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Trump zögert, die Clooneys handeln
International 2 Min. 20.02.2018 Aus unserem online-Archiv

Trump zögert, die Clooneys handeln

Donald Trump steht weiter hinter der mächtigen Waffenlobby NRA.

Trump zögert, die Clooneys handeln

Donald Trump steht weiter hinter der mächtigen Waffenlobby NRA.
Foto: AFP
International 2 Min. 20.02.2018 Aus unserem online-Archiv

Trump zögert, die Clooneys handeln

Der Protest gegen die laschen Waffengesetze in den USA wächst. Donald Trump signalisiert, er würde minimale Änderungen bei Hintergrundüberprüfungen akzeptieren. Das Ehepaar Clooney spendet der Protestbewegung derweil eine halbe Million Dollar.

(dpa) - Angesichts wachsender Proteste gegen die lockeren Waffengesetze in den USA hat sich US-Präsident Donald Trump offen gezeigt für eine begrenzte Änderung. Das Weiße Haus signalisierte Unterstützung für einen Gesetzentwurf, der das System für Hintergrundüberprüfungen bei Waffenverkäufen verbessern würde.

Trump habe am Freitag mit dem republikanischen Senator John Cornyn über den Vorstoß gesprochen, sagte seine Sprecherin Sarah Sanders am Montag. Die Diskussionen liefen noch und Änderungen an dem Entwurf würden in Erwägung gezogen. Trump unterstütze aber Bemühungen, das Überprüfungssystem auf Bundesebene zu verbessern, erklärte Sanders.


(FILES) In this file photo taken on February 15, 2018 Mourners grieve as they await the start of  a candlelight vigil for victims of the Marjory Stoneman Douglas High School shooting in Parkland, Florida. 
There have been renewed calls for stricter gun control in the United States following the shooting deaths last week of 14 students and three adults at a Florida high school. The White House has said following the Florida school shooting that President Donald Trump supports efforts to improve the federal background check system for gun buyers. / AFP PHOTO / RHONA WISE
Parkland und die Folgen
Am 14. Februar erschießt ein 19-Jähriger 17 Menschen an der Highschool von Parkland, Florida. Solche grausamen Zwischenfälle gab es in den USA schon öfter. Diesmal regt sich aber Widerstand - gegen die Regierung, den Waffenkult, die NRA.

Das Massaker an einer Schule in Florida mit 17 Toten hatte die Debatte um eine Verschärfung des Waffenrechts in den USA neu entfacht. Der 19-jährige Nikolas Cruz hatte am vergangenen Mittwoch in der Marjorie Stoneman Douglas High School in Parkland mit einer halbautomatischen Waffe vierzehn Schüler sowie drei Erwachsene getötet. Medien zufolge hatte er seine Waffe legal erworben.

Die Tat löste eine landesweite Welle des Protests aus. In Florida prangerten Überlebende des Massakers den Waffen-Lobbyismus an und demonstrierten für striktere Gesetze. Am Montagabend kam es vor dem Weißen Haus in Washington zu Protesten. Jugendliche legten sich auf den Boden, um an die Toten durch Waffengewalt an Schulen zu erinnern.

Ehepaar Clooney spendet eine halbe Million

Am 24. März soll es in Washington zudem eine große Demonstration von Schülern und Eltern geben. Nach übereinstimmenden Medienberichten wollen daran auch der Schauspieler George Clooney und seine Frau Amal teilnehmen. Beide hätten zudem 500.000 US-Dollar (405.000 Euro) für die Protestaktion gespendet, berichtete unter anderem die Zeitung „USA Today“ und berief sich auf eine Stellungnahme des Ehepaars.

George Clooney und seine Frau, die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney,  stellen sich mit einer Großspende auf die Seite der Protestbewegung - und gegen Trump und die NRA.
George Clooney und seine Frau, die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, stellen sich mit einer Großspende auf die Seite der Protestbewegung - und gegen Trump und die NRA.
Foto: AFP

Trump hat sich bislang nicht zu den Demonstrationen geäußert. Nach dem Massaker erklärte er, der Täter sei psychisch gestört. Der Gesetzentwurf, für den das Weiße Haus nun Unterstützung signalisierte, wird von beiden Parteien mitgetragen. Er würde aber nur minimale Änderungen bedeuten. Der Vorschlag soll sicherstellen, dass Behörden die erforderlichen Informationen in eine Datenbank für Hintergrundüberprüfungen einspeisen. Der Entwurf sieht Strafen für Bundesbehörden vor, die das nicht tun. Er stammt von dem Republikaner John Cornyn und seinem demokratischen Amtskollegen Chris Murphy.

Die beiden Senatoren hatten den Entwurf nach einem Massaker in einer Kirche in Texas vorgelegt. Dort erschoss ein Mann im vergangenen November 26 Menschen. Anschließend wurde bekannt, dass die US-Luftwaffe Informationen zur kriminellen Vergangenheit des Mannes nicht an die Datenbank des FBI weitergegeben hatte.

Murphy erklärte, Trumps Unterstützung für den Gesetzentwurf sei ein weiteres Zeichen dafür, dass sich etwas verändere. Er machte aber zugleich deutlich, dass das Vorhaben längst nicht ausreiche, um das Problem der Waffengewalt anzugehen. „Niemand sollte so tun, als ob dieses Gesetz eine angemessene Antwort auf diese Epidemie ist“, schrieb der Demokrat auf Twitter.

Auch nach anderen schweren Bluttaten im vergangenen Jahr hatte es Forderungen gegeben, die Waffengesetze zu verschärfen. Bemühungen verliefen aber im Nichts. Trump ist ein erklärter Unterstützer der mächtigen Waffenlobby NRA. Unter ihm schaffte der Kongress eine kurz zuvor geschaffte Waffenregulierung der Vorgängerregierung wieder ab. Damit können auch psychisch Kranke wieder Waffen besitzen.


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 / AFP PHOTO / Daniel KRAMER
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