Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Trump rudert zurück
International 2 01.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Blitzbesuch in Mexiko

Trump rudert zurück

International 2 01.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Blitzbesuch in Mexiko

Trump rudert zurück

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Bei der Ankündigung seiner Kandidatur hatte er Mexikaner noch als Drogenhändler und Vergewaltiger verunglimpft. Zu Besuch in Mexiko-Stadt schlägt der Republikaner plötzlich ganz andere Töne an.

(dpa) - Zu Gast bei Feinden: Seit Monaten schimpft Donald Trump auf mexikanische Einwanderer, jetzt hat der republikanische US-Präsidentschaftskandidat dem südlichen Nachbarland einen Überraschungsbesuch abgestattet.

Donald Trump und der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto am Mittwoch in Mexiko City.
Donald Trump und der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto am Mittwoch in Mexiko City.
Foto: REUTERS

„Ich habe großen Respekt vor den Mexikanern in den Vereinigten Staaten, vor ihrem Glauben, ihren Familienwerten und ihrer Gemeinschaft“, schmeichelt er nach einem Treffen mit Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto am Mittwoch. „Ich habe vielen von ihnen Arbeit gegeben. Das sind großartige Leute.“

Bei der Ankündigung seiner Kandidatur hatte er Mexikaner noch als Drogenhändler und Vergewaltiger verunglimpft. „Das hat viele Leute beleidigt“, sagt Peña Nieto. „Die Mexikaner haben Respekt verdient.“ Zwar reden die beiden Männer in der Präsidentenresidenz eingerahmt von Flaggen vor dem mächtigen Staatswappen von „offenen und konstruktiven“ Gesprächen, doch die Einschätzung der Beziehung könnte unterschiedlicher nicht sein.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Chancen

Peña Nieto betont die großen Chancen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, spricht von einer Million Menschen, die täglich legal die verkehrsreichste Grenze der Welt überschreiten, beschwört die Dynamik des gemeinsamen nordamerikanischen Marktes.

Für Trump bedeutet Mexiko vor allem eine Gefahr: Illegale Einwanderer und Drogen würden über die Grenze geschmuggelt und das Freihandelsabkommen Nafta führe dazu, dass Industriearbeitsplätze von den Vereinigten Staaten nach Mexiko abwanderten, sagt der millionenschwere Unternehmer. Peña Nieto schaut etwas gequält in die Ferne.

Mauerbau nicht in Frage gestellt

Zahlreiche Mexikaner gingen gegen Trump auf die Straßen.
Zahlreiche Mexikaner gingen gegen Trump auf die Straßen.
Foto: REUTERS

An seinen Plänen zum Bau einer Mauer an der US-Südgrenze hält er deshalb auch eisern fest. „Wir haben über die Mauer gesprochen, aber nicht darüber, wer sie bezahlt“, erklärt er nach dem Treffen. Kaum ist Trump wieder abgeflogen, widerspricht Peña Nieto der Darstellung. „Gleich zu Beginn des Gesprächs habe ich Donald Trump klar gemacht, dass Mexiko nicht für die Mauer zahlen wird“, schreibt er bei Twitter. „Danach hat sich die Unterhaltung auf andere Themen zubewegt und sehr respektvoll entwickelt.

Auf beiden Seiten des Rio Grande spekulierten die Analysten, was sich Trump und Peña Nieto von der ungewöhnlichen Stippvisite versprechen.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

In der Affäre um die Nutzung eines privaten E-Mail-Kontos von Ex-Außenministerin Hillary Clinton sind 15 000 weitere Nachrichten aufgetaucht. Die US-Bundespolizei hat die Nachrichten an das Außenministerium weitergegeben.
Hillary Clinton, hier in der Show von Fernsehmoderator Jimmy Kimmel, weist die Vorwürfe zurück.
Donald Trump bekommt nur schwer Ruhe in sein Wahlkampfteam. Nach einer Umbildung im Führungsteam hat jetzt Chefstratege Paul Manafort genug. Er war zuletzt wegen Verstrickungen in der Ukraine in die Schlagzeilen geraten.
Dem republikanischen Lobbyisten und Politikberater Paul Manafort (2. v. r.) werden unter anderem pro-russische Verstrickungen nachgesagt.
US-Präsidentschaftswahl
Es ist zwar keine Aufgabe - aber der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat angekündigt, dass ihm eine Wahlniederlage auch recht sei.
Donald Trumps Umfragewerte sinken. Jetzt relaitiviert er - mal wieder.