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Trump warnt Iran vor "überwältigender" US-Reaktion bei Angriff
International 3 Min. 25.06.2019

Trump warnt Iran vor "überwältigender" US-Reaktion bei Angriff

Trump drohte dem Iran unter anderem mit "Auslöschung".

Trump warnt Iran vor "überwältigender" US-Reaktion bei Angriff

Trump drohte dem Iran unter anderem mit "Auslöschung".
Foto: AFP
International 3 Min. 25.06.2019

Trump warnt Iran vor "überwältigender" US-Reaktion bei Angriff

Der UN-Sicherheitsrat ruft in der Iran-Krise zu maximaler Zurückhaltung auf, doch zumindest verbal ist davon nichts zu spüren.

(FILES) In this file photo taken on May 29, 2019 Special Counsel Robert Mueller leaves after speaking on the investigation into Russian interference in the 2016 Presidential election, at the US Justice Department in Washington, DC. - US Special Counsel Robert Mueller has agreed to testify on July 17 on his report into Russian interference in the 2016 presidential election, the House Judiciary and Intelligence Committees said late June 25, 2019. (Photo by MANDEL NGAN / AFP)
Trumps Russland-Affäre: Jetzt spricht Mueller
Eigentlich wollte Russland-Sonderermittler Robert Mueller nicht mehr öffentlich über seine Untersuchung sprechen, nun aber erklärt er sich zu einer Befragung bereit - sehr zum Missfallen von Donald Trump.

(dpa) - Im Konflikt mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump die Führung in Teheran vor verheerenden Folgen im Falle eines Angriffs gewarnt. "Jeder Angriff des Irans auf irgendetwas Amerikanisches wird mit großer und überwältigender Stärke beantwortet werden", schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. "In einigen Bereichen wird überwältigend Auslöschung bedeuten." Der UN-Sicherheitsrat rief in der Iran-Krise dringend zur Deeskalation auf.

"Die Mitglieder des Rats fordern alle betroffenen Parteien und alle Länder in der Region dazu auf, maximale Zurückhaltung zu üben", sagte Kuwaits UN-Botschafter Mansur al-Otaibi am Montag nach einer von den USA erbetenen Sondersitzung in New York. Die Beteiligten müssen Maßnahmen ergreifen, um Spannungen zu reduzieren. Kuwait steht dem mächtigsten UN-Gremium derzeit turnusgemäß vor. Der Rat verurteilte zudem die jüngsten Angriffe auf Tanker und bezeichnete sie als "ernsthafte Bedrohung der Schifffahrt".


US President Donald Trump meets with US Vice President Mike Pence(R) and US Secretary of Treasury Steven Mnuchin at the White House on June 24, 2019, before signing 'hard-hitting sanctions' on Iran's supreme leader. (Photo by MANDEL NGAN / AFP)
Trump verhängt neue Sanktionen gegen den Iran
Die USA erhöhen den Druck auf den Iran: Präsident Trump verfügt weitere Sanktionen, die direkt auf den obersten Führer der Islamischen Republik abzielen.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani kritisierte am Dienstag die von Trump am Vortag verfügten Sanktionen, die sich unter anderem gegen den obersten Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, richteten. "Sanktionen gegen den obersten Führer des Landes sind unverschämt und ein Zeichen geistiger Behinderung", sagte Ruhani.

Trump sprach von einem "sehr ignoranten und beleidigenden Statement", das zeige, dass die Führung in Teheran den Realitätssinn verloren habe. Die iranische Führung verstehe die Worte "nett" und "Mitgefühl" nicht. "Traurigerweise ist das, was sie verstehen, Stärke und Macht und die USA ist bei weitem die stärkste Militärmacht der Welt."

Trump unterzeichnete am Montag mehrere Sanktionen gegen den Iran.
Trump unterzeichnete am Montag mehrere Sanktionen gegen den Iran.
Foto: AFP

Trump hatte am Montag Sanktionen gegen Chamenei und gegen mehrere hochrangige Kommandeure der Revolutionsgarden verfügt. Das US-Finanzministerium hatte außerdem Sanktionen gegen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif im Laufe der Woche angekündigt.


US President Donald Trump speaks during a bilateral meeting with Canada's Prime Minister Justin Trudeau (off frame) in the Oval Office of the White House in Washington, DC on June 20, 2019. - The NYT reports Thursday that Trump approved military strikes against Iran for shooting down a US surveillance drone, but abruptly pulled back from launching.US President Donald Trump and Canada's Prime Minister Justin Trudeau shake hands during a bilateral meeting in the Oval Office of the White House in Washington, DC on  June 20, 2019. (Photo by MANDEL NGAN / AFP)
Trump: "Habe Angriff auf Iran zehn Minuten vorher gestoppt"
Der US-Präsident soll einen Militärschlag gegen den Iran im letzten Moment abgesagt haben. Grund seien 150 befürchtete Todesopfer, schreibt Donald Trump am Freitag auf Twitter.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Mussawi, kritisierte auf Twitter: "Die nutzlosen Sanktionen der USA gegen den iranischen Führer und unseren diplomatischen Kommandeur (Sarif) haben endgültig den Weg zu einer diplomatischen Option geschlossen." Trumps Sicherheitsberater John Bolton betonte dagegen bei einem Besuch in Jerusalem, Trump "hat die Türe für echte Verhandlungen offengehalten. Der Iran muss nur durch diese offene Türe gehen."

Die seit Monaten andauernden Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich Ende vergangener Woche gefährlich zugespitzt. Der Iran schoss am Donnerstag eine Aufklärungsdrohne ab, die nach Angaben aus Teheran den Luftraum des Landes verletzt hatte. Nach US-Angaben flog das unbemannte Flugzeug dagegen in internationalem Luftraum. Russland stellte sich am Dienstag hinter den Iran.

Es gebe Beweise, dass die Amerikaner den iranischen Luftraum verletzt hätten, sagte der russische Sicherheitsberater Nikolai Patruschew am Dienstag bei einem Treffen mit seinen Kollegen aus den USA und Israel in Jerusalem. Die USA bereiteten nach dem Drohnenabschuss einen Gegenschlag vor, den Trump nach seinen Worten nur kurz zuvor stoppte.

Die USA und der Iran überzogen sich bei den Vereinten Nationen erneut mit Schuldzuweisungen. Irans UN-Botschafter verurteilte die neuen US-Sanktionen scharf. Die USA hätten einen "Wirtschaftskrieg" und "wirtschaftlichen Terrorismus" gegen die iranische Bevölkerung begonnen, sagte Majid Takht Ravanchi vor Journalisten in New York.

Die USA legten dem Sicherheitsrat Informationen zu mehreren Tanker-Angriffen im Mai und Juni vor. Diese zeigten nach Angaben des stellvertretenden amerikanischen UN-Botschafters Jonathan Cohen, dass der Iran an den Attacken Schuld sei. Deutschland, Frankreich und Großbritannien riefen bei der UN in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, den Dialog zu suchen. Die Angriffe auf die Tanker verurteilten die drei Regierungen, ohne einen Schuldigen zu nennen.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani bezeichnete die gegen den Iran ausgestellten US-Sanktionen als "unverschämt und ein Zeichen geistiger Behinderung".
Der iranische Präsident Hassan Rouhani bezeichnete die gegen den Iran ausgestellten US-Sanktionen als "unverschämt und ein Zeichen geistiger Behinderung".
Foto: AFP

Die USA waren im Mai 2018 einseitig aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 ausgestiegen. Mit harten Sanktionen gegen den iranischen Öl- und Bankensektor wollen sie die Führung in Teheran seitdem dazu zwingen, einem neuen Atomabkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen. Der Ölsektor ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Nach Angaben von US-Außenminister Mike Pompeo sind mehr als 80 Prozent der iranischen Wirtschaft von US-Sanktionen betroffen.


A woman walks past a mural painting along the wall of the former US embassy in the Iranian capital Tehran on June 22, 2019. (Photo by ATTA KENARE / AFP)
Iran: Angriff abgesagt, Krise geht weiter
Donald Trump sagt einen Angriff auf den Iran ab, spricht dennoch von Sanktionen. Gleichzeitig ruft seine Regierung den UN-Sicherheitsrat an.

Trumps erklärtes Ziel ist es, dass der Iran dauerhaft über keine Atomwaffen verfügt. Das derzeitige Atomabkommen mit dem Iran gewährleistet das aus seiner Sicht nicht. Dagegen wollen die anderen Unterzeichnerstaaten - die vier UN-Vetomächte Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland - an der internationalen Vereinbarung festhalten.

Die Führung in Teheran bestreitet, dass sie Atomwaffen entwickeln wolle. Iranische Raketen könnten derzeit Israel und arabische Verbündete der USA treffen. Der Iran lehnt eine Neuverhandlung des Atomabkommens und Verhandlungen mit Trump ab.


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