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UN-Hilfskonvois für Syrien stehen bereit
International 16.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Waffenruhe festigt sich

UN-Hilfskonvois für Syrien stehen bereit

Kinder feiern auf einem zerstörten Spielplatz den letzten Tag des islamischen Opferfestes.
Waffenruhe festigt sich

UN-Hilfskonvois für Syrien stehen bereit

Kinder feiern auf einem zerstörten Spielplatz den letzten Tag des islamischen Opferfestes.
Foto: REUTERS
International 16.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Waffenruhe festigt sich

UN-Hilfskonvois für Syrien stehen bereit

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die Waffenruhe in Syrien festigt sich, aber noch dürfen die UN-Konvois mit Lebensmitteln und Medikamenten nicht starten. Hunderttausende hungrige Zivilisten hoffen derweil auf baldige Hilfe.

(dpa) - Hilfskonvois der Vereinten Nationen sowie notleidende Menschen in belagerten syrischen Städten warten weiter auf grünes Licht des Regimes in Damaskus für den Beginn der Versorgungsaktion. Während Dutzende Lastwagen mit Hilfsgütern für den von Rebellen gehaltenen Osten der Großstadt Aleppo und weitere belagerte Gebiete bereitstanden, begannen syrische Regierungstruppen am Donnerstagabend mit dem stufenweisen Abzug von Kriegsgerät und Kämpfern von der Hauptversorgungsroute (Castello-Straße) bei Aleppo.

Allerdings hatten die UN-Konvois noch keine Erlaubnis zur Weiterfahrt erhalten, sagte der UN-Syrienbeauftragte Staffan de Mistura. „Doch wir haben die Passierscheine noch nicht bekommen, dies muss sofort geschehen.“ Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte dazu am Abend im „heute Journal“, er gehe davon aus, dass die Hilfskonvois „in den nächsten Tagen“ starten würden, wenn sich die Waffenruhe weiter festige.

Syrische Regierungseinheiten begannen nach Angaben Russlands mit dem Abzug von Truppen und Gerät von der Hauptversorgungsroute bei Aleppo. Damit sollen humanitäre Hilfslieferungen erleichtert werden, sagte General Wladimir Sawtschenko am Donnerstag der russischen Agentur Ria Nowosti. Der Schritt erfolge in Übereinstimmung mit den internationalen Vereinbarungen.

Waffenruhe sieht freie Fahrt für Hilfstransporte vor

Der russische Vizeaußenminister Gennadi Gatilow sagte in Moskau, er schließe neue Syrien-Friedensgespräche zwischen Vertretern von Machthaber Baschar al-Assad und den Rebellen Ende September oder im Oktober nicht aus.

Washington und Moskau hatten am vergangenen Wochenende eine Waffenruhe für Syrien vereinbart. Hält diese für sieben Tage, wollen beide Länder zusammenarbeiten, um Militärschläge gegen den Islamischen Staat (IS) und die Miliz Dschabhat Fatah al-Scham (früher: Al-Nusra Front) vorzubereiten. Teil der Vereinbarung über die Waffenruhe ist auch, dass Menschen in Not versorgt werden. Nach UN-Angaben sind mehr als 600 000 Zivilisten von der Außenwelt abgeschnitten und grauenhaften Bedingungen ausgesetzt.

Immer noch Luftangriffe

Bei Luftangriffen auf IS-Gebiet im Osten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten unterdessen mindestens elf Zivilisten getötet worden, darunter zwei Kinder. Mehr als 30 Menschen seien bei der Bombardierung der Stadt Al-Majadin verletzt worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Es sei unklar, ob Flugzeuge der USA oder Russlands die Angriffe nahe der IS-Hochburg Dair as-Saur geflogen hätten, hieß es weiter. Das IS-Sprachrohr Amak sprach im Internet von 15 Toten und machte Moskaus Luftwaffe für die Bombardierung verantwortlich.


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