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Trump rät zum Tragen von Masken - will sich aber nicht daran halten
International 1 4 Min. 04.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump rät zum Tragen von Masken - will sich aber nicht daran halten

Donald Trump empfiehlt den Amerikanern das freiwillige Tragen von Gesichtsmasken.

Trump rät zum Tragen von Masken - will sich aber nicht daran halten

Donald Trump empfiehlt den Amerikanern das freiwillige Tragen von Gesichtsmasken.
Foto: AFP
International 1 4 Min. 04.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump rät zum Tragen von Masken - will sich aber nicht daran halten

Die USA haben mehr als 1.400 Tote durch das Coronavirus binnen 24 Stunden zu verzeichnen. Präsident Trump kündigt eine neue Richtlinie an, wonach Amerikaner nun auch Masken tragen sollten. Trump macht aber auch klar, wer sich daran nicht halten wird: nämlich er selbst.

(dpa) - Die US-Regierung rät entgegen der bislang geltenden Richtlinien nun auch zum Tragen von Gesichtsmasken als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. „Das ist freiwillig“, sagte US-Präsident Donald Trump am Freitagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weißen Haus. Er fügte hinzu: „Ich habe mich entschieden, es nicht zu tun.“ 

Die Empfehlung gelte für Masken aus Stoff, die man zum Beispiel zu Hause machen könne, nicht aber für medizinische Schutzmasken. Diese müssten dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben. Trump betonte, die neue Maßnahme ersetze die bisher empfohlenen Schutzmaßnahmen nicht, sondern ergänze sie.

Die Lage in den USA in der Corona-Krise spitzt sich indes immer weiter zu. Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 stieg innerhalb von 24 Stunden um mehr als 1.400 an. Die Opferzahl lag am Freitagabend (Ortszeit) Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge bei 7.406 - nach 5.949 am Abend zuvor. Diesen Angaben zufolge sind in den USA inzwischen mehr als 275.000 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Nach den Daten der Universität sind die USA das am stärksten betroffene Land weltweit.

Höhepunkt steht noch bevor

Nach den laufend aktualisierten Berechnungen des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle, auf die auch das Weiße Haus jüngst Bezug genommen hat, wird der Höhepunkt der Pandemie in den USA am 16. April erwartet - mit dann mehr als 2.600 Toten an diesem Tag. IHME prognostiziert, dass zum Höhepunkt der Krise Mitte des Monats mehr als 87.000 Krankenhausbetten in den USA fehlen werden, darunter fast 20.000 auf Intensivstationen.

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Trump sagte auf die Frage eines Reporters im Weißen Haus, warum er selbst sich nicht an die neue Masken-Maßnahme halten wolle: „Im Oval Office zu sitzen, hinter diesem schönen Resolute Desk (dem Schreibtisch des Präsidenten im Weißen Haus), dem großartigen Resolute Desk - ich denke, eine Gesichtsmaske zu tragen, wenn ich Präsidenten, Ministerpräsidenten, Diktatoren, Könige, Königinnen grüße, ich weiß nicht, irgendwie sehe ich das für mich selbst nicht. Sehe ich einfach nicht. Vielleicht werde ich meine Meinung ändern.“


TOPSHOT - US President Donald Trump looks on during the daily briefing on the novel coronavirus, COVID-19, in the Brady Briefing Room at the White House on March 31, 2020, in Washington, DC. (Photo by MANDEL NGAN / AFP)
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Die US-Gesundheitsbehörde CDC riet gesunden Menschen ohne Symptome bislang explizit nicht zum Tragen von Masken. Trump hatte bereits am Donnerstag gesagt, US-Bürger könnten selbstgemachte Masken oder einen Schal benutzen, um Mund und Nase abzudecken. Experten befürchten, dass eine Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken eine verstärkte Nachfrage auslösen und damit den Mangel an Masken für Personal im Gesundheitswesen verschärfen könnte.

Exportverbote von Masken

Trump kündigte an, dass die US-Regierung den Export knapper medizinischer Schutzausrüstung wegen der Ausbreitung des Corona-Virus verbieten wolle. Verhindert werden solle etwa der Export von Atemschutzmasken des Typs N95, von Operationshandschuhen und anderen Produkten. „Wir brauchen diese Produkte sofort bei uns im Land“, mahnte er. Trump betonte zugleich, wenn bestimmte Länder wie etwa Spanien große Probleme hätten und längerfristige Bestellungen aufgegeben hätten, werde er solche Lieferungen nicht stoppen. Spanien ist ebenfalls schwer von der Corona-Krise getroffen.

Das US-Unternehmen 3M, das unter anderem Atemschutzmasken herstellt, äußerte sich kritisch zu den Anweisungen aus dem Weißen Haus. Diese hätten erhebliche humanitäre Auswirkungen für bestimmte Länder. Außerdem könne der Schritt nach sich ziehen, dass andere Staaten ebenfalls den Export solcher Produkte in die USA aussetzten, was in der aktuellen Lage kontraproduktiv wäre. Trump tat die Kritik des Unternehmens ab und sagte, er sei nicht zufrieden mit 3M.

Trump hatte im vergangenen Monat ein Gesetz aus Kriegszeiten aktiviert, um angesichts der Corona-Krise verstärkt in die Privatwirtschaft eingreifen zu können. Damit will er unter anderem die Produktion von Beatmungsgeräten und Atemschutzmasken ankurbeln. Dieses Gesetz hatte er am Donnerstag gegen 3M angewandt.

Hotspot New York

Der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, hatte Ende Februar auf Twitter geschrieben: „Im Ernst, Leute - hört auf, Masken zu kaufen!“ Masken seien nicht dazu geeignet, die Infektion einer breiten Masse von Menschen durch das Corona-Virus zu verhindern. Ein Mangel an Masken gefährde das medizinische Personal. Angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus sind Schutzmasken auch in den USA zur Mangelware geworden.


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