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Türkei sagt stark steigende Flüchtlingszahlen voraus
International 07.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Türkei sagt stark steigende Flüchtlingszahlen voraus

Die griechische Polizei hält Flüchtlinge an der türkischen Grenze mit Wasserwerfern zurück.

Türkei sagt stark steigende Flüchtlingszahlen voraus

Die griechische Polizei hält Flüchtlinge an der türkischen Grenze mit Wasserwerfern zurück.
Foto: AFP
International 07.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Türkei sagt stark steigende Flüchtlingszahlen voraus

Nach Darstellung der Türkei sollen seit der Öffnung der Grenze mehr als 143 000 Menschen Griechenland erreicht haben. Die Zahl werde schon bald stark steigen, sagte der türkische Innenminister.

(dpa) - Seit der von der Türkei verkündeten Öffnung der Grenzen zur EU sollen nach Darstellung des türkischen Innenministers Süleyman Soylu mehr als 143 000 Menschen Griechenland erreicht haben. Die Zahl werde schon bald stark steigen, sagte er am Samstag vor Journalisten in der osttürkischen Stadt Elazig. „Das ist erst der Anfang. Sie sollten sehen, was als nächstes passieren wird. Was bislang geschehen ist, ist nichts“, ergänzte er.

Die von Soylu genannte Zahl ist nicht zu verifizieren und sehr viel größer als die Angaben aus Griechenland. Eine so große Anzahl Menschen wäre für griechische Medien, die entlang der Grenze berichten, auch kaum zu übersehen gewesen. Auf griechischer Seite war seit dem Wochenende von weniger als 100 Menschen die Rede, die festgenommen wurden, und von rund 37 000 illegalen Grenzübertritten, die in den vergangenen sieben Tagen verhindert worden seien.


Migrants walk away from the Turkey-Greece border buffer zone near Pazarkule crossing gate in Edirne, on March 7, 2020, during clashes between Greek police and migrants trying to cross to the Greek side. - Greece plans to build two new temporary camps to house hundreds of additional asylum seekers who arrived after a surge enabled by Turkey, the migration minister said Saturday. (Photo by Ozan KOSE / AFP)
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"Flüchtlingspakt ist tot"

Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis sei nicht in der Lage, die Grenze geschlossen zu halten, sagte Soylu als Reaktion auf dessen Äußerung, der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei sei tot. Zudem hatte Mitsotakis der Türkei in einem CNN-Interview vorgeworfen, Flüchtlinge und Migranten als politische Bauernopfer zu benutzen, um die eigenen politischen Interessen zu verfolgen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ließ diese Behauptung über seinen Sprecher kategorisch zurückweisen. Vielmehr habe die EU ihre Zusagen nicht eingehalten.

Tausende Menschen auf dem Weg zur Grenze

Erdogan hatte am vergangenen Samstag gesagt, die Grenzen seien offen, denn die Türkei könne so viele Flüchtlinge nicht versorgen. Das Land hat mehr als 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Außerdem leben in der Türkei viele Flüchtlinge und andere Migranten aus Afghanistan und anderen Ländern. Auf Erdogans Ankündigung hin hatten sich Tausende Menschen auf den Weg zur griechisch-türkischen Grenze gemacht.


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