Wählen Sie Ihre Nachrichten​

„Underdogs“ beherrschen Republikaner-Debatte
International 07.02.2016 Aus unserem online-Archiv
US-Präsidentschaftsrennen

„Underdogs“ beherrschen Republikaner-Debatte

Marco Rubio muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er zu unerfahren für das Amt ist.
US-Präsidentschaftsrennen

„Underdogs“ beherrschen Republikaner-Debatte

Marco Rubio muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er zu unerfahren für das Amt ist.
Foto: AFP
International 07.02.2016 Aus unserem online-Archiv
US-Präsidentschaftsrennen

„Underdogs“ beherrschen Republikaner-Debatte

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Es war die „Nacht der Gouverneure“. Drei bisher abgeschlagene Bewerber im Präsidentschaftsrennen der Republikaner fordern in einer TV-Debatte die Spitzenreiter heraus. Kann einer von ihnen bei der Vorwahl in New Hampshire das Feld aufmischen?

(dpa) - Schlechte Nacht für die Spitzenreiter: Kurz vor der nächsten Vorwahl im US-Präsidentschaftsrennen in New Hampshire sind die „Underdogs“ bei den Republikanern in die Offensive gegangen. In einer TV-Debatte geriet vor allem der in der jüngsten Zeit aufgestiegene Senator Marco Rubio unter Druck: In einem Dauerfeuer hielt ihm New Jerseys Gouverneur Chris Christie Unerfahrenheit und Reden aus der Konserve vor.

Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush lieferte sich einen heftigen Schlagabtausch mit dem bisherigen Favoriten Donald Trump, der sogar einmal vom Publikum ausgebuht wurde. Für Christie und Bush geht es bei der Vorwahl am Dienstag ums Überleben. Sie müssen vor allem rasch Rubio stoppen, der versucht, sich als Alternative zu Trump und dem erzkonservativen texanischen Senator Ted Cruz zu positionieren.

Auswendig gelernte Soundbites

Christie hielt dem erst 44-jährigen Rubio vor, er habe nicht das Zeug für das höchste Amt, niemals für eine wirklich wichtige Entscheidung geradestehen müssen und sondere in erster Linie auswendig gelernte „25-Sekunden“-Soundbites ab. Bei vielen Abstimmungen im Senat habe Rubio zudem gefehlt: „Das ist nicht Führungskraft. Das ist Schwänzerei.“

Bush warf Trump im TV-Duell in New Hampshire unter anderem herzlose Praktiken als Unternehmer vor. „Wie stark ist es, einer alten Frau den Grundbesitz wegzunehmen?“, konterte er, als Trump ihm vorhielt, er versuche, sich als „starker Mann“ zu profilieren. Nach Buhrufen gegen ihn war Trump so genervt, dass er sagte, im Publikum säßen offensichtlich „Bushs Spender und Vertreter besonderer Interessen“. Er brauche deren Geld nicht.

Trump ist Favorit

Trump geht als Favorit in die Vorwahl in New Hampshire, ist aber nach seiner Niederlage gegen den erzkonservativen texanischen Senator Ted Cruz bei der ersten Vorwahl am vergangenen Montag in Iowa angeschlagen. Cruz liegt in Umfragen in New Hampshire hinter Rubio auf Platz drei, aber Gouverneur John Kasich aus Ohio sitzt ihm im Nacken. Auch Kasich, ein Realpolitiker, der beharrlich Frontalangriffe vermeidet und bewusst auf eine „positive Botschaft“ setzt, wurde gutes Abschneiden in der Debatte bescheinigt.

Nach der „Nacht der Gouverneure“ wird nun ein engeres Rennen um den dritten Platz in New Hampshire erwartet, zumal Cruz in der Debatte in Manchester mit insgesamt sieben Kandidaten auf der Bühne wenig punkten konnte. Der frühere Kinderneurochirurg Ben Carson spielte praktisch überhaupt keine Rolle.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Im Fall eines Siegs bei den Vorwahlen
Bei der jüngsten TV-Debatte der Republikaner haben Trumps Gegner zugesagt, den Milliardär zu unterstützen, sollte er die Vorwahlen gewinnen. Trauriger Höhepunkt der Veranstaltung war Trumps Verweis auf seine Penisgröße.
Republican U.S. presidential candidate Donald Trump (C) talks with rival candidates Marco Rubio (L) and Ted Cruz (R) at the conclusion of the U.S. Republican presidential candidates debate in Detroit, Michigan, March 3, 2016. REUTERS/Jim Young
Predigen und Selfies machen
Wer sich hier nicht blicken lässt, hat keine Chance. New Hampshire ist ein kleiner Bundesstaat im Osten der USA, aber wichtig im Wahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur. Wer will, kann Clinton, Trump und Co. in Endlosschleife erleben.
U.S. Democratic presidential candidate Hillary Clinton (R) is greeted by supporters and volunteers as she arrives at her campaign office in Nashua, New Hampshire, February 5, 2016.  REUTERS/Brian Snyder