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UN-Klimagipfel verlängert - Arme Staaten fordern mehr Ehrgeiz
International 2 Min. 15.12.2018

UN-Klimagipfel verlängert - Arme Staaten fordern mehr Ehrgeiz

Geht es weiter wie bisher, leben wir Ende dieses Jahrhunderts wohl in einer drei bis vier Grad wärmeren Welt.

UN-Klimagipfel verlängert - Arme Staaten fordern mehr Ehrgeiz

Geht es weiter wie bisher, leben wir Ende dieses Jahrhunderts wohl in einer drei bis vier Grad wärmeren Welt.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
International 2 Min. 15.12.2018

UN-Klimagipfel verlängert - Arme Staaten fordern mehr Ehrgeiz

Die Jahre 2015 bis 2018 waren die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch wenn Wetter nicht gleich Klima ist: Die Wissenschaft ist alarmiert wegen der Erderwärmung. Die Verhandlungen in Kattowitz verzögern sich weiter.

(dpa) - Streit über schärfere Maßnahmen gegen die Erderwärmung und weitere Konflikte haben eine Verlängerung der Weltklimakonferenz in Polen erzwungen. Die Verhandlungen der fast 200 Staaten in Kattowitz (Katowice) zogen sich durch die Nacht zum Samstag und sollten am frühen Abend enden. Nun kam die Meldung, dass es zu weiteren Verzögerungen kommt. Die abschließenden Plenarberatungen solle zunächst erst am Samstag um 18 Uhr beginnen, doch auch gegen 20 Uhr lief sie noch nicht.

Umstritten war zuletzt, ob der seit knapp zwei Wochen tagende Gipfel die Staaten ausdrücklich dazu auffordert, ihre Klimaschutzziele noch vor 2020 nachzuschärfen. Auch stand ein geplantes neues System zum globalen Handel mit Verschmutzungsrechten auf der Kippe; dieser Punkt wird möglicherweise ausgespart und vertagt.


Protesters are pictured prior to a march for the climate on sidelines of the 24th Conference of the Parties to the United Nations Framework Convention on Climate Change (COP24) summit on December 8, 2018 in Katowice, Poland. (Photo by Janek SKARZYNSKI / AFP)
UN-Klimakonferenz wird fortgesetzt
Am Freitagabend waren noch zentrale Streitpunkte der Verhandlungen der 196 Staaten und der EU in Kattowitz (Katowice) ungelöst. Voraussichtlich soll die Konferenz am frühen Samstagnachmittag enden.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze äußerte sich kurz vor Beginn der abschließenden Plenarsitzungen trotz der zähen Verhandlungen optimistisch. Gelingen könne, wie erhofft, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 in ein Regelwerk für die gesamte Welt.

In Paris war vereinbart worden, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, möglichst sogar unter 1,5 Grad. Die internationalen Zusagen zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas, bei deren Verbrennung die meisten Treibhausgase entstehen, reichen dazu aber bei Weitem nicht aus.

Ende des Jahrhunderts kann es bis zu vier Grad wärmer auf der Welt sein

Die Zeit drängt: Die Jahre 2015 bis 2018 waren nach Analysen der Weltwetterorganisation die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Und die 20 wärmsten lagen in den vergangenen 22 Jahren. Geht es weiter wie bisher, leben wir Ende dieses Jahrhunderts wohl in einer drei bis vier Grad wärmeren Welt. Die fatalen Folgen je nach Region: mehr Hitzewellen, längere Dürren sowie mehr Stürme, Starkregen und Hochwasser.

Schulze sagte, es sei schwierig gewesen, für alle Staaten die gleichen Maßstäbe zu finden. So hätten etwa Industrieländer wie Deutschland massig aktuelle Daten über ihre Emissionen, in Entwicklungsstaaten seien diese aber teilweise zuletzt vor zehn Jahren erhoben worden.

Auch Deutschland ringt derzeit darum, wie schnell die klimaschädlichen Kohlekraftwerke abgeschaltet werden sollen. Sorgenkind ist auch der Verkehr dort, wo die Emissionen im Vergleich zu 1990 nicht gesunken, sondern sogar gestiegen sind.

Fehlender Ehrgeiz vorgeworfen

Klimaschützer sowie arme und besonders von Dürren, Unwettern und steigenden Meeresspiegeln betroffene Staaten beklagten wiederholt fehlenden Ehrgeiz auf der Konferenz.


Auch die indigenen Völker sind besonders vom Klimawandel gefährdet.
Arme Staaten kritisieren Klimapolitik: "Nichts erreicht"
Die Erde erwärmt sich, Meeresspiegel steigen und bedrohen Staaten in ihrer Existenz. Vor Ende der Klimakonferenz in Polen rechnen Betroffene mit Industriestaaten ab. Klimaexpertin Sabine Minninger von "Brot für die Welt" stimmt zu.

Der nächste UN-Klimagipfel findet in Chile statt und zwar nach Angaben des dortigen Umweltministeriums entweder im Dezember 2019 oder Januar 2020. Der chilenische Präsident Sebastián Piñera freute sich bei Twitter über die „große Anerkennung“.

Ende November hatte die brasilianische Regierung ihre Kandidatur für die Ausrichtung im kommenden Jahr zurückgezogen. Der neugewählte Präsident Jair Bolsonaro, der im Januar sein Amt antritt, hatte sogar damit gedroht, wie die USA aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen.



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