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Trump unterstellt Obama Abhöraktion
International 2 Min. 04.03.2017 Aus unserem online-Archiv
"Kranker Typ"

Trump unterstellt Obama Abhöraktion

Donald Trump greift seinen Vorgänger auf Twitter an. Er behauptet Obama habe ihn bespitzeln lassen.
"Kranker Typ"

Trump unterstellt Obama Abhöraktion

Donald Trump greift seinen Vorgänger auf Twitter an. Er behauptet Obama habe ihn bespitzeln lassen.
Foto: REUTERS
International 2 Min. 04.03.2017 Aus unserem online-Archiv
"Kranker Typ"

Trump unterstellt Obama Abhöraktion

Von wegen „präsidentiell“: Am frühen Samstagmorgen rastet Trump auf Twitter regelrecht aus. Beschimpft Obama, wirft ihm Abhören im Wahlkampf vor. Der lässt das nicht auf sich sitzen.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump hat am Samstag in rüdem Ton schwere Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Barack Obama erhoben. Ohne Beweise oder Belege schrieb Trump in einer Serie von Tweets, Obama habe ihn vor der Präsidentschaftswahl im Trump-Tower abhören lassen.


Trump schrieb unter anderem: „Wie tief ist Präsident Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. Böser (oder kranker) Typ!“ Trump zog auch einen Vergleich zur Watergate-Affäre, als US-Präsident Richard Nixon infolge einer Abhöraffäre zurücktreten musste.

Trump nannte keine Belege. Er bezog sich mit seiner Anschuldigung aber wohl auf Untersuchungen, die FBI und Geheimdienste 2016 in seinem Umfeld vorgenommen haben sollen. Angeblich sollte untersucht werden, ob es dort finanzielle Verbindungen nach Russland gab.

Obama reagiert

Dazu erklärte ein Sprecher Obamas: „Es war eine Kardinalregel der Regierung Obama, dass kein Mitarbeiter des Weißen Hauses sich jemals in eine unabhängige Untersuchung einmischt, die vom Justizministerium geführt wird.“

Weiter schrieb Kevin Lewis am Samstag in einem auch auf Twitter verbreiteten Statement: „Dieser Praxis zufolge hat weder Präsident Obama noch sonst jemand aus dem Weißen Haus jemals die Überwachung eines US-Bürgers angeordnet. Alle anderen Unterstellungen sind einfach falsch.“

Die Berichte über Untersuchungen bei Trump hatten sich auf polizeiliche und geheimdienstliche Untersuchungen bezogen. Abhöraktionen wie die unterstellte müssten von FBI-Chef James Comey angeordnet werden, nicht vom Weißen Haus.

Am Donnerstag hatte eines der vielen rechtsgerichteten Talk Radios in den USA (Mark Levin) berichtet, Obama stecke hinter den Untersuchungen gegen Trump. Am Freitag griff Breitbart News das auf. Am Samstag twitterte der Präsident.

Berichte über Untersuchungen in Trumps Umfeld sind bekannt. Zuletzt hatte am 19. Januar, dem Vorabend von Trumps Amtseinführung, die „New York Times“ ausführlich darüber berichtet. Es wurde damals nicht klar gesagt, ob es etwa neben Untersuchungen von Bankkonten auch Abhöraktionen gab und wen sie betrafen.

Trump will vermutlich ablenken

Erste Reaktionen schlossen am Samstag nicht aus, dass Trump mit seiner Aufsehen erregenden Aktion von größeren Schwierigkeiten ablenken will, die sich aus nicht geklärten, möglichen Beziehungen seines Wahlkampfteams und nun seiner Regierung zu Russland ergeben.

Große US-Medien wie „Washington Post“ und „New York Times“ erschienen am Samstag mit Titelgeschichten zu Russland und Trump. Trump versucht immer wieder, Themen selber zu setzen und so Berichterstattung zu lenken.

Nach seiner Rede an den Kongress am Dienstag hatten viele Medien berichtet, Trump habe sich mit diesem Auftritt als „präsidentiell“ gewandelt präsentiert. Am Samstag hieß es in vielen Kommentaren zu Trumps zorniger Twitter-Serie, sie beweise einmal mehr, dass es nur einen Donald Trump gebe.

In den vergangenen Tagen war Trump auf Twitter eher still gewesen, das endete am Samstag. Am Morgen schloss er seine Twittersalve mit einem Angriff auf Arnold Schwarzenegger ab. Der Hollywood-Star und Ex-Gouverneur hatte am Vortag als Trumps Nachfolger bei der US-Show „The Apprentice“ gekündigt. Trump schrieb, Schwarzenegger sei nicht freiwillig gegangen, sondern wegen schlechter Quoten.

Der Präsident ist über das Wochenende in Mar-a-Lago in Florida. Es ist das vierte Wochenende, das er dort verbringt, seit er Präsident wurde.

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