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Überschwemmungen in Japan: Hunderttausende müssen fliehen
International 1 05.07.2020

Überschwemmungen in Japan: Hunderttausende müssen fliehen

Der Fluss Kuma in der Präfektur Kumamoto trat über die Ufer.

Überschwemmungen in Japan: Hunderttausende müssen fliehen

Der Fluss Kuma in der Präfektur Kumamoto trat über die Ufer.
Foto: AFP
International 1 05.07.2020

Überschwemmungen in Japan: Hunderttausende müssen fliehen

Erneut leidet Japan unter den Naturgewalten. Sintflutartige Regenfälle sorgen im Südwesten für massive Überflutungen und Schäden. Es gibt mehr als 16 Tote.

(dpa) - Die Zahl der Opfer bei den schweren Unwettern im Südwesten Japans ist weiter gestiegen. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Sonntag berichtete, kamen mindestens 16 Menschen ums Leben. Weitere 17 Menschen in der Provinz Kumamoto seien mit „Herz- und Atemstillstand“ diagnostiziert worden. Dies ist eine in Japan oft benutzte Formulierung, bevor der Tod von Menschen amtlich bestätigt wird. 13 Menschen würden noch vermisst. 

Unterdessen gingen die Bergungsarbeiten weiter. Massiver Regen hatte in weiten Gebieten der Provinzen Kumamoto und Kagoshima auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu schwere Überflutungen und Erdrutsche ausgelöst.

Die Behörden forderten am Samstag mehr als 200.000 Menschen auf, ihre Häuser zu verlassen und Schutzräume aufzusuchen.

Ganze Wohngebiete standen unter Wasser, Teile von Häusern wurden fortgeschwemmt, Bäume entwurzelt. Auf Luftaufnahmen des japanischen Fernsehens waren von schlammigem Wasser überschwemmte Wohnhäuser, Straßen, Autos und Teile einer Brücke zu sehen. Zwei in der schwer betroffenen Provinz Kumamoto aus einem Erdrutsch geborgene Menschen zeigten keinerlei Lebensanzeichen, wie lokale Medien meldeten. Zu mehreren Bewohnern überschwemmter Städte gebe es keinen Kontakt, hieß es.

Die schweren Niederschläge ließen unter anderem den Fluß Kuma in Kumamoto über die Ufer treten und führten zu schweren Überflutungen. Stellenweise gingen Erdrutsche nieder. Das Militär wurde zur Hilfe gerufen, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. Die Meteorologische Behörde in Tokio gab für viele Regionen die höchste Warnstufe aus.

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Der japanische Regierungschef Shinzo Abe kündigte bei einer Notfallsitzung die Entsendung von rund 10.000 Soldaten in die Katastrophenregion an. Zudem sollen die betroffenen Menschen mit Notfallgütern versorgt werden. Die Regenfront drohte bis Sonntag auch Teile im Westen Japans mit heftigen Niederschlägen heimzusuchen.


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