Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Unverantwortlich
Kommentar International 15.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Unverantwortlich

Zaev und Tsipras beim historischen Treffen zur Beilegung des "Namensstreits" am Prespasee.

Unverantwortlich

Zaev und Tsipras beim historischen Treffen zur Beilegung des "Namensstreits" am Prespasee.
Foto: AFP
Kommentar International 15.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Unverantwortlich

Diego VELAZQUEZ
Diego VELAZQUEZ
Emmanuel Macron muss in Sachen Balkan-Erweiterung zur Vernunft kommen.

Was die EU – allen voran aber Frankreichs Emmanuel Macron – derzeit mit Nordmazedonien macht, ist schlicht unverantwortlich. In einer Region, in der Autokraten, Nationalisten und Provokateure vielerorts das Sagen haben, ist die sozialdemokratische Regierung in Skopje ein purer Glücksfall: Sie ist pro-europäisch und sucht unzweideutig die Angliederung an den Westen – dazu macht sie das Land offener, freier und demokratischer.

Und der Regierung um Premier Zoran Zaev ist jüngst ein politisches Meisterwerk gelungen, das nobelpreisverdächtig ist: Gegen alle Nationalisten des Landes hat Zaev es geschafft, den ewigen Namensstreit mit Griechenland zu lösen.


Macron war bei dem Treffen hinter den Kulissen aktiv, um noch mehr Zusagen zu erhalten.
Balkan-Erweiterung wird Chefsache
Der EU-Gipfel am Donnerstag soll über Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien und Albanien entscheiden.

Demnach ist klar: Nordmazedonien hat seine Hausaufgaben gemacht und verdient es, die Beitrittsgespräche mit der EU zu beginnen. Mehr kann die EU Nordmazedonien nicht abverlangen. Und will diese als Partner, der Demokratie und Stabilität weltweit fördert, noch halbwegs ernst genommen werden, muss Macron endlich zur Vernunft kommen und sein Veto aufheben. Ansonsten ist es mit seinem pro-europäischen Reformer-Image bald endgültig vorbei.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Emmanuel Macrons „Non“ beim jüngsten EU-Gipfel stärkt vor allem die Nationalisten auf dem Balkan.
Macron war bei dem Treffen hinter den Kulissen aktiv, um noch mehr Zusagen zu erhalten.
Tumult im mazedonischen Parlament
Die Unruhen im Parlament in sind der vorläufige Höhepunkt einer allgemeinen Schieflage des Balkan-Landes. Ein kurzer Spaziergang durch Skopje, die Hauptstadt von Mazedonien, genügt, um zu merken, dass hier etwas schiefläuft. Eine Analyse von Diego Velazquez.
Police face protesters gathered outside Macedonia's parliament after the governing Social Democrats and ethnic Albanian parties voted to elect an Albanian as parliament speaker in Skopje on April 27, 2017. 
Macedonia's opposition leader was among at least 10 people injured in parliament on April 27 after protesters stormed the building following an allegedly unfair vote for a parliamentary speaker, witnesses and local media reported. The violence erupted after around 100 protesters supporting the rival VMRO-DPMNE party entered parliament waving Macedonian flags and singing the national anthem.  / AFP PHOTO / Robert ATANASOVSKI