Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Umstrittener Impfstoff: Belgien hält weiter an AstraZeneca fest
International 2 Min. 16.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Umstrittener Impfstoff: Belgien hält weiter an AstraZeneca fest

Belgien hält weiter an AstraZeneca fest.

Umstrittener Impfstoff: Belgien hält weiter an AstraZeneca fest

Belgien hält weiter an AstraZeneca fest.
Foto: AFP
International 2 Min. 16.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Umstrittener Impfstoff: Belgien hält weiter an AstraZeneca fest

Belgiens Position zum umstrittenen Impfstoff bleibt unverändert. Denn während mehrere Länder beschlossen haben, die von AstraZeneca gelieferten Impfstoffe auszusetzen, setzt Belgien das Vakzin weiter ein.

(jwi) - Der Oberste Gesundheitsrat (CSS) in Belgien hat seine Entscheidung nochmals bekräftigt: Die Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca wird fortgesetzt. Der Rat schließt sich damit der Meinung der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie der Europäischen Medikamentenagentur EMA an, die sich für eine Weiterführung aussprechen. Gleichzeitig stellte der Rat aber klar, der europäischen EMA zu folgen, sollte diese ihre Meinung dazu ändern. 

Denn der schwedisch-englische Impfstoff ist nicht ganz unumstritten. Hintergrund sind Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung. Nachdem viele europäischen Nachbarstaaten beschlossen hatten, die Impfungen mit dem Vakzin auszusetzen, zog auch das Großherzogtum am Montagabend nach.

In einem Interview mit dem belgischen Fernsehsender RTL Info erklärte am Montagabend der Präsident des belgischen Impfzentrums der CSS, Yves Van Laethem, in den meisten Ländern sei diese Entscheidung allerdings von politischer statt von wissenschaftlicher Seite her getroffen worden


ARCHIV - 09.03.2021, Bayern, Naila: Auf einem Tisch in einer Hausarztpraxis stehen Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca. Auch Deutschland setzt Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorsorglich aus. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag (15.03.2021) mit und verwies auf eine aktuelle Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts zu notwendigen weiteren Untersuchungen. Foto: Nicolas Armer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Impfstopp für AstraZeneca auch in Luxemburg
Nach Deutschland und Frankreich hat das Großherzogtum am Montagabend entschieden: Vorerst wird es keine Impfungen mit AstraZeneca mehr geben.

„Wir befinden uns in einer Art politischem Dominospiel. Da bei der Bevölkerung eine gewisse Angst vorherrscht, hat sich die Politik entschlossen, die Impfkampagnen auszusetzen. Doch wir haben uns entschieden, diese fortzuführen und uns eher den wissenschaftlichen Entscheidungen der Behörden anzuschließen. Ich hoffe, dass die Bevölkerung versteht, dass es in ihrem Interesse ist, sich impfen zu lassen“, erklärte Van Laethem. 

Abwägung von Nutzen und Risiko

Die EMA untersuche derzeit die aufgetretenen Fälle, habe aber bereits darauf hingewiesen, dass es in der Bevölkerung nicht mehr Thrombosen zu geben scheine als normal. „Bei denjenigen, die sich bisher mit Covid-19 infiziert haben und erkrankten, kommt es häufiger zu Blutgerinnsel“, fügte er hinzu und betonte erneut, dass es eine Frage der Abwägung von Nutzen und Risiko sei.

Mehrere europäische Länder, darunter Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Luxemburg, haben die Verabreichung des Impfstoffs von AstraZeneca als Vorsichtsmaßnahme ausgesetzt


(FILES) This file photo taken on November 17, 2020 in London shows vials with Covid-19 Vaccine stickers attached and syringes with the logo of US pharmaceutical company Johnson & Johnson. - The European Medicines Agency said on March 9, 2021 that it is set to decide whether to authorise Johnson & Johnson's Janssen single-shot coronavirus vaccine for the EU on March 11. If approved by the Amsterdam-based regulator, the vaccine would be the fourth to get the green light for the 27-nation bloc, in a boost for its slow-starting vaccination programme. (Photo by JUSTIN TALLIS / AFP)
Johnson&Johnson: Grünes Licht für vierten Impfstoff
Die europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt eine bedingte Zulassung für Johnson & Johnson.

Denn bei der Analyse gebe es eine auffällige Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Thrombosen in Hirnvenen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit AstraZeneca. Die EMA untersucht diese Vorfälle weiterhin. 

Der europäische Ausschuss für Risikobewertung wird seine Analyse am Dienstag fortsetzen und am Donnerstag in einer außerordentlichen Sitzung abschließen.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Rückschlag für die Impfkampagne in Deutschland: Nach den Behörden einiger anderer europäischer Staaten hält auch die Bundesregierung einen vorläufigen Stopp für den Impfstoff von AstraZeneca für geboten.
15.03.2021, Berlin: Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, äußert sich auf einer Pressekonferenz zur Aussetzung des Corona-Impfstoffs Astrazeneca.  Auch Deutschland setzt Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorsorglich aus. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++