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Trump sagt Staatsbesuch in Dänemark wegen Grönland ab
International 3 Min. 21.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Trump sagt Staatsbesuch in Dänemark wegen Grönland ab

In Grönland trotzen rund 56.000 Einwohner der nordischen Kälte - ein Großteil der Fläche von gigantischen 2.16 Millionen Quadratkilometern ist von Eis bedeckt.

Trump sagt Staatsbesuch in Dänemark wegen Grönland ab

In Grönland trotzen rund 56.000 Einwohner der nordischen Kälte - ein Großteil der Fläche von gigantischen 2.16 Millionen Quadratkilometern ist von Eis bedeckt.
Foto: AFP
International 3 Min. 21.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Trump sagt Staatsbesuch in Dänemark wegen Grönland ab

Eigentlich wollte Dänemark den roten Teppich für Donald Trump ausrollen. Sogar ein Treffen mit der Königin war geplant. Aber der mächtigste Mann der Welt schmeißt die Pläne über den Haufen.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump hat seinen Staatsbesuch in Dänemark abgesagt und dies damit begründet, dass Regierungschefin Mette Frederiksen nicht über einen Verkauf Grönlands reden wolle. Trump schrieb am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter, er verschiebe den Besuch, weil Frederiksen gesagt habe, dass sie kein Interesse daran habe, über einen Verkauf zu reden. Die Ministerpräsidentin habe den USA und Dänemark „einen sehr großen Aufwand“ erspart, indem sie so direkt gewesen sei, dafür danke er ihr, fügte Trump hinzu. Er freue sich darauf, „irgendwann in der Zukunft“ ein neues Treffen zu vereinbaren.


Idyllische Lage: Der ehemalige Immobilienmogul Trump will angeblich Grönland kaufen.
Präventive Absage an Trump: „Grönland ist nicht zu verkaufen“
Was kostet die Welt? Dass dem US-Präsidenten großspurige Ideen nicht ganz fremd sind, ist kein Geheimnis. Aber ist wirklich etwas dran, dass Donald Trump gerne Grönland kaufen würde? Die dortige Regierung jedenfalls geht auf Nummer sicher und reagiert präventiv.

 Ein Sprecher des Weißen Hauses stellte später klar, dass der gesamte Besuch am 2. und 3. September abgesagt sei. Der Präsident und First Lady Melania wollten mit der Reise in das skandinavische Land einer Einladung der dänischen Königin Margrethe II Folge leisten. Geplant waren bilaterale Gespräche und Treffen mit Wirtschaftsvertretern. Der Besuch sollte auf einen Aufenthalt Ende kommender Woche in Polen folgen.

Trumps Kaufinteresse an Grönland hatte vielerorts Verwunderung und Befremden ausgelöst - vor allem auf der Insel selbst und in Dänemark.

Verwunderung und Empörung in Dänemark

„Überraschung“, „Farce“, „Witz“ - Donald Trumps Absage hat in dem Land teils ungläubige Reaktionen hervorgerufen. „Es war eine Überraschung, aber wir haben nichts Weiteres dazu zu sagen“, erklärte Lene Balleby, die Sprecherin des dänischen Königshauses, dem dänischen Rundfunk DR am Mittwochmorgen. Der US-Präsident hatte die Absage am Dienstagabend auf Twitter damit begründet, dass die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen nicht über einen Verkauf Grönlands reden wolle.

Die ehemalige Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt fand in dem Kurznachrichtendienst deutlichere Worte als das Königshaus. „Soll das ein Witz sein? Zutiefst beleidigend für die Menschen in Grönland und Dänemark“, schrieb die Sozialdemokratin zu Trumps Absage. Der Chef der rechtspopulistischen Volkspartei, Kristian Thulesen Dahl, sprach von einer „Farce“. Die Regierung kündigte eine Stellungnahme Frederiksens für den Nachmittag an.     

Rückblick

Die dänsiche Premierministerin Mette Frederiksen hatte die Kaufinteressen von Donald Trump entschieden zurückgewiesen.
Die dänsiche Premierministerin Mette Frederiksen hatte die Kaufinteressen von Donald Trump entschieden zurückgewiesen.
AFP

In der vergangenen Woche hatten zunächst das „Wall Street Journal“, die „Washington Post“ und der Sender CNN darüber berichtet - dabei blieb aber unklar, wie ernst Trumps Interesse ist. In den Berichten hieß es, der Republikaner habe Berater angewiesen, die Möglichkeit zu prüfen, die zum dänischen Königreich gehörende autonome Arktisinsel zu erwerben. 

Wie seriös die Absichten seien, sei selbst für seine Mitarbeiter unklar. Es sei etwa diskutiert worden, ob eine solche Offerte überhaupt legal sei, wie eine solche Operation vonstatten gehen könne und wo das Geld dafür herkommen solle.

"Großes Immobiliengeschäft"  

Am Sonntag erklärte Trump dann, ein Kauf Grönlands könnte für die USA „strategisch“ interessant sein. Er fügte hinzu: „Im Grunde wäre es ein großes Immobiliengeschäft“. Dänemark verliere mit seiner Unterstützung für Grönland jedes Jahr viel Geld. Bei seiner angedachten Reise nach Kopenhagen könne das Thema besprochen werden, es sei aber nicht „oberste Priorität“ und nicht der Anlass des Besuchs. Dänemark sei ein wichtiger Nato-Partner, der den Schutz der USA genieße, sagte der frühere Immobilienunternehmer. Schon zu diesem Zeitpunkt deutete er an, dass die Reise entfallen könnte.


Icebergs float behind the town of Kulusuk in Greenland on August 16, 2019. - Greenland is not for sale, the mineral-rich island said on August 16, 2019, after a newspaper reported that US President Donald Trump was asking advisers whether it's possible for the United States to buy the Arctic island. (Photo by Jonathan NACKSTRAND / AFP)
Der neue Kalte Krieg
Donald Trump will Grönland kaufen. Was für Grönländer und Dänen wie ein Aprilscherz klingt, ist ein eisiger Ausdruck für den neuen Kalten Krieg.

Grönland und Dänemark hatten die Idee eines Verkaufs entschieden zurückgewiesen. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen besuchte Grönland am Sonntag und betonte dort erneut, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe. Zu Trumps Gedankenspielen sagte sie: „Ich hoffe inständig, dass dies nicht ernst gemeint ist.“ Der ehemalige Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hatte es Ende vergangener Woche auf Twitter noch deutlicher formuliert: „Das muss ein Aprilscherz sein“.

Grönland mit seinen rund 56 000 Einwohnern ist autonom, gehört aber zum dänischen Königreich. Ein Großteil der Fläche ist ständig von Eis bedeckt. Für Washington könnte Grönland durch seine Lage in der Arktis, die Nähe zu Russland und wegen dort vermuteter Bodenschätze strategisch bedeutend sein. 


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