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Trump trifft Putin beim G20: Ein Hoffnungsschimmer für Syrien
Der Handschlag des Jahres.

Trump trifft Putin beim G20: Ein Hoffnungsschimmer für Syrien

Foto: AFP
Der Handschlag des Jahres.
International 07.07.2017

Trump trifft Putin beim G20: Ein Hoffnungsschimmer für Syrien

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Bis zum Abend wird der G20-Gipfel in Hamburg von Differenzen geprägt. Grund sind die Handels- und Klimapolitik von US-Präsident Trump. Doch dann sorgen ausgerechnet die USA für eine echte Überraschung - und zwar für eine positive.

 (dpa) - Die USA und Russland haben sich völlig überraschend auf eine Waffenruhe für den Südwesten Syriens verständigt. Das teilte US-Außenminister Rex Tillerson am Freitagabend nach einem mehr als zweistündigen Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels in Hamburg mit. Der Waffenstillstand, an dem auch Jordanien beteiligt sei, solle am Sonntag beginnen, sagte Tillerson.

Diese unerwartete Einigung überstrahlt den ansonsten wegen Trumps Handels- und Klimapolitik von schweren Differenzen geprägten Gipfel. Das Gespräch zwischen Trump und Putin in Hamburg war das erste persönliche Treffen der beiden Präsidenten überhaupt. Neben Syrien hatten die beiden Staatschefs vor allem betont, dass sie ihre bilateralen Beziehungen verbessern wollten. 

"Kein Platz für Assad"

Tillerson sagte, bei dem Gebiet, in dem der Waffenstillstand gelten solle, handele sich um eine sehr wichtige Region in Syrien. „Es ist unser erster Erfolg“, sagte er. Er hoffe, dass dies fortgesetzt werden könne in anderen Regionen Syriens. Die US-Haltung zu Syriens Präsident Baschar al-Assad - einem Verbündeten Putins - habe sich aber nicht geändert. „Wir sehen keinen Platz für die Familie Assad in der politischen Zukunft Syriens.“ Es sei aber nicht entschieden, wie eine Machtübergabe und ein Abdanken Assads gestaltet werden könne.

Frühere vereinbarte Waffenruhen für das Bürgerkriegsland sind immer wieder gebrochen worden. Seit Jahresbeginn gilt offiziell eine Waffenruhe, die von Russland, der Türkei und dem Iran garantiert wird. Auch sind sogenannte Deeskalationszonen eingerichtet worden, in die sich Zivilisten flüchten können.    



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