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Türkisches Militär setzt Bodenoffensive in Nordsyrien fort
International 13 2 Min. 10.10.2019

Türkisches Militär setzt Bodenoffensive in Nordsyrien fort

Türkisches Militär setzt Bodenoffensive in Nordsyrien fort

AFP
International 13 2 Min. 10.10.2019

Türkisches Militär setzt Bodenoffensive in Nordsyrien fort

Nun soll der Sicherheitsrat ran. Doch kaum jemand erwartet, dass er den Vormarsch der türkischen Soldaten in Syrien stoppt. Die bedrängten Kurden stellen sich den Angreifern entgegen.

(dpa) - Das türkische Militär hat seine Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien in der Nacht fortgesetzt. In einem Tweet des Verteidigungsministeriums in Ankara vom frühen Donnerstagmorgen hieß es, „die heldenhaften Soldaten“ rückten mit der „Operation Friedensquelle“ im Osten des Flusses Euphrat weiter vor.


TOPSHOT - Smoke billows following Turkish bombardment on Syria's northeastern town of Ras al-Ain in the Hasakeh province along the Turkish border on October 9, 2019. - Turkey launched an assault on Kurdish forces in northern Syria with air strikes and explosions reported along the border. President Recep Tayyip Erdogan announced the start of the attack on Twitter, labelling it "Operation Peace Spring". (Photo by Delil SOULEIMAN / AFP)
Türkei beginnt Militäroffensive - erste Tote
Präsident Erdogan gibt den Befehl für die lang geplante Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien. Kurz darauf gibt es Berichte über Menschen auf der Flucht - und erste Tote.

Die Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete: „Die türkischen Truppen und ihre Alliierten haben es nicht geschafft, über Nacht in eine Stadt nahe der Grenze zur Türkei einzudringen.“ Derzeit würden die Außenbezirke des Ortes Tall Abjad beschossen, es ist ein Einfallstor der Offensive.

Bewohner der Stadt sagten der Deutschen Presse-Agentur, dass einige Zivilisten von den kurdischen Kämpfern an der Flucht aus der Stadt gehindert worden seien. „Sie (die Kurden) wollen sie als menschliche Schilde benutzen“, sagte ein Bewohner, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Die von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) meldeten am frühen Donnerstagmorgen, dass sie einen Angriff „türkischer Truppen und ihrer Alliierter“ auf die Stadt Ain Issa zurückgeschlagen hätten. Die liegt rund 35 Kilometer von Tall Abjad entfernt. Das türkische Militär wird unterstützt von syrischen Rebellen. Die SDF gab an, es habe unter den Gegnern Opfer gegeben. Ain Issa stehe weiter unter Beschuss.

Der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge haben Artillerie-Einheiten im Morgengrauen von der türkischen Seite der Grenze aus auch den Beschuss der Stadt Ras al-Ain fortgesetzt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den Beginn des lange geplanten Militäreinsatzes am Mittwochnachmittag per Twitter bekanntgegeben. In den ersten Stunden der türkischen Angriffe waren nach Angaben von Aktivisten mindestens 15 Menschen getötet worden. Unter den acht zivilen Opfern seien auch zwei Kinder.

Der Einsatz stößt international auf scharfe Kritik. Regierungen und Institutionen fordern den sofortigen Stopp. Am Donnerstagvormittag (Ortszeit) will sich der UN-Sicherheitsrat in New York mit dem Vorgehen der Türkei beschäftigen. Deutschland habe im Auftrag der fünf EU-Mitgliedsländer des Rates - neben Deutschland sind das Polen, Belgien, Frankreich und Großbritannien - beantragt, dass das Thema in einer Sitzung angesprochen werde, hieß es aus Diplomatenkreisen.


Mitgliedre einer Syrischen Kurdenmiliz protestierten gegen Trumps Ankündigung.
Verrat an den Kurden: Trump bringt Republikaner gegen sich auf
Überraschend verkündet Donald Trump den Abzug amerikanischer Soldaten aus dem syrischen Grenzgebiet zur Türkei. Selbst Parteikollegen gehen den Präsidenten scharf an.

Ziel der Offensive ist die Kurdenmiliz YPG, die auf syrischer Seite der Grenze ein großes Gebiet kontrolliert. Die Türkei sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei und damit eine Terrororganisation.

Sie will entlang der Grenze eine sogenannte Sicherheitszone einrichten und dort auch syrische Flüchtlinge ansiedeln, die derzeit in der Türkei leben.


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