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Trump kündigt neue Sanktionen gegen Iran an
International 1 2 Min. 08.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump kündigt neue Sanktionen gegen Iran an

Der US-Präsident schlug am Mittwoch friedlichere Töne an.

Trump kündigt neue Sanktionen gegen Iran an

Der US-Präsident schlug am Mittwoch friedlichere Töne an.
Foto: AFP
International 1 2 Min. 08.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump kündigt neue Sanktionen gegen Iran an

In der Nacht schlagen Raketen auf Militärstützpunkte der Amerikaner im Irak ein. Am Tag danach macht Präsident Trump klar: Er will vorerst nicht mit militärischen Mitteln reagieren, aber doch Druck auf Teheran machen.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump hat nach dem iranischen Vergeltungsangriff eine deeskalierende Botschaft gesandt. „Die Tatsache, dass wir dieses großartige Militär und die Ausrüstung haben, bedeutet allerdings nicht, dass wir es einsetzen müssen. Wir wollen es nicht einsetzen“, sagte Trump am Mittwoch bei einer Ansprache im Weißen Haus.

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Nach Raketenangriffen auf zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak zur Vergeltung der gezielten Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani hatte Trump weitere Wirtschaftssanktionen gegen den Iran angekündigt, aber zunächst keine militärische Antwort.

Die Vereinigten Staaten seien bereit zum Frieden mit allen, die dies wollten. Trump betonte auch, die Attacke der Iraner in der Nacht zum Mittwoch habe keine Todesopfer gefordert.

UN werten Trump-Rede als Deeskalationszeichen 

Die Vereinten Nationen nahmen die Ansprache von Trump mit Wohlwollen zur Kenntnis. „Wir begrüßen jeden Hinweis darauf, dass die Führer von einer größeren Konfrontation Abstand nehmen und alles tun, um eine weitere Eskalation zu vermeiden“, sagte der Sprecher von Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, am Mittwoch in New York.

Der Iran hatte Raketen auf die vom US-Militär genutzten Stützpunkte Ain al-Assad westlich von Bagdad und im nördlich gelegenen Erbil abgeschossen. Teheran nannte die Angriffe einen „Akt der Selbstverteidigung“ nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftschlag in der vergangenen Woche.

Racheaktion mit Vorwarnung

„Keine Amerikaner sind bei der Attacke in der vergangenen Nacht zu Schaden gekommen“, sagte Trump. Auch auf irakischer Seite sei niemand ums Leben gekommen. Der Militärstützpunkt habe ebenfalls „nur minimalen Schaden“ davongetragen. Hintergrund sei ein Frühwarnsystem gewesen, das gut funktioniert habe.


TOPSHOT - An image grab from footage obtained from the state-run Iran Press news agency on January 8, 2020 allegedly shows rockets launched from the Islamic republic against the US military base in Ein-al Asad in Iraq the prevous night. - Iran fired a volley of missiles late on January 7, 2020 at Iraqi bases housing US and foreign troops in Iraq, the Islamic republic's first act in its promised revenge for the US killing of a top Iranian general. Launched for the first time by government forces inside Iran instead of by proxy, the attack marked a new turn in the intensifying confrontation between Washington and Tehran and sent world oil prices soaring. (Photo by - / IRAN PRESS / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT - AFP PHOTO / HO / IRAN PRESS NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS FROM ALTERNATIVE SOURCES, AFP IS NOT RESPONSIBLE FOR ANY DIGITAL ALTERATIONS TO THE PICTURE'S EDITORIAL CONTENT, DATE AND LOCATION WHICH CANNOT BE INDEPENDENTLY VERIFIED  - NO RESALE - NO ACCESS ISRAEL MEDIA/PERSIAN LANGUAGE TV STATIONS/ OUTSIDE IRAN/ STRICTLY NI ACCESS BBC PERSIAN/ VOA PERSIAN/ MANOTO-1 TV/ IRAN INTERNATIONAL /
Iran macht Drohungen wahr: Raketenangriffe auf US-Militär im Irak
Es ist ein Racheakt mit Ansage: Nachts schlagen Raketen auf Militärstützpunkten im Irak ein. Viel spricht dafür, dass Teheran eine massive Konfrontation mit den USA vermeiden will.

Die nächtliche Racheaktion der Iraner kam mit Vorwarnung. Iraks Regierung wurde nach eigenen Angaben kurz vor dem Angriff aus Teheran über den Militärschlag informiert. Iraks Regierungschef Adel Abdel Mahdi sagte, zur selben Zeiten hätten sich auch die Amerikaner gemeldet.

Trump will neues Atomabkommen

Es war eine neue Eskalation in einem seit Monaten dauernden politischen Konflikt, der von wiederkehrenden Eskalationen geprägt war. Trump hatte 2018 das mühsam ausgehandelte internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt, weil es aus seiner Sicht nicht weit genug geht. Die Amerikaner versuchen seitdem, Teheran mit einer „Kampagne maximalen Drucks“ in die Knie zu zwingen und haben massive Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängt. Dies soll nun weitergehen.

Trump rief Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China dazu auf, nicht mehr am Atomabkommen mit dem Iran festzuhalten. Stattdessen müssten diese Staaten gemeinsam mit den USA an einem neuen Abkommen mit dem Iran arbeiten, „das die Welt zu einem sichereren und friedlicheren Ort“ machen würde. „Solange ich Präsident der Vereinigten Staaten bin, wird es dem Iran nie erlaubt sein, eine Atomwaffe zu besitzen.“


TOPSHOT - EDITORS NOTE: Graphic content / Rescue teams recover debris from a field after a Ukrainian plane carrying 176 passengers crashed near Imam Khomeini airport in the Iranian capital Tehran early in the morning on January 8, 2020, killing everyone on board. - The Boeing 737 had left Tehran's international airport bound for Kiev, semi-official news agency ISNA said, adding that 10 ambulances were sent to the crash site. (Photo by - / AFP)
Mehr als 170 Tote bei Flugzeugabsturz im Iran
Inmitten der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran stürzt nahe Teheran ein Passagierflugzeug ab. Ob ein Zusammenhang besteht, ist zunächst unklar. Alle Insassen wurden getötet.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani sagte: „Falls die Amerikaner weitere Angriffe und Verbrechen gegen den Iran planen sollten, werden wir eine Antwort geben, die noch härter ist als der heutige Angriff.“

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei bezeichnete den Angriff gegen die US-Militärstützpunkte als „Ohrfeige“ für die USA. „Die Amerikaner haben in dieser Region nur Krieg und Zerstörung angerichtet“, sagte der Ajatollah, der auch oberster Befehlshaber der iranischen Streikräfte ist. Der Iran verfolge keine Kriegsabsichten, habe aber auf die Tötung Soleimanis reagieren müssen, erklärte Chamenei.