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Uncle Sam in Katerstimmung
International 19 2 2 Min. 10.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach Trump-Sieg

Uncle Sam in Katerstimmung

International 19 2 2 Min. 10.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach Trump-Sieg

Uncle Sam in Katerstimmung

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Mit ungläubigem Staunen sortiert sich Amerika nach der Wahl neu. Erstmals treffen Amtsinhaber Obama und Nachfolger Trump aufeinander. In New York und anderen US-Städten demonstrieren Tausende gegen den umstrittenen Republikaner. Unser LW-Redakteur Christoph Bumb war mit einem Video in New York vor Ort.

(dpa) - Nach dem sensationellen Ausgang der US-Präsidentenwahl empfängt US-Präsident Barack Obama am Donnerstag erstmals seinen Nachfolger Donald Trump. Er lud den New Yorker Milliardär ins Weiße Haus ein. Obama sagte, ihm sei sehr an einer friedlichen Übergabe der Macht gelegen. Er gratulierte seinem Nachfolger.

Auch der unterlegenen US-Demokratin Hillary Clinton war sehr daran gelegen, das Land nach einem beispiellosen Wahlkampf zur Einigkeit aufzurufen. Vor Anhängern in New York sagte sie, die Niederlage tue zwar sehr weh. Gleichwohl biete sie dem Sieger zum Wohle der USA ihre Zusammenarbeit an.

"Not my president"

Am Mittwochabend sind Tausende Bürger von der West- bis zur Ostküste auf die Straßen gegangen. In New York City protestierten am Mittwochabend (Ortszeit) Tausende Menschen mit der Parole „Nicht mein Präsident!“ gegen den zukünftigen US-Präsidenten.

LW-Journalist Christoph Bumb, der zur Zeit noch in New York weilt, hielt den Aufmarsch im Video fest:

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Auch in Chicago, Seattle und in Kalifornien machten viele Bürger ihren Unmut über den umstrittenen Republikaner Luft. Nach Angaben des Senders CNN wurden aus mindestens sieben Städten Proteste gemeldet.

In Manhattan mischte sich der Dokumentarfilmer Michael Moore („Trumpland“) unter die Demonstranten. Am Mittwochabend postete er auf Facebook ein Video von der aufgebrachten Menschenmenge. Viele Demonstranten hatten sich auch vor dem Trump-Tower in New York versammelt. Vor dem Gebäude standen sandgefüllte Sattelschlepper zum Schutz. Die Polizei war mit massiver Präsenz vor Ort.

„New York hasst dich“, riefen die Demonstranten vor dem Hochhaus des nächsten US-Präsidenten und: „Wir lehnen den ausgesuchten Präsidenten ab.“ Auf Plakaten waren Sprüche wie „Ein Schritt nach vorne, 50 Jahre zurück“ oder „Finger weg von meiner Pussy“ zu lesen.

Zwischen Angst und Rage

Eine verschleierte Frau hielt ein Schild in die Höhe, auf dem stand: „Ich bin Muslima. Ich habe Angst.“ Die Proteste verliefen weitgehend friedlich, allerdings tauchten immer wieder Trump-Befürworter in der Menge auf und lieferten sich Schrei-Duelle mit Trump-Gegnern.

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Im nordkalifornischen Berkeley hatten mehr als 2000 Schüler am Mittwochvormittag (Ortszeit) den Unterricht ausfallen lassen. Stattdessen zogen sie mit Plakaten und lauten Rufen, begleitet von ihren Lehrern, durch die Universitätsstadt. Einige schwenkten die mexikanische Fahne und wetterten auf spanisch gegen Trump.

Schon in der Wahlnacht war es in einigen US-Städten zu Kundgebungen gekommen. US-Medien wie „USA Today“ zeigten Bilder unter anderem aus dem kalifornischen Oakland und aus Portland in Oregon. Dort blockierten Demonstranten Straßen. In einigen Fällen wurde Müll angezündet, auch US-Flaggen wurden verbrannt.

Die überwiegende Zahl der Proteste gab es in der Wahlnacht an der Westküste der USA, wo die Demokratin Hillary Clinton besonders viele Anhänger hat.

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