Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Trump: "Können Wahl nur bei Manipulation verlieren"
International 3 4 Min. 18.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump: "Können Wahl nur bei Manipulation verlieren"

Trump-Unterstützer am Montag in Mankato, Minnesota.

Trump: "Können Wahl nur bei Manipulation verlieren"

Trump-Unterstützer am Montag in Mankato, Minnesota.
Foto: AFP
International 3 4 Min. 18.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump: "Können Wahl nur bei Manipulation verlieren"

US-Präsident Trump geht fest von seinem Wahlsieg im November aus - wenn die Wahl nicht manipuliert wird. Sorgen um mögliche Manipulation heizen keine drei Monate vor der Wahl auch den Streit um die Post an.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump hält eine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl im November nur im Fall von Wahlmanipulationen für möglich. „Wir müssen diese Wahl gewinnen“, sagte Trump am Montag (Ortszeit) bei einem Auftritt vor Anhängern in Oshkosh im Bundesstaat Wisconsin. „Stellen Sie sicher, dass Ihre Stimmen gezählt werden. Stellen Sie das sicher, weil der einzige Weg, wie wir diese Wahl verlieren werden, ist, wenn die Wahl manipuliert ist. Denken Sie daran. Das ist der einzige Weg, wie wir diese Wahl verlieren werden.“ Trump betonte: „Wir werden für das Überleben unserer Nation und der Zivilisation selbst kämpfen.“

Um mögliche Wahlmanipulation geht es auch im Streit um die Ausstattung der Post vor der Wahl. Trump hatte am vergangenen Donnerstag offen davon gesprochen, der Post die notwendigen Mittel vorzuenthalten, um Abermillionen Briefwahlzettel fristgerecht zu befördern. Demokraten sehen darin einen Versuch des republikanischen Amtsinhabers, die Wahlbeteiligung zu seinen Gunsten gering zu halten. Trump hat dagegen wiederholt erklärt, dass Briefwahl das Fälschungsrisiko deutlich erhöhe - ohne dafür Belege vorzulegen.

Die Demokraten setzen sich dafür ein, dass wegen der Pandemie möglichst vielen Wählern die Abstimmung per Briefwahl ermöglicht wird. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, sagte am Dienstag: „Wenn Amerikaner die Fairness der Wahlen anzweifeln, ist das der Anfang vom Ende.“ Er warf Post-Chef Louis DeJoy - einem Verbündeten Trumps - vor, die Post „Stein für Stein“ abbauen zu wollen. Schumer bestätigte zugleich, dass DeJoy an diesem Freitag vor dem Heimatschutzausschuss des Senats aussagen werde.

Im Kontrollausschusses des Repräsentantenhauses soll DeJoy dann nach Angaben der Ausschussvorsitzenden Carolyn Maloney am Montag aussagen. Der Senat wird von Trumps Republikanern dominiert, das Repräsentantenhaus von den Demokraten. DeJoy wurde im Juni vom Aufsichtsrat der Post zu deren Chef ernannt. Er ist ein wichtiger Spender für Trump und dessen Republikaner.


(FILES) In this file photo taken on August 13, 2020 US Speaker of the House, Nancy Pelosi, Democrat of California, holds her weekly press briefing on Capitol Hill in Washington, DC. - Speaker Nancy Pelosi on August 14 said she would recall the House of Representatives from its summer recess to vote this week on an act "to save the Postal Service." (Photo by JIM WATSON / AFP)
US-Post: Pelosi ruft Abgeordnete aus Sommerpause zurück
Wegen der wachsenden Sorge vor Beeinträchtigungen des Postbetriebs und Folgen für die Briefwahl ruft die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses die Abgeordneten aus der Sommerpause zurück.

Kritiker werfen Trump vor, mit Kürzungen bei der Post die verbreitete Briefwahl mitten in der Corona-Pandemie verhindern zu wollen. Die Justizministerin des Bundesstaats New York, Letitia James, kündigte an, gemeinsam mit mehreren Kollegen aus anderen Bundesstaaten rechtliche Schritte zu prüfen, um die Post gegen etwaige Maßnahmen von Trump zu schützen. James nannte es „zutiefst beunruhigend“, dass Trump versuche, den Betrieb der Post vor der Wahl zu stören. Sie warf dem Präsidenten vor, damit zu versuchen, an der Macht zu bleiben.

Trump wies die Vorwürfe am Montag erneut zurück. „Ich habe alle angewiesen, die Post zu beschleunigen, nicht die Post zu verlangsamen“, sagte er. Trump verteidigte die Maßnahmen als Versuch, die Verluste beim staatlichen Postdienst zu stoppen. „Die Post hat in kurzer Zeit 78 Milliarden Dollar verloren“, sagte Trump dem Sender Fox News. „Sie wurde schrecklich geführt, und wir korrigieren das.“ Später schrieb er auf Twitter: „Rettet die Post!“

Den Demokraten warf Trump vor, die Anhörung DeJoys auf Montag gelegt zu haben - dem ersten Tag des Parteitags der Republikaner in Charlotte in North Carolina, bei dem Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll. Trumps Herausforderer Joe Biden soll in dieser Woche auf dem Parteitag der Demokraten in Milwaukee (Wisconsin) nominiert werden.


President Donald Trump's personal lawyer Rudy Giuliani listens as US President Donald Trump delivers remarks to the City of New York Police Benevolent Association at the Trump National Golf Club in Bedminster, NJ, on August 14, 2020. (Photo by JIM WATSON / AFP)
Trump vs. USPS: Streit um Briefwahl und US-Post spitzt sich zu
In der Corona-Pandemie werden viele US-Amerikaner ihre Stimme bei der Präsidentenwahl per Brief abgeben. Doch Trump, offener Gegner der Briefwahl, entzieht der Post die finanziellen Mittel.

Die Lage bei der Post war in den vergangenen Tagen ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Angesichts der Corona-Pandemie wird erwartet, dass viele Amerikaner auf Briefwahl zurückgreifen und nicht ins Wahllokal gehen werden. Die Post warnte fast alle Bundesstaaten, sie könne nicht garantieren, dass Stimmzettel rechtzeitig ankommen - während sie Sortiermaschinen und Briefkästen abbaue.

Im Streit um die Ausstattung der Post vor der US-Präsidentschaftswahl im November hat der Chef der Behörde eine pünktliche Zustellung von Briefwahl-Unterlagen nun allerdings zugesichert. Post-Chef Louis DeJoy teilte am Dienstag in Washington mit, Wahlpost werde „pünktlich und innerhalb unserer gut etablierten Servicestandards“ zugestellt. Reformen, die er angestoßen habe, würden vorerst gestoppt. „Um auch nur den Anschein einer Auswirkung auf die Wahlpost zu vermeiden, setze ich diese Initiativen bis nach der Wahl aus.“ DeJoy ist ein Verbündeter von US-Präsident Donald Trump. 

Wegen des Streits wurde das Repräsentantenhaus aus der Sommerpause zurückgerufen. Die Vorsitzende der Kongress-Kammer, die Demokratin Nancy Pelosi, hatte mitgeteilt, am Samstag solle über ein Verbot von Kürzungen im Post-Betrieb abgestimmt werden, die das Angebot unter den Stand zum 1. Januar 2020 absinken ließen. Der Senat müsste einer solchen Regelung des Repräsentantenhauses zustimmen. In dieser Kongress-Kammer haben Trumps Republikaner die Mehrheit.

Was die benötigte zusätzliche Finanzierung der Post angeht, ist aktuell ein Betrag von 25 Milliarden Dollar für den Postbetrieb im Gespräch. Das Weiße Haus hatte seine Zustimmung dazu zuvor von einer Gesamtlösung im Streit über Hilfsmaßnahmen für die US-Wirtschaft in der Corona-Krise abhängig gemacht, war jedoch zuletzt von dieser Position abgerückt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Kamala Harris schreibt Geschichte. Die Tochter einer Mutter aus Indien und eines Vaters aus Jamaica tritt in den USA als erste schwarze Frau für das Amt der Vizepräsidentin an.
US Democratic Presidential hopeful US Senator for California Kamala Harris speaks during the Democratic National Committee's summer meeting in San Francisco, California. - Democratic presidential nominee Joe Biden named Harris, a high-profile black senator from California, as his vice presidential choice on August 11, 2020, capping a months-long search for a Democratic partner to challenge President Donald Trump in November. (Photo by JOSH EDELSON / AFP)
Die Wirtschaftsleistung in den USA bricht ein, die Zahl der Corona-Toten in den USA steigt auf mehr als 150.000. Kurz danach bringt US-Präsident Trump eine Verschiebung der Wahl im November ins Spiel - und erntet damit heftigen Protest.
US President Donald Trump arrives to speak at the press briefing at the White House in Washington, DC, on July 30, 2020. (Photo by JIM WATSON / AFP)