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Türkei: Lebenslänglich für Dutzende mutmaßliche Putschisten
International 26.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Türkei: Lebenslänglich für Dutzende mutmaßliche Putschisten

Türkische Soldaten vor einem Gerichtsgebäude in Istanbul.

Türkei: Lebenslänglich für Dutzende mutmaßliche Putschisten

Türkische Soldaten vor einem Gerichtsgebäude in Istanbul.
Foto: AFP
International 26.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Türkei: Lebenslänglich für Dutzende mutmaßliche Putschisten

In einem weitere Massenprozess wurden mutmaßliche Beteiligte am Putschversuch im Juli 2016 zu hohen Strafen verurteilt.

(dpa) - Knapp drei Jahre nach dem Putschversuch in der Türkei hat ein Gericht erneut gegen Dutzende Menschen lebenslange Haftstrafen verhängt. In der Hauptstadt Ankara seien am Mittwoch 19 Menschen zu Haft unter erschwerten Bedingungen verurteilt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. 28 Männer bekamen demnach einfache lebenslange Haft. Zusätzlich schickte das Gericht 113 weitere Verdächtige für sieben bis 13 Jahre hinter Gitter. 94 Verdächtige seien freigesprochen worden.

Es dürfte sich bei vielen oder allen Verurteilten um Soldaten gehandelt haben. Bei dem Urteil sei es um Vorgänge in der Putsch-Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 in einer Militärakademie gegangen, berichtete Anadolu weiter. Unter den Verurteilten sei der damalige Direktor.


HANDOUT - 04.06.2012, ---: ARCHIV - Murat Arslan, Mitglied des Verfassungsgerichts der Türkei und Vorsitzender der inzwischen verbotenen Union der türkischen Richter und Staatsanwälte (undatiertes Foto). (zu dpa "Zehn Jahre Haft für Menschenrechtspreisträger in der Türkei" am 18.01.2019) Foto: ---/MEDEL/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
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Der "Groupement des Magistrats Luxembourgeois" verurteilt die in seinen Augen willkürliche und unbegründete zehnjährige Haftstrafe, die gegen einen Richter in Ankara verhängt wurde.

Erst vor einer Woche hatte ein Gericht in Ankara in einem Massenprozess rund 150 Soldaten zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt - unter ihnen Ex-Top-Militärs wie der damalige Kommandeur der türkischen Luftwaffe, Akin Öztürk.

Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan macht für den vereitelten Coup den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen verantwortlich. Gülen hat das zurückgewiesen. Der türkischen Regierung zufolge hat Gülen systematisch staatliche Institutionen wie das Militär, die Polizei, Ministerien und die Justiz infiltrieren lassen.

Bis heute geht die Regierung gegen die Gülen-Bewegung, aber auch gegen Oppositionelle scharf vor. Zehntausende Menschen wurden aus dem Staatsdienst entlassen. Nach Erdogans Angaben sitzen zurzeit mehr als 30 000 mutmaßliche Gülen-Anhänger in Gefängnissen.


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