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Trump nennt Vergiftung Nawalnys tragisch und furchtbar
International 2 Min. 05.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump nennt Vergiftung Nawalnys tragisch und furchtbar

Donald Trump betonte sein gutes Verhältnis zu Wladimir Putin.

Trump nennt Vergiftung Nawalnys tragisch und furchtbar

Donald Trump betonte sein gutes Verhältnis zu Wladimir Putin.
Foto: AFP
International 2 Min. 05.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump nennt Vergiftung Nawalnys tragisch und furchtbar

Es sei interessant, dass alle zuerst Russland erwähnten, so Trump, aber zurzeit solle man mehr über China reden, weil die Dinge, die China mache, viel schlimmer seien.

(dpa) - Die US-Regierung hat nach Worten von Präsident Donald Trump noch keine Beweise für eine Vergiftung von Alexej Nawalny gesehen, zweifelt aber nicht an Deutschlands Erkenntnissen. „Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Es ist tragisch, furchtbar, wir haben noch keine Beweise gesehen, aber werden es uns anschauen“, sagte Trump am Freitag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zum Fall des russischen Oppositionspolitikers.

Trump hielt sich mit Kritik an Moskau zurück und betonte stattdessen, er habe eine gute Beziehung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Russland bestreitet, in die Vergiftung des 44 Jahre alten Politikers verwickelt zu sein. Nawalny war am 20. August auf einem Flug in Russland ins Koma gefallen und später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt worden. Die Bundesregierung hatte nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, dass sie es als zweifelsfrei erwiesen ansehe, dass Nawalny mit dem militärischen Nervengift Nowitschok vergiftet worden sei. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag, dass „die Unterrichtung unserer Partner in der Europäischen Union und der Nato“ mit zu den ersten Schritten gehörte.


23.08.2020, Berlin: Wolken ziehen über das Bettenhaus der Charité. Seit Samstag wird der prominente Kremlkritiker Alexej Nawalny in der Charité behandelt. Nawalny liegt seit Donnerstag im Koma und wird künstlich beatmet. Am Samstag hatte ihn ein Spezialflugzeug aus dem 4000 Kilometer entfernten Omsk nach Berlin gebracht. Nawalnys Team geht davon aus, dass er während einer Reise durch Sibirien Opfer eines Giftangriffs wurde. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Charité: Hinweise auf Vergiftung Nawalnys
Der Kremlkritiker Alexej Nawalny dürfte tatsächlich vergiftet worden sein, wie die Ärzte an der Berliner Charité nun herausfanden.

Auf die Frage, ob er die deutsche Angaben bezweifle, wich Trump zuerst aus. Es sei interessant, dass alle zuerst Russland erwähnten, aber zurzeit solle man mehr über China reden, weil die Dinge, die China mache, viel schlimmer seien, wenn man sich das Geschehen in der Welt ansehe.

Trump ging dann noch einmal auf die Nowitschok-Vergiftung Nawalnys ein: „Ich wäre sehr verärgert, wenn das der Fall ist. Und es sieht so aus, als ob das sehr gut der Fall sein könnte. Davon ausgehend, was Deutschland sagt, scheint das der Fall zu sein.“

Kritik an Nord Stream 2

Trump erneute seine Kritik am Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Er verstehe nicht, wieso Deutschland mit Russland Geschäfte mache und zugleich Sanktionen gegen Moskau verhänge und dann noch von den USA erwarte, militärisch gegen das Land geschützt zu werden. Auch in Deutschland gibt es inzwischen Politiker, die das Projekt wegen der Vergiftung Nawalnys kritisch sehen und beenden wollen.


Niemand will es gewesen sein: Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny liegt mit Vergiftungserscheinungen im Koma.
Fall Nawalny: Genug ist genug
Nach dem Mordversuch an dem Oppositionellen Alexej Nawalny müssen Russland Grenzen aufgezeigt werden.

Die Berliner Justizverwaltung prüft inzwischen ein Rechtshilfeersuchen der russischen Behörden, wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Freitag mitteilte. Über dessen Bewilligung werde nach einer Prüfung und gegebenenfalls in Absprache mit den zuständigen Bundesbehörden entschieden.

Moskau bezweifelt, dass Nawalny vergiftet wurde, und will Informationen darüber erhalten, welche Substanz genau bei dem Oppositionellen gefunden wurde. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte deshalb in der vergangenen Woche ein Rechtshilfegesuch in Deutschland gestellt.


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Zum ersten Mal seit seiner Vergiftung spricht Kremlgegner Nawalny selbst deutlich aus, wen er für den wahren Schuldigen hält: Putin. Die Antwort aus Moskau lässt nicht lange auf sich warten.
(COMBO) This combination of pictures created on October 1, 2020 shows Russian opposition leader Alexei Navalny (L, on January 16, 2018 in Moscow) and Russian President Vladimir Putin (on July 4, 2019 in Rome). - Russian opposition leader Alexei Navalny has accused President Vladimir Putin of being behind his poisoning, in his first interview published since he left the German hospital where he was treated. "I assert that Putin is behind this act, I don't see any other explanation," he told the German weekly Der Spiegel, which published extracts from the interview on its website Thursday, October 1, 2020. (Photos by Mladen ANTONOV and Tiziana FABI / AFP)
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