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Türkisches Militär bestätigt: Mindestens 13 Soldaten bei Anschlag in der Türkei getötet
International 17.12.2016 Aus unserem online-Archiv

Türkisches Militär bestätigt: Mindestens 13 Soldaten bei Anschlag in der Türkei getötet

Menschen flüchten unmittelbar nach der Explosion in der zentraltürkischen Stadt Kayseri.

Türkisches Militär bestätigt: Mindestens 13 Soldaten bei Anschlag in der Türkei getötet

Menschen flüchten unmittelbar nach der Explosion in der zentraltürkischen Stadt Kayseri.
Foto: Reuters
International 17.12.2016 Aus unserem online-Archiv

Türkisches Militär bestätigt: Mindestens 13 Soldaten bei Anschlag in der Türkei getötet

Christoph BUMB
Christoph BUMB
Dutzende Tote in Istanbul, wo die Polizei das Ziel des Anschlags ist. Eine Woche später der nächste schwere Anschlag in Kayseri, diesmal trifft es Soldaten. Der Terror in der Türkei nimmt kein Ende.

(dpa) - Eine Woche nach dem verheerenden Doppelanschlag von Istanbul sind bei einem Autobombenanschlag in der zentraltürkischen Stadt Kayseri mindestens 13 Soldaten getötet worden. 48 weitere Soldaten seien verwundet worden, teilte das Militär mit. Innenminister Süleyman Soylu sprach bei einem Besuch in Kayseri von insgesamt 55 Verletzten, darunter seien sechs Schwerverletzte.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete unter Berufung auf den Provinzgouverneur, ein Selbstmordattentäter habe die Autobombe neben einem Bus mit Soldaten gezündet. Der Sender NTV berichtete, die Soldaten seien in ihrer Freizeit auf dem Weg zum Einkaufen gewesen.

Präsident Erdogan bekräftigt "nationale Mobilmachung"

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Ähnliche Anschläge hat in den vergangenen Monaten vor allem die TAK verübt, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. 

Die türkische Regierung vermutet die PKK auch hinter diesem Terroranschlag. Derzeit deuteten alle Anzeichen auf eine Urheberschaft der PKK hin, sagte Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus am Samstag dem türkischen Sender NTV. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan teilte mit, das gesamte Land sei im Visier von Terrororganisationen. Die Anschläge gälten nicht nur Soldaten und Polizisten, „sondern allen unseren 79 Millionen Bürgern“. Terrorgruppen griffen die Türkei gemeinschaftlich an.

Erdogan nahm ausdrücklich Bezug auf die „separatistische Terrororganisation“, womit er die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK umschreibt. Alle Terrorgruppen würden „im Geiste der nationalen Mobilmachung“ bekämpft werden, kündigte er an.

Foto: Reuters

Die Verantwortung für den Doppelanschlag in Istanbul mit mindestens 44 Toten - darunter 36 Polizisten - am Samstagabend vergangener Woche hatte die TAK übernommen. Danach hatte Erdogan eine „nationale Mobilmachung“ ausrufen und alle Bürger dazu aufgerufen, Verdächtige und potenzielle Unterstützer von Terroristen anzuzeigen.

Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP verurteilte das Anschlag auf das Schärfste. Nach dem Anschlag von Istanbul hatten die Behörden zahlreiche HDP-Funktionäre festgenommen. Zwölf HDP-Abgeordnete saßen bereits zuvor unter Terrorverdacht in Untersuchungshaft.

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