
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Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, machte am selben Tag klar, dass sein Land nicht an Verhandlungen mit den USA interessiert sei. „Weder wir wollen einen Krieg, noch wollen das die (USA), deshalb wird es den auch nicht geben“, sagte Chamenei im Staatsfernsehen. Der Iran habe im Konflikt mit den USA jedoch „den Weg des Widerstands“ gewählt, denn Verhandlungen mit Washington seien „wie ein Gift“. Am Ende werde sich der Iran durchsetzen, sagte der Ajatollah. „Wir haben den stärkeren Willen und den stärkeren Glauben“, fügte Chamenei hinzu, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

Die Spannungen zwischen den beiden Ländern hatten in den vergangenen Tagen massiv zugenommen. US-Präsident Trump hält dem Iran vor, Unruhe in der Region zu schüren und Terrorismus zu unterstützen. Das US-Verteidigungsministerium hatte zuletzt unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten entsandt und dies damit begründet, dass es Hinweise darauf habe, dass der Iran Angriffe auf US-Truppen unternehmen könne. Zu Details hielt sich die US-Regierung aber bedeckt.

Sabotageakte mit Drohnen

Angeheizt wurde die Lage zusätzlich durch Sabotageakte in der Golfregion. In Saudi-Arabien wurde am Dienstag eine der wichtigsten Ölpipelines des Landes von mit Sprengstoff beladenen Drohnen angegriffen - mutmaßlich von jemenitischen Huthi-Rebellen. Sie werden vom Iran unterstützt. Am Wochenende waren aus den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Sabotageakte an Öltankern gemeldet worden.


A picture taken on May 13, 2019 off the coast of the Gulf emirate of Fujairah shows the A. Michel tanker under the flag of the United Arab Emirates, one of the four tankers damaged in alleged "sabotage attacks" in the Gulf the previous day. - The United Arab Emirates said on May 12, 2019 that four commercial vessels of various nationalities had been targeted by acts of sabotage off the Emirati port of Fujairah. (Photo by HANDOUT / various sources / AFP) / === RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Emirati National Media Council" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS ===
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Bei dem Vorfall in Saudi-Arabien wurden Regierungsangaben zufolge zwei Pumpstationen der Ost-West-Pipeline im Zentrum des arabischen Königreiches angegriffen. Sieben Drohnen hätten Angriffe gegen wichtige Ziele in Saudi-Arabien ausgeführt, berichtete das jemenitische Medienunternehmen Al-Masirah mit Verweis auf Militärkreise der Huthis. Das Medienunternehmen steht unter Kontrolle der Rebellen. Ein Huthi-Sprecher bezeichnete die Angriffe als Vergeltungsaktion für die Angriffe Saudi-Arabiens im Jemen. Das Königreich führt im Jemen eine Militärkoalition gegen die von Teheran unterstützten Huthis an. Der Iran und das von den USA unterstützte Saudi-Arabien sind Erzfeinde.

Zentrale Pipeline

Aus Sicherheitsgründen sei der Betrieb der Pipeline in Saudi-Arabien vorläufig eingestellt worden, teilte das staatliche Energieunternehmen Saudi Aramco mit. Die sogenannte Petroline ist eine zentrale Ölpipeline in Saudi-Arabien. Über die 1200 Kilometer lange Pipeline wird Öl aus der Ost-Provinz des Landes in den Hafen Janbu am Roten Meer transportiert. Dieser Transportweg ist vor allem für den Öltransport in Richtung USA und Europa wichtig. Das staatliche Energieunternehmen Saudi Aramco teilte mit, es habe keine Opfer und nur leichte Sachschäden gegeben. Die Öl- und Gasproduktion sei demnach trotz der Stilllegung der Pipeline nicht beeinträchtigt.


A picture taken on May 13, 2019, shows the crude oil tanker, Amjad, which was one of two reported tankers that were damaged  in mysterious "sabotage attacks", off the coast of the Gulf emirate of Fujairah. - Saudi Arabia said two of its oil tankers were damaged in mysterious "sabotage attacks" in the Gulf as tensions soared in a region already shaken by a standoff between the United States and Iran. (Photo by KARIM SAHIB / AFP)
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Zu dem Vorfall in den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es bislang nur wenige Details. Die Behörden sprachen von „staatsfeindlichen Operationen“ vor der Küste des kleinen Emirats Fudschaira. Vier internationale Handelsschiffe seien beschädigt worden. Unter anderem war ein norwegischer Tanker von einem unbekannten Objekt getroffen worden, wie Fotos zeigten. Auch zwei saudische Öltanker sollen nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur WAM schwer beschädigt worden sein.

Der iranische Außenminister Dschawad Sarif warnte angesichts der Entwicklungen vor einer Eskalation. „Wir hatten es schon vorhergesehen, dass solche dubiosen Zwischenfälle passieren könnten, um Spannungen in der Region zu provozieren“, sagte er laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna.


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