Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Trump liefert neue Version über Zahlung an Pornostar
International 2 Min. 03.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Trump liefert neue Version über Zahlung an Pornostar

Trumps Anwalt Cohen (l.) hat zugegeben, Clifford kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 aus eigener Tasche 130.000 Dollar gezahlt zu haben.

Trump liefert neue Version über Zahlung an Pornostar

Trumps Anwalt Cohen (l.) hat zugegeben, Clifford kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 aus eigener Tasche 130.000 Dollar gezahlt zu haben.
Fotos: AFP
International 2 Min. 03.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Trump liefert neue Version über Zahlung an Pornostar

Die Affäre um die Pornodarstellerin Stormy Daniels lässt Donald Trump nicht los. Nun dreht er gemeinsam mit seinem Anwalt Rudy Giuliani die Geschichte. Seine Kritiker müssen das nicht glauben, sondern das Gegenteil beweisen.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump hat seinen Anwalt Michael Cohen nach Darstellung seines neuen Rechtsberaters Rudy Giuliani entschädigt, nachdem Cohen 130 000 US-Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels gezahlt hatte. Das Geld sei über eine Anwaltskanzlei geflossen „und der Präsident hat es zurückgezahlt“, sagte Giuliani am Mittwochabend (Ortszeit) in einem Interview des Senders Fox News.


Giuliani: Trump hat Cohen für Zahlung an Pornostar entschädigt
Die Affäre um die Pornodarstellerin Stormy Daniels lässt Donald Trump nicht los. Nun sorgt ausgerechnet sein neuer Anwalt Rudy Giuliani mit einer Bemerkung für Schlagzeilen. Er scheint dem Präsidenten dabei sogar ein wenig zu widersprechen.

Trump selbst und seine Sprecherin Sarah Sanders hatten zuvor erklärt, Trump habe von der Zahlung nichts gewusst. Der Präsident selbst lieferte am Donnerstag eine neue Erklärung: Bei der Rückzahlung an Cohen habe es sich um eine monatliche Abschlagszahlung für den Anwalt gehandelt. Mit diesem Geld sei er in das Stillhalteabkommen mit der Pornodarstellerin eingetreten. Dies sei ohne Wissen und Beteiligung der Wahlkampforganisation Trumps geschehen. „Geld aus dem Wahlkampf oder Wahlspenden haben dabei keine Rolle gespielt“, schrieb Trump.

Mit dieser Schilderung - sollte er sie glaubhaft untermauern können - schlägt Trump zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits wehrt er Vorwürfe ab, bei der Zahlung Cohens handelt es sich um eine illegale Wahlkampfunterstützung. Andererseits ist seine frühere Behauptung nicht einwandfrei zu widerlegen, dass er von dem Schweigegeld nichts gewusst habe.

"Sehr üblich"


"Der gesündeste Kandidat, der jemals in das Präsidentenamt gewählt würde" - diese Formulierung soll nicht von Trumps Arzt stammen.
Trump soll eigenes Gesundheitszeugnis verfasst haben
Harold Bornstein ist der Arzt, der Donald Trump als "gesündesten Kandidaten, der jemals gewählt wurde" bezeichnet hat. Jetzt sagt er: Trump hat diesen Brief diktiert.

Vorsichtshalber wies Trump am Donnerstag noch einmal darauf hin, dass Schweigegeld-Vereinbarungen unter Prominenten und Reichen sehr üblich seien. Die Vereinbarung mit Stormy Daniels sei voll in Kraft und Verstöße gegen ihre Einhaltung würden rechtlich verfolgt, schrieb der Präsident. Daniels hatte die Vereinbarung bewusst gebrochen und über eine sexuelle Affäre mit Trump in Interviews berichtet.

Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York und einer der glühendsten Unterstützer Trumps im Wahlkampf, erklärte in dem Fernsehinterview, Trump habe seines Wissens keine Kenntnis über die Einzelheiten gehabt. „Aber er wusste von der allgemeinen Vereinbarung, dass Michael sich um die Dinge kümmern würde, so wie ich mich um solche Dinge für meine Klienten kümmere. Ich belaste sie nicht mit allem, was kommt. Das sind vielbeschäftigte Leute.“ Giuliani gehört seit kurzem zu Trumps Juristenteam.

Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, hatte 2006 nach eigener Aussage Sex mit Donald Trump - kurz nachdem dessen Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht hatte. Trump bestreitet das weiterhin.

Heikles Thema

Sein Anwalt Cohen hat zugegeben, Clifford kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 aus eigener Tasche 130 000 Dollar gezahlt zu haben. Er erklärte, die Trump Organisation und Trumps Wahlkampflager seien weder direkt noch indirekt an der Zahlung beteiligt gewesen und hätten ihn auch nicht dafür entschädigt. Nach Cliffords Darstellung handelte es sich um Schweigegeld.


(FILES) In this file photo taken on April 16, 2018 adult-film actress Stephanie Clifford, also known as Stormy Daniels speaks outside US Federal Court with her lawyer Michael Avenatti (R) in Lower Manhattan, New York.
Adult film star Stormy Daniels filed a defamation suit on April 30, 2018 against US President Donald Trump for a tweet in which he dismissed a composite sketch that Daniels says depicted a man who threatened her in 2011. / AFP PHOTO / EDUARDO MUNOZ ALVAREZ
Stephanie Clifford verklagt Trump wegen Verleumdung
Die Pornodarstellerin Stephanie Clifford alias Stormy Daniels hat Klage gegen US-Präsident Donald Trump wegen Verleumdung eingereicht. Hintergrund ist eine Twitternachricht Trumps, in der er sie als Schwindlerin bezeichnete.

Trump hatte Anfang April gesagt, nichts von der Zahlung gewusst zu haben. Als er von Journalisten an Bord der Air Force One gefragt wurde, ob er über die Zahlung informiert gewesen sei, sagte Trump: „Nein“. Und er wisse auch nicht, woher das Geld gestammt habe. Als er damals gefragt wurde, warum sein Anwalt das Geld gezahlt habe, sagte Trump: „Das müssen Sie Michael Cohen fragen.“

Das Thema ist für Trump heikel. Am 9. April durchsuchte das FBI das Büro, die Wohnung und ein Hotelzimmer Cohens. Dabei beschlagnahmten die Ermittler E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittener Zahlung.

Stormy Daniels' Anwalt Michael Avenatti sagte dem Sender MSNBC am Mittwoch, Giulianis Äußerungen machten ihn sprachlos. Das amerikanische Volk sei über Monate über die Vereinbarung belogen worden und habe es verdient, nun die Wahrheit zu erfahren.