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Trump-Vertraute im Visier der US-Justiz
International 4 Min. 22.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Trump-Vertraute im Visier der US-Justiz

Donald Trump mit Michael Cohen (links) und Paul Manafort.

Trump-Vertraute im Visier der US-Justiz

Donald Trump mit Michael Cohen (links) und Paul Manafort.
Foto: AFP
International 4 Min. 22.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Trump-Vertraute im Visier der US-Justiz

Zwei Trump-Vertraute bringen mit ihren eigenen juristischen Problemen auch den US-Präsidenten in Schwierigkeiten. Paul Manafort und Michael Cohen sind schuldig. Wie stark ist die Sogwirkung auf Donald Trump?

(dpa) - Ein Schuldspruch für Donald Trumps früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort und ein Geständnis seines früheren Anwalts Michael Cohen haben US-Präsident Donald Trump in Erklärungsnot gebracht. Cohen brachte Trump an den Rand eines Straftatverdachts und somit erstmals in ernste juristische Bedrängnis.

Dem Geständnis des Ex-Anwalts zufolge soll Trump an Schweigegeldzahlungen an Frauen beteiligt gewesen sein. Das Geld soll gezahlt worden sein, um Schaden vom Wahlkampf des damaligen Präsidentschaftskandidaten abzuhalten. Es wäre damit ein Wahlkampfbeitrag, der strengen gesetzlichen Vorschriften unterliegt.

Trump bestritt am Mittwoch, dass es sich dabei um eine Straftat handelt. „Michael Cohen bekennt sich in zwei Fällen der Verletzung von Vorschriften der Wahlkampffinanzierung für schuldig, die keine Straftaten sind“, schrieb Trump auf Twitter. Ähnlich äußerte sich auch der republikanische Parteistratege Matt Schlapp, der damit die juristische Strategie der Trump-Anwälte wiedergab. Nur wenn es sich um Straftaten handelt, könnten die Demokraten Trump die Beteiligung daran vorwerfen und hätten somit eine Chance auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump.



ALEXANDRIA, VA - AUGUST 21: A demonstrator holds up a sign and flag after leaving the Albert V. Bryan U.S. Courthouse after the jury announced verdicts in the trial for former Trump campaign manager Paul Manafort's trial August 21, 2018 in Alexandria, Virginia. Manafort was found guilty on at least one count as part of special counsel Robert Mueller's investigation into Russian interference in the 2016 presidential election.   Chip Somodevilla/Getty Images/AFP
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Trumps Ex-Wahlkampfmanager Manafort schuldig gesprochen
Paul Manafort, der einstige Star-Lobbyist und Wahlkampfmanager Donald Trumps, muss wohl ins Gefängnis. Eine Jury erkannte ihn in acht Fällen von Steuer- und Bankbetrug für schuldig.

Die Einleitung eines solchen Verfahrens muss von der Mehrheit des Abgeordnetenhauses beschlossen werden. Gegenwärtig halten Trumps Republikaner die Mehrheit der Abgeordneten. Nach den Parlamentswahlen am 6. November sehen die Demokraten jedoch eine gute Chance, dies zu ändern - in Umfragen liegen sie vorn. Trumps früherer Berater Steven Bannon sagte deshalb am Mittwoch: „Die Wahlen im November werden zu einem Referendum über ein Amtsenthebungsverfahren.“ Ein solches Verfahren könnte die weitere Präsidentschaft Trumps massiv hemmen.

Parallel zu Cohens Anhörung in New York erklärte eine Jury in Alexandria bei Washington Trumps früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort für schuldig. Sowohl er als auch Cohen müssen mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen. Trump drückte sein Mitgefühl für den 69-jährigen Manafort aus. Im Gegensatz zu Cohen habe er keine Geschichten erfunden, um ein günstigeres Strafmaß zu erwirken. „Paul Manafort und seine wunderbare Familie tun mir sehr leid“, schrieb Trump auf Twitter. Er bezichtigte Cohen damit indirekt der Lüge.

Der Schuldspruch gegen Manafort ist die erste Verurteilung, die direkt aus den Untersuchungen des Sonderermittlers in der Russland-Affäre, Robert Müller, hervorgeht. Mehrere weitere Vertraute Trumps, darunter sein ehemaliger Sicherheitsberater Michael Flynn, haben sich schuldig bekannt oder stehen unter Anklage.

Wie groß der politische Schaden für den Präsidenten sein wird, war zunächst nicht abzusehen. Juristen sind sich uneinig, ob Trumps Beteiligung an Schweigegeldzahlungen an zwei Frauen ausreichen, um den Präsidenten strafrechtlich belangen zu können. Die Zahlungen sollen während des Wahlkampfes 2016 an die Ex-Pornodarstellerin Stormy Daniels und das Ex-Playmate Karen McDougal gegangen sein und waren Cohen später von Trump erstattet worden. Selbst wenn Cohen mit den Zahlungen Straftaten begangen hat, ist strittig, ob auch Trumps mögliche Beihilfe dazu einen Verstoß gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung darstellen. Für Kandidaten selbst gelten unter Umständen andere Regelungen als für deren Personal.

Trumps Anwalt Rudy Giuliani betonte, dass in der Anklage gegen Cohen keine Vorwürfe gegen Trump enthalten seien. Es sei Cohen, der über lange Zeit gelogen habe. Darauf weise auch die Staatsanwaltschaft hin, hieß es in einer Stellungnahme Giulianis, aus der US-Medien zitierten.


Besonders Michael Cohen könnte US-Präsident Donald Trump sehr gefährlich werden.
Unter Druck
Die Prozesse gegen Donald Trumps Ex-Berater Paul Manafort und Michael Cohen sorgen im Weißen Haus für Nervosität. Der US-Präsident setzt nun auf die Zwischenwahlen im November.

„Die Botschaft des heutigen Tages ist: Gesetze müssen eingehalten werden“, sagte der New Yorker Staatsanwalt Robert Kuzhami am Dienstag. Cohen habe versucht, sich über das Gesetz zu stellen, und müsse nun einen hohen Preis zahlen. Cohen bekannte sich in insgesamt acht Fällen für schuldig, nachdem er vorher mit der Justiz einen Deal ausgehandelt hatte. Neben den Verstößen gegen die Gesetze zur Wahlkampffinanzierung räumte er auch Steuervergehen ein.

In dem Prozess gegen Manafort befand eine Jury den 69-Jährigen in 8 der 18 Anklagepunkte für schuldig - unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Bankbetrugs und des Verschweigens von Auslandskonten.


(FILES) In this file photo taken on June 15, 2018 Michael Cohen, President Donald Trump�s former personal lawyer walks down Park Avenue in New York after leaving his hotel. - Michael Cohen, Donald Trump's former personal lawyer, was reported August 21, 2018 to be finalizing a plea agreement with federal prosecutors investigating his business dealings and possible campaign finance violations.ABC News said Cohen, 51, had tentatively reached an agreement to plead guilty while CBS News and NBC News said negotiations could be resolved as early as Tuesday. (Photo by TIMOTHY A. CLARY / AFP)
Trumps Ex-Anwalt Cohen belastet den Präsidenten
Lange Zeit galt Michael Cohen als äußert loyaler „Ausputzer“ Donald Trumps. Nun hat der Anwalt offenbar einen Deal mit den Ermittlern gemacht. Und der geht zulasten des Präsidenten.

Manafort droht eine Haftstrafe, die ihn für den Rest seines Lebens hinter Gitter bringen könnte. Die Höchststrafe für die acht Anklagepunkte, in denen er für schuldig befunden wurde, beträgt zusammen 80 Jahre Gefängnis. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, den Finanzbehörden Einkünfte in Millionenhöhe verschwiegen zu haben, die er als politischer Berater in der Ukraine erzielt hatte. Außerdem soll er Banken belogen haben, um Kredite in Höhe von 20 Millionen US-Dollar (17 Millionen Euro) zu bekommen.

Manaforts langjähriger Mitarbeiter und Weggefährte Rick Gates hatte den Angeklagten in dem Prozess schwer belastet. Er sagte, er habe gemeinsam mit seinem Chef 15 schwarze Auslandskonten unterhalten. Auf Anweisung des Beschuldigten habe er von dort Geld an Manafort geschickt, das als Darlehen statt als Einkommen deklariert gewesen sei, um Steuern zu hinterziehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess dargelegt, dass Manafort mit Überweisungen von den Konten teure Kleidung, Autos und Häuser gekauft hatte. Manaforts Verteidigung hatte Gates die Schuld an den illegalen Vereinbarungen gegeben. Gates hatte in dem Prozess zugegeben, dass er Geld aus der Firma unterschlagen hatte.

Das Verfahren gegen Manafort war das erste, das sich im Zuge der Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller ergeben hat. Allerdings haben die Vorwürfe nicht mit dem Kern von dessen Ermittlungen zu tun - dort geht es um die Frage, ob es im US-Wahlkampf 2016 Absprachen des Trump-Lagers mit Russland gab. Trump nennt Muellers Untersuchungen eine „Hexenjagd“.

Manafort leitete von Juni bis August 2016 den Wahlkampf des Republikaners. Der Lobbyist und Politikberater war dabei unter anderem für den Parteitag zuständig, auf dem sich Trump die Nominierung seiner Partei sicherte. Manafort ist ein langjähriger Berater der konservativen US-Republikaner. Er hatte zuvor bereits für andere Präsidenten gearbeitet, darunter Ronald Reagan und George Bush. Der 69-Jährige muss sich ab September in einem weiteren Prozess verantworten.


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