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Trump und Kim treffen letzte Vorbereitungen für Gipfel
International 3 Min. 11.06.2018

Trump und Kim treffen letzte Vorbereitungen für Gipfel

Kim Jong Un und Donald Trump sind bereits am Sonntag in Singapur eingetroffen.

Trump und Kim treffen letzte Vorbereitungen für Gipfel

Kim Jong Un und Donald Trump sind bereits am Sonntag in Singapur eingetroffen.
Fotos: AFP
International 3 Min. 11.06.2018

Trump und Kim treffen letzte Vorbereitungen für Gipfel

Die letzten Stunden vor dem historischen Gipfel zwischen Trump und Kim in Singapur sind noch einmal die Zeit der Unterhändler. Am Dienstag kommt es dann auf den US-Präsidenten und Nordkoreas Machthaber selbst an.

 (dpa) - Mit Gesprächen hinter den Kulissen haben die USA und Nordkorea am Montag in Singapur die letzten Vorbereitungen für ihren historischen Gipfel getroffen. Nach wochenlangem Hin und Her treffen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am Dienstag erstmals aufeinander. Mit großem Interesse wird weltweit verfolgt, ob es Trump gelingt, die kommunistische Führung aus Pjöngjang zur Aufgabe ihres Atomprogramms zu bewegen. Der Gipfel ist auf einen Tag angelegt, wird aber möglicherweise verlängert.


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Trump und Kim sind bereits seit Sonntag in Singapur. Beide hielten sich mit Stellungnahmen zunächst zurück. Der US-Präsident twitterte aus seinem Hotel nur: „Es ist großartig in Singapur zu sein. Vorfreude liegt in der Luft.“ Anschließend traf er sich mit Singapurs Regierungschef Lee Hsien Loong, dem Gastgeber. Kim, dessen Hotel ganz in der Nähe von Trumps Unterkunft liegt, trat in der Öffentlichkeit zunächst gar nicht in Erscheinung. Allerdings berieten Unterhändler beider Seiten.

Weiteste Auslandsreise und Aufwertung für Kim

Der Gipfel, den Trump zwischenzeitlich schon wieder abgesagt hatte, soll am Dienstag um 09.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr MESZ) auf der Insel Sentosa beginnen. Es ist das erste solche Treffen in der Geschichte beider Nationen. Bis vor einigen Monaten beschimpften sich Kim und Trump gegenseitig noch heftig. Für den Nordkoreaner, dessen Land international weitgehend isoliert ist, bedeutet das Treffen auf jeden Fall eine Aufwertung. Der Gipfel in dem südostasiatischen Stadtstaat ist auch Kims bislang weiteste Auslandsreise überhaupt.


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Die Erfolgsaussichten werden sehr unterschiedlich beurteilt. Einige Experten waren zuletzt darum bemüht, die Erwartungen zu dämpfen. Beide Seiten sind sich offenbar nicht einig, was „Denuklearisierung“ eigentlich bedeutet - also was atomare Abrüstung konkret umfasst und wie schnell sie gehen soll. Die USA sind seit vielen Jahrzehnten Atommacht. Nordkorea verfügt nach eigenen Angaben ebenfalls über Langstreckenraketen, die einen Atomsprengstoff bis aufs amerikanische Festland befördern könnten.

Bei dem Treffen dürfte auch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Seiten eine Rolle spielen. Bislang haben die USA und Nordkorea weder Botschafter noch Botschaften im jeweils anderen Land. Darüber hinaus dürfte es auch darum gehen, einen endgültigen Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea vorzubereiten. Völkerrechtlich ist der Kriegszustand zwischen beiden Seiten auch mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Korea-Krieg noch nicht beendet. Kim hofft insbesondere auf ein Ende der Wirtschaftssanktionen, die sein Land massiv belasten.

Pompeo: Trump ist gut vorbereitet

US-Außenminister Mike Pompeo, der zusammen mit Trump in Singapur ist, machte nochmals deutlich, dass die USA eine „völlige, überprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel“ durchsetzen wollen. Nach seinen Angaben gingen die vorbereitenden Gespräche am Montag „ins Detail“. Trump sei gut vorbereitet. Nordkorea sieht in der atomaren Abrüstung dagegen eher einen schrittweisen Prozess.

Der renommierte US-Politikprofesser und Nordkorea-Experte Bruce Cumings hält eine komplette atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel für kaum machbar. Aus seiner Sicht wäre es schon ein Erfolg, wenn es beim Gipfel zu einem Moratorium für Tests von Raketen und Atomwaffen käme - oder Nordkorea gar dem internationalen Teststoppvertrag beitreten würde. „Aber wir werden nie wissen, ob wir jede einzelne Atombombe erfassen können“, sagte Cumings der Deutschen Presse-Agentur. Er halte den Begriff Denuklearisierung für falsch.


TOPSHOT - This picture taken on May 26, 2018 and released by the Blue House via Dong-A Ilbo shows South Korea's President Moon Jae-in (L) shaking hands with North Korea's leader Kim Jong Un before their second summit at the north side of the truce village of Panmunjom in the Demilitarized Zone (DMZ).
South Korea said President Moon Jae-in met with North Korea's leader Kim Jong Un on May 26 inside the Demilitarised Zone dividing the two nations, a day after US President Donald Trump threatened to abandon a summit with Pyongyang. / AFP PHOTO / Dong-A Ilbo / Handout / South Korea OUT
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Die kommunistische Führung des 23-Millionen-Einwohner-Landes stimmte die Bevölkerung am Montag über die Staatsmedien auf das Treffen ein. Bei dem Gipfel gehe es darum, wie „neue Beziehungen“ entwickelt, ein dauerhafter Friedensmechanismus für die koreanische Halbinsel geschaffen und die „Denuklearisierung“ verwirklicht werden könnten. Zuvor waren die Nordkoreaner über das Treffen weitgehend im Dunkeln gelassen worden.

Moon: Langer Prozess

Südkoreas Präsident Moon Jae In äußerte zwar die Erwartung auf einen erfolgreichen Gipfel, erinnerte aber auch an die „tiefverwurzelte Feindschaft“ mit Nordkorea. Diese und der Streit um das Atomprogramm könnten nicht auf einen Schlag vollständig überwunden werden. „Selbst nachdem beide einen Dialog in Gang gesetzt haben, benötigen wir wahrscheinlich einen langen Prozess, der ein, zwei Jahr oder sogar länger in Anspruch nehmen wird“, erklärte Moon.

Der Gipfel findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im Luxushotel „Capella“ auf Sentosa statt, einer vorgelagerten Insel. Gleich nach dem ersten Handschlag soll es ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Trump und Kim geben. Dann wollen sich beide Seiten zurückziehen. Offen ist noch, wie die Öffentlichkeit unterrichtet werden soll. Das Treffen wird von mehr als 2500 Journalisten aus aller Welt verfolgt.


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