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UN-Sicherheitsrat erhöht Druck auf Taliban
International 2 Min. 30.08.2021
Afghanistan

UN-Sicherheitsrat erhöht Druck auf Taliban

Der UN-Sicherheitsrat fordert von den Taliban, ihre Versprechen einzuhalten.
Afghanistan

UN-Sicherheitsrat erhöht Druck auf Taliban

Der UN-Sicherheitsrat fordert von den Taliban, ihre Versprechen einzuhalten.
Foto: AFP
International 2 Min. 30.08.2021
Afghanistan

UN-Sicherheitsrat erhöht Druck auf Taliban

Der Abzug der US-Truppen aus Afghanistan steht vor dem Ende - unter extrem gefährlichen Bedingungen. Zehntausende Afghanen hoffen darauf, das Land trotzdem noch verlassen zu können. Die Weltgemeinschaft versucht, die Taliban in die Pflicht zu nehmen.

(dpa) - Der UN-Sicherheitsrat erhöht den Druck auf die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan, die Menschenrechte zu wahren und Ausreisewillige ungehindert passieren zu lassen. In seltener Einigkeit verabschiedete das mächtigste UN-Gremium am Montag eine entsprechende Resolution. Die Entscheidung fiel mit 13 Ja-Stimmen, Russland und China enthielten sich. UN-Resolutionen sind völkerrechtlich bindend.

Der Abzug der US-Truppen aus Afghanistan befindet sich unter extrem gefährlichen Bedingungen in der Endphase. Die USA wollen das Land bis Dienstag verlassen haben. Damit geht auch der militärische Evakuierungseinsatz zu Ende. Im Land befinden sich aber noch Zehntausende Menschen, die sich vor den Taliban in Sicherheit bringen wollen. Die US-Regierung und die westlichen Partner haben wiederholt betont, dass es auch nach dem Ende der militärischen Missionen die Möglichkeit geben soll, Menschen in Sicherheit zu bringen.


EDITORS NOTE: Graphic content / Taliban fighters stand on a pickup truck outside a hospital as volunteers bring injured people for treatment after two powerful explosions, which killed at least six people, outside the airport in Kabul on August 26, 2021. (Photo by WAKIL KOHSAR / AFP)
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In der Resolution, die von Großbritannien und Frankreich zusammen mit den USA und Irland vorgelegt wurde, verweist der UN-Sicherheitsrat auf die Zusagen der Taliban, dass Afghanen das Land jederzeit und auf allen möglichen Wegen ungehindert verlassen dürften. Man erwarte, „dass die Taliban diese und alle anderen Verpflichtungen einhalten“, heißt es darin.

Forderung nach Wahrung der Menschenrechte

Zugleich unterstreicht das Gremium die Forderung nach einem ungehinderten humanitären Zugang sowie nach Wahrung der Menschenrechte in Afghanistan, insbesondere „der Rechte von Frauen, Kindern und Minderheiten“. Eine zuletzt vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron ins Spiel gebrachte UN-Sicherheitszone in Kabul wird in der Resolution nicht erwähnt.

Fünf Raketen, eine trifft

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) griff am Montag erneut den Flughafen Kabul an. Nach Angaben der US-Regierung wurden fünf Raketen in Richtung des Airports abgefeuert. Drei seien außerhalb des Geländes gelandet, eine von einem Raketenabwehrsystem am Flughafen abgewehrt worden, sagte Generalmajor William Taylor am Vormittag (Ortszeit) im Pentagon. Eine weitere Rakete schlug demnach innerhalb des Flughafengeländes ein, ohne Menschen oder die Evakuierungsmission zu gefährden.


TOPSHOT - Taliban fighters patrol a street in Kabul on August 29, 2021, as suicide bomb threats hung over the final phase of the US military's airlift operation from Kabul, with President Joe Biden warning another attack was highly likely before the evacuations end. (Photo by Aamir QURESHI / AFP)
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Der in Afghanistan aktive Ableger des IS reklamierte den Raketenangriff für sich. „Soldaten des Kalifats“ hätten den Flughafen mit sechs Raketen des Typs Katjuscha angegriffen, teilte IS-Khorasan, wie der IS sich in Afghanistan und Pakistan nennt, am Montag auf der Plattform „Naschir News“ mit. Der IS, der mit den Taliban verfeindet ist, hat bereits in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Ziele in Kabul mit Raketen angegriffen.

Erst am Donnerstag waren bei einem Anschlag des IS am Flughafen mindestens 13 US-Soldaten und -soldatinnen sowie zwei Briten ums Leben gekommen. Die Angaben über die afghanischen Todesopfer schwanken, Sender wie CNN sprachen von bis zu 200 Toten.


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