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Trump will Hurricanes mit Atombomben stoppen
International 2 Min. 26.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Trump will Hurricanes mit Atombomben stoppen

Eine alte Idee, die mit der Zeit nicht besser geworden ist: Donald Trump will Wirbelstürme bombardieren.

Trump will Hurricanes mit Atombomben stoppen

Eine alte Idee, die mit der Zeit nicht besser geworden ist: Donald Trump will Wirbelstürme bombardieren.
AFP
International 2 Min. 26.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Trump will Hurricanes mit Atombomben stoppen

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Der US-Präsident hat offenbar mehrmals vorgeschlagen, Wirbelstürme mit Nuklearwaffen zu bombardieren, bevor sie auf Land treffen. Die Idee ist nicht neu - und ziemlich gefährlich.

US-Präsident Donald Trump soll zu mehreren Anlässen gegenüber Mitarbeitern der "Homeland Security" und Mitgliedern des Nationalen Sicherheitsrats (NSC) den Vorschlag gemacht haben, Wirbelstürme über dem Ozean mit Atombomben zu "entschärfen", bevor sie die US-Küste erreichten. Das berichtet das in der Regel gut informierte Nachrichtenportal "Axios" am Sonntag. "Ich hab's", soll Trump zum Beispiel bei einem Briefing zum Thema Hurricanes gesagt haben, "ich hab's: Warum werfen wir keine Atombombe? Die Stürme entstehen vor der afrikanischen Küste, wenn sie auf dem Weg über den Atlantik sind, werfen wir eine Atombombe ins Auge des Sturms und das löst ihn auf. Warum nicht?" 


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Der vortragende Experte und alle Anwesenden seien von dem Vorschlag völlig entgeistert gewesen. "You could hear a gnat fart in that meeting", sagte ein Anwesender später zu "Axios" - eine recht drastische Redensart, die mit "man konnte eine Nadel fallen hören" nur sehr annähernd übersetzt ist. Anschließend habe Ratlosigkeit geherrscht, wie mit einer solchen Aussage des Präsidenten umzugehen sei.

Alte Idee, längst überholt

Bereits im Jahr 2017 habe Trump im Nationalen Sicherheitsrat angeregt, Hurricanes zu bombardieren. Die Idee ist hingegen viel älter. Bereits unter Präsident Eisenhower (1953 bis 1961) geisterte die Vorstellung durch die Medien, man könne mit Atombomben Wirbelstürme gleichsam "auseinandersprengen" und damit unschädlich machen. Ebensolange wird sie allerdings schon von Wissenschaftlern als gefährlicher Unfug korrigiert. 


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Die staatliche Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) führt die Bombentheorie auf einer eigens angelegten Internetseite namens "Tropical Cyclones Myth Page", auf der mit Mythen und Legenden rund um Hurricanes aufgeräumt wird. Dort heißt es: "Das Hauptproblem an der Verwendung von Sprengmitteln zur Beinflussung von Hurricanes ist die Energie, die dafür benötigt würde. Die Wärmeenergie, die ein voll entwickelter Hurricane entwickelt, entspricht einer 10-Megatonnen-Atombombe, die alle zwanzig Minuten explodiert." Es sei schlicht nicht möglich, so viel Energie kontrolliert auf einen bestimmten Punkt mitten auf dem Ozean zu fokussieren. "Rohe Gewalt scheint als Mittel der Beeinflussung nicht praktikabel." 

Zudem hätte diese rohe Gewalt auch noch massive Nebenwirkungen: Der freiwerdende nukleare "fallout" würde sich mit dem Wind "recht schnell verteilen und an Land verheerende Umweltprobleme auslösen." Das Fazit der Wetterbehörde: "Das ist keine gute Idee." 


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