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Umstrittener Aalster Karneval erneut mit Judenklischees
International 24.02.2020

Umstrittener Aalster Karneval erneut mit Judenklischees

Der Karneval in Aalst war bereits 2019 wegen Antisemitismus-Vorwürfen von der Liste des immateriellen Weltkulturerbes der Unesco gestrichen worden.

Umstrittener Aalster Karneval erneut mit Judenklischees

Der Karneval in Aalst war bereits 2019 wegen Antisemitismus-Vorwürfen von der Liste des immateriellen Weltkulturerbes der Unesco gestrichen worden.
Foto: AFP/Juliette Bruynseels
International 24.02.2020

Umstrittener Aalster Karneval erneut mit Judenklischees

Auf der Karnevalsfeier im flämischen Aalst waren unter anderem Karikaturen orthodoxer Juden, zwischen denen Goldbarren liegen, zu sehen. Es ist nicht das erste Mal.

(dpa) - Der Straßenkarneval im belgischen Aalst ist am Sonntag gestartet, ungeachtet israelischen Protests gegen antisemitische Darstellungen dabei. Zu sehen waren unter anderem Karikaturen orthodoxer Juden, zwischen denen Goldbarren liegen, sowie als orthodoxe Juden verkleidete Teilnehmer. Schon im vergangenen Jahr gab es Kritik an der traditionellen Parade, nachdem auf Umzugswagen judenfeindlichen Klischees abgebildet waren, wie etwa auf Geldsäcken sitzende Männer mit Schläfenlocken und Hakennasen.


Der "Stürmer" hätte es - bis auf die rosa Jackets - vor 80 Jahren nicht besser hinbekommen: Der Karnevalswagen von "De Vismooil'n" in Aalst.
Antisemitismus-Vorwurf: Karneval in Aalst nicht mehr Kulturerbe
Ein Mottowagen beim Aalster Straßenkarneval, der klischeehafte Judenfiguren in Zusammenhang mit Geldgier brachte, sorgte im März für internationales Aufsehen. Das kostete die Stadt ihren Unesco-Eintrag.

Vor dem diesjährigen Umzug hatte Israels Außenminister Israel Katz Belgien aufgefordert, die Festlichkeiten zu verbieten. „Belgien als westliche Demokratie sollte sich dafür schämen, eine solch giftige antisemitische Darstellung zu erlauben“, hatte Katz am Donnerstag auf Twitter geschrieben. Auch Europaabgeordnete hatten im Vorfeld an Aalst appelliert, diesmal jede Art von Hassbotschaft zu unterbinden.

Aalsts Bürgermeister Christoph D'haese hat die Anwohner vor dem Umzug aufgerufen, „nicht um des Verletzens willen zu verletzen“. Gegenüber der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“ sagte er, Karneval sei „ein spezieller Kontext“ und „Humor eine wichtige Äußerung in einer freien Gesellschaft“.

 Wie andere Narrenfeste der Region geht auch der Umzug in der Karnevalshochburg Aalst auf die Tradition zurück, mit Karikatur und Satire politische Kritik zu üben. Wegen wiederkehrender rassistischer und judenfeindlicher Darstellungen hat der Aalster Karneval 2019 seinen Status als Weltkulturerbe eingebüßt.

Auch eine Jesus-Figur war Teil der Karnevalsparade in Aalst.
Auch eine Jesus-Figur war Teil der Karnevalsparade in Aalst.
Foto: AFP/Juliette Bruynseels

Am Sonntag waren auch Karnevalisten zu sehen, die als „UNESCO“ verkleidet den Umzug begleiteten.


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