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Trump und Kim in Hanoi
International 4 Min. 26.02.2019

Trump und Kim in Hanoi

Donald Trump landete am Dienstagnachmittag in Hanoi.

Trump und Kim in Hanoi

Donald Trump landete am Dienstagnachmittag in Hanoi.
AFP
International 4 Min. 26.02.2019

Trump und Kim in Hanoi

Erst trifft Kim Jong Un nach langer Zugfahrt ein, dann landet US-Präsident Trump in Hanoi. Am Mittwoch kommen beide nun zu ihrem mit Spannung erwarteten zweiten Gipfel zusammen.

(dpa) - Acht Monate nach dem historischen Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur ist die Bühne frei für den zweiten Gipfel: Nach Kim traf am Dienstagabend (Ortszeit) auch Trump in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi ein. Ab Mittwoch dreht sich dann alles um vertrauensbildende Maßnahmen, einen möglichen Fahrplan auf dem Weg zu einer „Denuklearisierung“ Nordkoreas und etwaige Gegenleistungen der USA.


A woman takes a selfie as people gather around a street in Hanoi on February 26, 2019, ahead the second US-North Korea summit. - North Korean leader Kim Jong Un crossed into Vietnam on February 26 after a marathon train journey for a second summit showdown with Donald Trump, with the world looking for concrete progress over the North's nuclear programme. (Photo by Noel CELIS / AFP)
Vor Trump-Kim-Gipfel: Nordkoreas Machthaber trifft in Hanoi ein
Erst im Sonderzug, dann im Mercedes: Als Erster wird Nordkoreas Machthaber zum Gipfel mit dem US-Präsidenten in Hanoi empfangen. Trump lobt sein Verhältnis zu Kim, dämpft aber die Erwartungen.

Über die möglichen Gipfelergebnisse wird viel spekuliert. Denkbar wäre, dass beide Seiten den Koreakrieg (1950-53) für beendet erklären. Es wäre allerdings nur ein erster, symbolischer Schritt auf dem Weg zu einem Friedensvertrag. Bislang gibt es nur einen Waffenstillstand. Ob sich Nordkorea tatsächlich zur bereits angebotenen Schließung seines wichtigen Atomkomplexes Yongbyon verpflichtet, muss sich zeigen. Dafür verlangt Kim „korrespondierende“ Gegenleistungen der USA.

Bereitschaftserklärung im Vorfeld

Beim Gipfel in Singapur hatte Kim seine grundsätzliche Bereitschaft zur „vollständigen Denuklearisierung“ erklärt. Es gab aber keine konkreten Zusagen, bis wann Nordkorea sein Atomwaffen- und Raketenarsenal abrüsten will. Trump stellt dem verarmten, unter strengen Sanktionen leidenden Land im Gegenzug für Abrüstung nicht näher definierte Sicherheitsgarantien und wirtschaftliche Entwicklung in Aussicht. Die US-Regierung schließt eine Lockerung der Sanktionen vor Fortschritten bei der Abrüstung aber aus.


US President Donald Trump boards Air Force One prior to departure from Joint Base Andrews in Maryland, February 25, 2019, as he travels to Hanoi, Vietnam for a second summit with North Korean leader Kim Jong Un. (Photo by SAUL LOEB / AFP)
Trump bricht zu Gipfel mit Kim auf
US-Präsident Donald Trump ist zu seinem zweiten Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un aufgebrochen.

Nordkorea hatte sich trotz Warnungen und Sanktionen des UN-Sicherheitsrats jahrelang geweigert, die Tests mit ballistischen Raketen und Atomversuche zu unterlassen. Ballistische Raketen sind Boden-Boden-Raketen, die biologische, chemische und atomare Sprengköpfe befördern können.

Ziel Pjöngjangs war stets, eine Interkontinentalrakete zu entwickeln, die die USA erreichen kann. Nach eigenen Angaben verfügt das Land mittlerweile über solche Raketen zur „Selbstverteidigung“. Die USA und ihre asiatischen Alliierten fühlen sich durch Nordkoreas Atom- und Raketenprogramme bedroht. Trump und die Führung in Pjöngjang hatten sich 2017 gegenseitig mit scharfen Drohungen überzogen, die weltweit Ängste vor einem Krieg auslösten.

Erstes Treffen am Mittwochabend

Die Vietnamesische Polizei hatte tausende Polizeibeamte abbestellt.
Die Vietnamesische Polizei hatte tausende Polizeibeamte abbestellt.
AFP

Trump will am Mittwoch zunächst den Präsidenten und den Ministerpräsidenten des Gastgeberlandes Vietnam treffen. Kim wird nach vietnamesischen Medienberichten Industrieanlagen besuchen. Die erste Zusammenkunft der beiden ist nach Angaben des Weißen Hauses für Mittwochabend geplant. Nach einem kurzen Gespräch zur Begrüßung wollen Kim und Trump zu einem Essen zusammenkommen.

Trump landete am Dienstagabend nach mehr als 20 Stunden Flug in Hanoi. Nach seiner Ankunft bedankte er sich auf Twitter für den „großartigen Empfang in Hanoi. Gewaltige Menschenmengen, und so viel Liebe!“ Reporter in Trumps Delegation berichteten von Tausenden Menschen, die winkten oder Trumps Kolonne mit Handys filmten.

Kim als erster eingetroffen

Kim war schon am Morgen mit seinem gepanzerten Sonderzug eingetroffen. Für die rund 4000 Kilometer lange Zugstrecke bis zur Grenze benötigte er 66 Stunden. In der Grenzstadt Dong Dang stieg Kim in seinen Mercedes S600 Pullman Guard um und fuhr weiter nach Hanoi.

Am Bahnhof wurden Kim und seine Delegation von Vietnams Propaganda-Chef Von Van Thuong empfangen. Freundlich winkte Kim in die Kameras und bestieg seine lange Limousine. Zwölf hochgewachsene nordkoreanische Leibwächter liefen neben dem Wagen, als er anrollte, und sprangen dann in dahinter fahrende Jeeps. In Kims Begleitung sind seine einflussreiche Schwester Kim Yo Jong, die wie seine Stabschefin fungiert, und sein oberster Unterhändler, der frühere Geheimdienstchef Kim Yong Chol.

US-Außenminister Mike Pompeo nannte den Gipfel eine „wichtige Gelegenheit“, um auf den Ergebnissen des ersten Treffens aufzubauen. Pompeo sprach auf Twitter von verbesserten Beziehungen, dauerhaftem Frieden und „vollständiger Denuklearisierung“. Aus dem Weißen Haus hatte es aber geheißen, es gebe bislang kein gemeinsames Verständnis darüber, „was Denuklearisierung ist“.

Kim Jong Un wurde von Dutzenden Sicherheitsbeamten zu seiner Limousine geleitet.
Kim Jong Un wurde von Dutzenden Sicherheitsbeamten zu seiner Limousine geleitet.
AFP

Hoffnungen auch in Moskau

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, für Russland sei die Lösung des Konflikts noch aktueller als für die USA. „Wir sprechen über Gebiete, die direkt an unseren Grenzen liegen“, sagte er. Außenminister Sergej Lawrow erklärte, dass eine wie auch immer geartete Vereinbarung der USA mit Nordkorea am Ende auch von den betroffenen Staaten in der Region gutgeheißen werden müsse. Neben Russland nannte er Südkorea, China und Japan. China appellierte an beide Parteien, aufeinander zuzugehen. Sie sollten „sich auf halbem Wege treffen und die angemessenen Besorgnisse des jeweils anderen in Betracht ziehen“.


21.02.2019, Vietnam, Hanoi: T-Shirts, auf denen die Porträts des US-Präsidenten Trump und des nordkoreanischen Machthabers Kim über dem Schriftzug "Peace" zu sehen sind, hängen an einem Verkaufsstand. (zu dpa "Kegelhut-Trump und «Peace» mit Kim: T-Shirts sind in Hanoi der Renner" Foto: Bac Pham/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Trump hat in Hanoi zu liefern
Vor dem zweiten Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am 27. und 28. Februar in Hanoi bleibt der US-Präsident ein Risikofaktor. Eine Analyse unseres Asien-Korrespondenten Daniel Kestenholz.

Vor seiner Abreise dämpfte Trump die Erwartungen auf einen Durchbruch. „Was passieren wird? Ich kann es Ihnen nicht sagen“, sagte Trump am Sonntag vor US-Gouverneuren. Er gehe davon aus, dass der Gipfel „zu etwas sehr Gutem führen“ werde, vielleicht werde das aber auch nicht der Fall sein. Am Montag sagte Trump dann allerdings wieder: „Ich denke, wir werden einen sehr fantastischen Gipfel haben.“

Solange Kim auf Raketen- und Atomwaffentests verzichte, dränge die Zeit nicht. „Ich bin nicht in Eile“, sagte er. „Solange es keine Tests gibt, sind wir glücklich.“ Die letzten Tests Nordkoreas liegen mehr als ein Jahr zurück. Trump betonte, die USA hätten Nordkorea bislang keine Zugeständnisse gemacht. „Wir haben nichts aufgegeben.“ Die Sanktionen gegen Nordkorea seien weiter in Kraft.


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Historischer Handschlag
Die Gespräche laufen besser als erwartet. Auf ihrem Gipfel in Singapur gibt es eine Einigung zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber. Ist es der Durchbruch? Wird Kim abrüsten?
Kim Jong Un und Donald Trump begannen ihr Aufeinandertreffen nach dem obligatorischen Hanschlag mit einem etwa vierzigminütigen Vier-Augen-Gespräch.
Trump: "Gipfel mit Kim findet statt"
Der Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un soll nun doch am 12. Juni stattfinden. Das sagte Trump am Freitag in Washington.
Trump am Freitag nach einer Unterredung mit Kim Yong Chol, der rechten Hand des nordkoreanischen Diktators.
Trump sagt Treffen mit Kim Jong Un ab
Das für den 12. Juni geplante Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur wird nicht stattfinden. Der US-Präsident hat dem nordkoreanischen Machthaber abgesagt.
(COMBO) This combination of pictures created on May 24, 2018 shows US President Donald Trump speaking to the media as he makes his way to board Marine One at the White House on May 23, 2018 in Washington, DC, and an undated picture released from North Korea's official Korean Central News Agency (KCNA) on May 18, 2018 of North Korean leader Kim Jong-Un speaking while attending the first Enlarged Meeting of the 7th Central Military Commission of the Workers' Party of Korea (WPK) in Pyongyang.


US President Donald Trump told North Korean leader Kim Jong-Un on May 24, 2018, in letter that the Singapore summit will not take place.
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