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Trump holt Insider und Provokateur ins Weiße Haus
International 14.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Die neue Mannschaft in Washington

Trump holt Insider und Provokateur ins Weiße Haus

Zwei kontorverse Entscheidungen: Reince Priebus (links) soll Trumps Stabschef werden, der radikale Provocateur Steve Bannon sein Chefstratege.
Die neue Mannschaft in Washington

Trump holt Insider und Provokateur ins Weiße Haus

Zwei kontorverse Entscheidungen: Reince Priebus (links) soll Trumps Stabschef werden, der radikale Provocateur Steve Bannon sein Chefstratege.
AFP
International 14.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Die neue Mannschaft in Washington

Trump holt Insider und Provokateur ins Weiße Haus

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Kann das gutgehen? Kurz nach seiner Wahl versucht Donald Trump offenbar einen Spagat zwischen dem Partei-Establishment und seiner radikaleren Basis. Aber das birgt Zündstoff.

(dpa) - Trotz seiner massiven Wahlkampf-Kritik am „Washingtoner Sumpf“ setzt der künftige US-Präsident Donald Trump bei seiner ersten wichtigen Personalentscheidung auf einen Insider. Den enorm einflussreichen Posten des Stabschefs im Weißen Haus vergibt der Republikaner an den Parteivorsitzenden Reince Priebus. Zugleich berief Trump am Sonntag den radikalen Provokateur Steve Bannon, der ebenfalls als Anwärter auf das Amt des Stabschefs gegolten hatte, zu seinem Chefstrategen. Damit versucht er offensichtlich, eine Brücke zum Partei-Establishment sowie dem Kongress zu schlagen - und es zugleich seiner erzkonservativen Basis recht zu machen.

Insbesondere Trumps erste Personalentscheidungen werfen die Frage auf, ob und wie lange sein offensichtlicher Versuch eines Spagats zwischen dem republikanischen Establishment und der Basis gutgehen kann. Analysten im US-Fernsehen sprachen am Sonntag von einer Fülle an potenziellem Konfliktpotenzial, das sich früher oder später entladen könnte, wenn Trump Wahlkampfversprechen nicht einhält.

Bannon, ehemals Chef der radikalkonservativen Website „Breitbart News“, hetzt seit Jahren gegen das Establishment der Republikaner. Priebus kennt den Politikbetrieb dagegen aus dem Effeff. Er war einer der ersten führenden Republikaner, die ihren Frieden mit dem in der Partei umstrittenen Präsidentschaftskandidaten Trump schlossen.

Der 44-jährige Priebus wird als Stabschef zum zweitwichtigsten Mann im Weißen Haus, wenn Trump am 20. Januar das Präsidentenamt übernimmt. In seiner Position leitet er den Mitarbeiterstab des Präsidenten und entscheidet, wer Zugang zu diesem bekommt.

Trump selbst nannte Priebus und Bannon in einer Erklärung „höchst qualifizierte Führungspersonen (...). Jetzt werde ich beide bei mir im Weißen Haus haben, wenn wir daran arbeiten, Amerika wieder großartig zu machen.“


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 / AFP PHOTO / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / JOE RAEDLE
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