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Trump nimmt Nominierung zum Kandidaten der Republikaner an
International 2 5 Min. 28.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump nimmt Nominierung zum Kandidaten der Republikaner an

(R-L) Barron Trump, First Lady Melania Trump, US-Präsident Donald Trump, Tiffany Trump und Donald Trump Jr. sehen sich die Feuerwerke über Washington DC an.

Trump nimmt Nominierung zum Kandidaten der Republikaner an

(R-L) Barron Trump, First Lady Melania Trump, US-Präsident Donald Trump, Tiffany Trump und Donald Trump Jr. sehen sich die Feuerwerke über Washington DC an.
Foto: AFP
International 2 5 Min. 28.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump nimmt Nominierung zum Kandidaten der Republikaner an

US-Präsident Trump nahm am Donnerstag die Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten an und wetterte erneut gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden.

(dpa) - Mit einem Schreckensszenario für den Fall eines Wahlsiegs der US-Demokraten hat Präsident Donald Trump zum Abschluss des Parteitags der Republikaner für seine Wiederwahl geworben. „Niemand wird in Bidens Amerika sicher sein“, sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) über seinen Herausforderer Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl am 3. November. „Solange ich Präsident bin, werden wir das absolute Recht eines jeden amerikanischen Bürgers verteidigen, in Sicherheit, Würde und Frieden zu leben. Die republikanische Partei wird die Stimme der patriotischen Helden bleiben, die für die Sicherheit Amerikas sorgen.“

Trump (74) hielt seine mehr als einstündige Ansprache entgegen der Gepflogenheiten vom Garten des Weißen Hauses aus. Kritiker warfen ihm vor, den Amtssitz für eine parteipolitische Veranstaltung zu missbrauchen.

Trump akzeptierte in seiner Rede die Kandidatur der Republikaner. „Mit einem Herzen voller Dankbarkeit nehme ich heute Abend diese Nominierung für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten an“, sagte er unter dem Applaus der rund 1.500 Gäste, die immer wieder „four more years“ skandierten - vier weitere Jahre.

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Trump präsentierte sich als Präsident für Recht und Ordnung. Biden (77) wies die Behauptung zurück, dass die USA unter ihm als Präsident nicht sicher wären. Der Ex-Vizepräsident schrieb auf Twitter: „Wenn Donald Trump heute Abend sagt, dass Sie in Joe Bidens Amerika nicht sicher sein werden, schauen Sie sich um und fragen Sie sich: Wie sicher fühlen Sie sich in Donald Trumps Amerika?“

Trump warf Biden vor, eine Marionette der radikalen Linken zu sein, die die Macht übernehmen wollten. „Joe Biden ist ein trojanisches Pferd für den Sozialismus.“ Der Präsident stimmte die Amerikaner auf eine Schicksalswahl ein. „Diese Wahl wird darüber entscheiden, ob wir den amerikanischen Traum retten oder ob wir zulassen, dass eine sozialistische Agenda das Schicksal zerstört, das uns am Herzen liegt“, sagte er. „Joe Biden ist kein Retter der Seele Amerikas, er ist der Zerstörer amerikanischer Arbeitsplätze. Und wenn man ihm die Chance gibt, wird er der Zerstörer amerikanischer Größe sein.“


US First Lady Melania Trump addresses the Republican Convention during its second day from the Rose Garden of the White House August 25, 2020, in Washington, DC. (Photo by Brendan Smialowski / AFP)
First Lady: USA brauchen Donald Trumps Führung mehr denn je
First Lady Melania Trump wirbt beim Parteitag der Republikaner für eine weitere Amtszeit von Donald Trump. Auf Angriffe gegen Herausforderer Biden verzichtet sie - anders als Präsidentensohn Eric Trump.

Trump lobte sein Krisenmanagement in der Corona-Pandemie, das eine Mehrheit der Amerikaner in Umfragen negativ bewertet. „Wir werden das Virus besiegen, die Pandemie beenden und stärker als je zuvor aus der Krise hervorgehen“, sagte er. „Wir werden vor dem Ende des Jahres oder vielleicht sogar schon früher einen Impfstoff herstellen.“

Biden warf Trump vor, die Bedrohung durch das Virus heruntergespielt, Experten ignoriert und keine ausreichenden Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen zu haben. „Jetzt zahlen wir den Preis dafür.“ In den USA sind nach Statistiken der Universität Johns Hopkins mehr als 180.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Alleine in den ersten drei Tagen des viertägigen Republikaner-Parteitags kostete die Pandemie demnach rund 3.000 Menschen das Leben.

Trump inszeniert sich als Bürgerrechtskämpfer

Trump warb bei seiner Ansprache auch um die Stimmen schwarzer Wähler, die zu Bidens wichtigen Unterstützern zählen. „Ich habe in drei Jahren mehr für die schwarze Gemeinschaft getan als Joe Biden in 47 Jahren“, behauptete Trump. „Ich sage mit großer Bescheidenheit, dass ich mehr für die afroamerikanische Community getan habe als jeder Präsident seit Abraham Lincoln.“

Unter dem Republikaner Lincoln wurde vom Kongress der 13. Zusatz zur US-Verfassung angenommen, mit dem die Sklaverei in den USA abgeschafft wurde. Nach früheren ähnlichen Äußerungen Trumps verwiesen Experten bereits auf das in der Amtszeit von Lyndon B. Johnson 1965 nach Protesten angenommene Wahlrechtsgesetz. Das erlaubte allen US-Bürgern unabhängig von ihrer Hautfarbe und ihrer Herkunft, sich an Wahlen zu beteiligen und sich in ein öffentliches Amt wählen zu lassen.

Trump wirbt damit, dass die Arbeitslosenquote auch unter Afroamerikanern vor der Corona-Pandemie auf ein historisches Tief gesunken war. Zudem stellte er die Finanzierung von historisch schwarzen Universitäten sicher. Seine Justizreform führte zur Freilassung zahlreicher schwarzer Häftlinge.

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Während des Republikaner-Parteitags gab es erneute Proteste gegen Polizeigewalt, nachdem ein schwarzer Amerikaner in der Stadt Kenosha bei einem Polizeieinsatz von Schüssen in den Rücken schwer verletzt wurde. In Kenosha kam es dabei neben friedlichen Demonstrationen auch zu Ausschreitungen mit brennenden Gebäuden und Autos. Ein 17-jähriger Trump-Anhänger wurde des Mordes angeklagt, nachdem er in der Nacht auf Mittwoch mit einem Sturmgewehr zwei Demonstranten erschossen und einen weiteren schwer verletzt haben soll.


Der Verdächtige versucht vergeblich, sich der Polizei zu stellen, doch die lässt ihn passieren.
USA: 17-Jähriger nach tödlichen Schüssen auf Demonstranten festgenommen
Der Jugendliche soll wegen Mordes angeklagt werden, so die Polizei. Auf Videos ist zu sehen, wie er mit einem Gewehr auf Demonstranten schießt, zwei Menschen starben.

Trump erwähnte Kenosha in seiner Rede lediglich als Stadt, in der Ordnung wiederhergestellt werden müsse. Den Namen des bei dem Polizeieinsatz schwer verletzten Jacob Blake nannte Trump nicht. Auch George Floyd fand keine Erwähnung in Trumps Rede.

Floyds Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai hatte zu landesweiten Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus geführt. Die Proteste waren überwiegend friedlich, in einigen Städten kam es aber zu schweren Ausschreitungen. Trump ging in seiner Ansprache weder auf die friedlichen Proteste noch auf die verbreitete Diskriminierung und Ungerechtigkeit ein. Stattdessen verurteilte er „die Randale, Plünderungen, Brandstiftung und Gewalt, die wir in von Demokraten geführten Städten gesehen haben“.

Trump behauptete, dass eine Biden-Regierung den Polizeibehörden die Finanzierung entziehen und die Amerikaner entwaffnen würde. Keiner dieser Punkte gehört zu Bidens Forderungen. Trump versprach seinerseits eine Stärkung der Polizei.

Biden „Chinas Wunschkandidat“

Trump porträtierte seinen Herausforderer als Wunschkandidaten Chinas. Biden habe den Aufstieg Chinas als positive Entwicklung für Amerika und die Welt dargestellt, sagte der Präsident. „Aus diesem Grund unterstützt China Joe Biden und will unbedingt, dass er gewinnt.“ Trump warnte: „China würde unser Land besitzen, sollte Joe Biden gewählt werden.“ Der Präsident sagte mit Blick auf das Coronavirus, anders als sein Herausforderer werde er China „für die Tragödie, die sie auf der ganzen Welt verursacht haben“, zur Rechenschaft ziehen.


Democratic presidential nominee and former US Vice President Joe Biden participates in a virtual grassroots fundraiser along his vice presidential running mate, US California Senator Kamala Harris, at the Hotel du Pont in Wilmington, Delaware on August 12, 2020. (Photo by Olivier DOULIERY / AFP)
Joe Biden, der Tröster der Nation
Die US-Demokraten nominieren Joe Biden zum Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei. Die Corona-Pandemie macht den leidgeprüften 77-Jährigen zum idealen Anwärter für das Weiße Haus.

Bei der Veranstaltung im Garten des Weißen Hauses wurden Empfehlungen zum Schutz vor Corona-Infektionen nicht eingehalten. Die rund 1.500 Gäste saßen dicht gedrängt, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Die allermeisten Gäste trugen keine Schutzmasken. Einige schüttelten in der dicht gedrängten Menge vor Beginn der Veranstaltung Hände.

Das Wahlkampfteam teilte mit, Gesundheitsexperten hätten mit den Republikanern zusammengearbeitet, um zu gewährleisten, dass der Sicherheit von Personen beim Parteitag Rechnung getragen werde. Die strengen Protokolle stünden in Übereinstimmung mit den Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC.


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