Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Trump zurückhaltend: Nordkorea provoziert mit neuem Raketentest
Südkorea reagierte schnell und feuerte drei Raketen ins Meer.

Trump zurückhaltend: Nordkorea provoziert mit neuem Raketentest

AFP
Südkorea reagierte schnell und feuerte drei Raketen ins Meer.
International 29.11.2017

Trump zurückhaltend: Nordkorea provoziert mit neuem Raketentest

Teddy JAANS
Teddy JAANS
So hoch ist noch keine nordkoreanische Rakete geflogen - und bedroht damit potenziell die USA. Doch US-Präsident Trump reagiert eher zugeknöpft. Südkoreas Präsident warnt vor einer Eskalation.

(dpa) - Nordkorea hat seine bisher weitreichendste Interkontinentalrakete getestet, die möglicherweise bis in die USA fliegen könnte. Nach einer Pause von zweieinhalb Monaten startete Machthaber Kim Jong Un erstmals wieder eine ballistische Rakete von Pyongsong nahe der Hauptstadt Pjöngjang in Richtung Osten, wie die Führung der südkoreanischen Streitkräfte in Seoul mitteilte.

Der neue Raketentest stieß international auf scharfe Kritik. Der UN-Sicherheitsrat will am Mittwoch zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Verhaltene Reaktion

US-Präsident Donald Trump reagierte verhalten. „Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden.“ Der Raketenstart ändere nichts an der Nordkorea-Politik der USA, sagte Trump. Nach Angaben von US-Verteidigungsminister James Mattis flog die nordkoreanische Rakete so hoch wie keine vor ihr. Wegen der großen Reichweite sei dies grundsätzlich eine Gefahr für jedes Land. Offensichtlich setze Nordkorea seine Bemühungen zum Bau einer Interkontinentalrakete fort, die sowohl die USA wie die Welt bedrohe, sagte Mattis.

Südkoreas Militär berichtete, die Rakete sei 4500 Kilometer hoch geflogen - zehnmal höher als die Umlaufbahn der internationalen Raumstation (ISS). Am Ende sei die Rakete 960 Kilometer weiter vor der Westküste Japans ins Meer gestürzt. Damit könnte sie nach Expertenansicht möglicherweise das US-Kernland erreichen, wenn sie von einem Standard-Abschusswinkel abgefeuert eine normale Flugbahn erreicht hätte. Allerdings ist weiter fraglich, ob die Sprengköpfe auf Nordkoreas Raketen auch den Wiedereinstieg in die Erdatmosphäre heil überstehen, was als besonders kritisch gilt.

Als Reaktion telefonierte Trump sowohl mit Südkoreas Präsident Moon Jae In als auch mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. Südkorea reagierte nur fünf Minuten nach dem Start der Rakete mit Manövern und schoss drei Raketen für Zielübungen ins Meer. Moon warnte vor einer drastischen Verschärfung der Sicherheitslage. Falls Nordkorea weiter Raketen entwickle, die andere Kontinente erreichen könnten, „könnte es zu einer Situation kommen, die nicht mehr gut zu machen ist“, sagte Moon bei der Sitzung seines Sicherheitsrats in Seoul.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Trumps bisher längste Reise: Nordkorea, Sicherheit, Handel
Der Konflikt mit Nordkorea steht im Mittelpunkt der Asienreise von US-Präsident Trump. Bei dem Besuch von fünf Ländern in zwölf Tagen geht es aber auch um andere Themen: Sicherheit, Handel und die generelle Rolle der USA in einer wichtigen Großregion.
Donald Trump bricht zu seiner bislang längsten Auslandsreise auf.
Provokation: Nordkorea testet Interkontinentalrakete
Der Streit um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm ist einer der gefährlichsten Konflikte weltweit. Jetzt demonstriert die Diktatur militärische Stärke und startet eine Interkontinentalrakete. Die Schockwellen dürften auch den G20-Gipfel in Hamburg erreichen.