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Türkei erlässt „Reisewarnung“ für Deutschland
International 10.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Krise eskaliert

Türkei erlässt „Reisewarnung“ für Deutschland

Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei von Recep Tayyip Erdogan verschlechtern sich weiter.
Krise eskaliert

Türkei erlässt „Reisewarnung“ für Deutschland

Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei von Recep Tayyip Erdogan verschlechtern sich weiter.
Foto: AFP
International 10.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Krise eskaliert

Türkei erlässt „Reisewarnung“ für Deutschland

Laurent SCHÜSSLER
Laurent SCHÜSSLER
Reisewarnungen für andere Länder sind in der Türkei eigentlich unüblich. Doch im Streit mit Deutschland zückt Ankara nun diese Karte - und warnt Türken vor Rassismus und Willkür.

(dpa) - Die türkische Regierung hat eine „Reisewarnung“ für Deutschland erlassen. In der am Samstag veröffentlichten „Reisewarnung für die Bundesrepublik Deutschland“ ruft das türkische Außenministerium in Deutschland lebende oder dorthin reisende Türken zur „Vorsicht“ auf.

Das türkische Außenministerium warnt in seinem Text vor „wahrscheinlicher fremdenfeindlicher und rassistischer Behandlung, Verhalten und Verbalangriffen“ gegenüber Türken. Sie sollten sich in Deutschland „nicht auf politische Debatten einlassen“. In seiner „Reisewarnung“ moniert das türkische Außenministerium zudem, dass türkische Bürger bei der Einreise nach Deutschland besonders auf Flughäfen von Sicherheits- und Zollbehörden „willkürlich hingehalten, befragt und respektlos behandelt“ würden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Ankara mit deutlicher Kritik entgegengetreten. „Zu uns kann jeder türkische Staatsbürger reisen. Bei uns wird kein Journalist verhaftet, kein Journalist in Untersuchungshaft gesteckt, bei uns herrscht Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit. Und darauf sind wir stolz“, sagte sie am Sonntag. Merkel kritisierte dabei erneut den Umgang der Türkei mit dem dort inhaftierten Journalisten Deniz Yücel. „Er sitzt nach unserer Meinung völlig unbegründeterweise im Gefängnis“, sagte Merkel. „So wie mindestens elf andere Deutsche.“


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