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UN-Generalsekretär Guterres: "Covid-19 bedroht die gesamte Menschheit"
International 2 Min. 25.03.2020

UN-Generalsekretär Guterres: "Covid-19 bedroht die gesamte Menschheit"

Ein "Weisshelm" beim Desinfizieren in einem syrischen Flüchtlingslager nahe der türkischen Grenze.

UN-Generalsekretär Guterres: "Covid-19 bedroht die gesamte Menschheit"

Ein "Weisshelm" beim Desinfizieren in einem syrischen Flüchtlingslager nahe der türkischen Grenze.
Foto: AFP
International 2 Min. 25.03.2020

UN-Generalsekretär Guterres: "Covid-19 bedroht die gesamte Menschheit"

Die UN wollen mit einem Notplan Millionen Bedürftige in armen Ländern schützen.

Von LW-Korrespondent Jan Dirk Herbermann (Genf)

Die Corona-Pandemie ist in fast alle Länder angekommen, die Atemwegserkrankung COVID-19 befällt immer mehr Menschen. Es ist eine Weltkrise. “Covid-19 bedroht die gesamte Menschheit”, warnte UN-Generalsekretär António Guterres am Mittwoch in New York. “Die ganze Menschheit muss kämpfen.”

Die Furcht vor einem Massensterben

Um die Anstrengungen gegen die Pandemie zu verstärken, wollen die UN mehr als zwei Milliarden US-Dollar mobilisieren. Das Geld soll einen Reaktionsplan finanzieren. Einrichtungen wie das Kinderhilfswerk Unicef oder die Weltgesundheitsorganisation erhalten die Mittel, um eine großes Ziel zu erreichen: Millionen besonders schutzbedürftiger Menschen in Krisenländern für die Pandemie zu wappnen, etwa durch bessere sanitäre Einrichtungen.

UN-Generalsekretär Guterres warnt vor einem Virus-Ausbruch im bürgerkriegsgeplagten Syrien, der ausser Kontrolle geraten könnte.
UN-Generalsekretär Guterres warnt vor einem Virus-Ausbruch im bürgerkriegsgeplagten Syrien, der ausser Kontrolle geraten könnte.
Foto: AFP

Diese Länder, von Afghanistan über Syrien bis Venezuela, liegen fast alle in den südlichen Regionen der Welt. Dort leiden die Menschen ohnehin schon unter Konflikten, Armut und Krankheiten. In vielen dieser Länder zerstörte die Gewalt die Gesundheitssysteme: Falls etwa die Corona-Pandemie in Syrien ihren Lauf nimmt, befürchten Hilfsorganisation ein Massensterben. 

„Vor allem ein Covid-19-Ausbruch im Nordwesten und Nordosten des Landes hätte verheerende Folgen“, warnt das International Rescue Committee. „In Idlib wurden seit Dezember 2019 fast eine Million Menschen vertrieben. Viele leben in verwahrlosten, überfüllten Notunterkünften, in denen die sanitären Verhältnisse katastrophal und die Vermeidung physischer Kontakte unmöglich sind.“ In Syrien wurde bereits der erste Covid-19-Fall bestätigt.


Syrian army soldiers stand guard on the M4 highway, which links the northern Syrian provinces of Aleppo and Latakia, on March 15, 2020. - Russia and Turkey launched their first joint military patrol along the key M4 highway in Syria's Idlib region, following a ceasefire agreement earlier this month, Russian news agencies reported. (Photo by - / AFP)
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Appell an Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen

Laut der Johns Hopkins Universität in den USA belief sich die globale Gesamtzahl der bestätigten Erkrankungen am Mittwoch kurz nach Mittag weltweit auf knapp 440.000. Mehr als 19.000 Infizierte sind gestorben.

Der UN-Plan läuft zunächst bis Ende des Jahres. Er könnte jedoch verlängert werden, je nach Verlauf der Pandemie. Und der Bedarf von mehr als zwei Milliarden US-Dollar könnte sich weiter erhöhen. UN-Generalsekretär Guterres appellierte eindringlich an die Mitgliedsländer, die benötigten Gelder bereit zu stellen.  

Konkret wollen die UN-Strategen folgendes erreichen: Die Testkapazitäten erhöhen, Medikamente liefern, Einrichtungen für das Händewaschen in Flüchtlingslagern installieren und Informationskampagnen über das Corona-Virus starten. 


A traffic light shows 'red' along a deserted Boulevard Saint-Michel in Paris, on March 19, 2020, as a strict lock down comes into effect to stop the spread of the COVID-19 in the country. - French President asked people to stay at home to avoid the spreading the Covid-19, saying only necessary trips would be allowed and violations would be punished. The country has already shut cafes, restaurants, schools and universities and urged people to limit their movements. (Photo by Martin BUREAU / AFP)
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In Afrika, Asien und Lateinamerika sollen Luftbrücken und Drehkreuze entstehen. Dadurch wollen die UN sicherstellen, dass überlebenswichtige Güter und die Helfer schneller an die Brennpunkte der Pandemie gelangen können.

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