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Trump hält trotz möglicher Mitwisserschaft bei Khashoggi-Mord zu Riad
Trump hatte einen „umfassenden Bericht“ zu der Ermordung Khashoggis angekündigt, der bis zu diesem Dienstag vorliegen sollte. Nun veröffentlichte er eine kurze schriftliche Erklärung.

Trump hält trotz möglicher Mitwisserschaft bei Khashoggi-Mord zu Riad

Foto: AFP
Trump hatte einen „umfassenden Bericht“ zu der Ermordung Khashoggis angekündigt, der bis zu diesem Dienstag vorliegen sollte. Nun veröffentlichte er eine kurze schriftliche Erklärung.
International 2 Min. 20.11.2018

Trump hält trotz möglicher Mitwisserschaft bei Khashoggi-Mord zu Riad

Hat der saudische Kronprinz vom Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi gewusst? Gut möglich, meint US-Präsident Trump. Die Beziehungen zu Saudi-Arabien sind ihm aber wichtiger als solche Details. Er schlägt sich klar auf die Seite Riads.

(dpa) - Trotz einer möglichen Mitwisserschaft des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman bei der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi hält US-Präsident Donald Trump zu der saudischen Führung. „Es könnte sehr gut sein, dass der Kronprinz Kenntnis von diesem tragischen Vorfall hatte - vielleicht hatte er das und vielleicht hatte er das nicht!“, hieß es am Dienstag in einer schriftlichen Erklärung Trumps. Er betonte zugleich: „Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, ein fester Partner Saudi-Arabiens zu bleiben.“

Khashoggi war am 2. Oktober in das saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um Papiere für seine geplante Hochzeit abzuholen. Er kam nie wieder heraus. Saudi-Arabien hatte erst nach massivem internationalen Druck eingeräumt, dass der Regierungskritiker dort getötet wurde. Das saudische Königshaus beteuerte aber, nichts von alldem gewusst zu haben. Im Fokus steht dabei vor allem Kronprinz Mohammed bin Salman, kurz „MbS“ - der starke Mann des Landes.


TOPSHOT - Sherine Tadros, head of New York (UN) Office of Amnesty International, speaks during a news conference at the United Nations on October 18, 2018. - Members from Human Rights Watch, Amnesty International, The Committee to Protect Journalists and Reporters Without Border make an appeal regarding the disappearance of Saudi journalist Jamal Khashoggi. (Photo by TIMOTHY A. CLARY / AFP)
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Als sachlicher Kritiker verschaffte sich der getötete Journalist Jamal Khashoggi Respekt und Ansehen wie kaum jemand in Saudi-Arabien. Über einen vielschichtigen Mann, der Elite, Islamisten und Demokratie nahe stand.

Die „Washington Post“ hatte unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, die CIA sehe Mohammed bin Salman als Drahtzieher hinter dem gewaltsamen Tod Khashoggis. Das US-Außenministerium hatte zunächst betont, es gebe noch keine abschließende Bewertung zu dieser Frage. Mit Spannung wurde erwartet, wie sich Trump positionieren würde. Er hatte einen „umfassenden Bericht“ zu der Ermordung Khashoggis angekündigt, der bis zu diesem Dienstag vorliegen sollte. Nun veröffentlichte er eine kurze schriftliche Erklärung.

Darin preist Trump die Rolle Saudi-Arabiens im Kampf gegen den Terror und die engen wirtschaftlichen Beziehungen des Landes zu den USA. Saudi-Arabien investiere Milliarden in den Vereinigten Staaten und schaffe hier Hunderttausende Jobs. Wenn die USA so töricht wären, diese Verträge mit den Saudis aufzuheben, wären Russland und China die Profiteure, warnte der US-Präsident.

"Großartiger Verbündeter im Kampf gegen den Iran"

„Das Verbrechen an Jamal Khashoggi war ein schreckliches, und eines, das unser Land nicht duldet“, heißt es weiter in seiner Erklärung. Die Vereinigten hätten auch bereits Sanktionen gegen jene verhängt, die in die Tat verwickelt gewesen seien. Der saudische König und der saudische Kronprinz hätten aber vehement zurückgewiesen, von den Mordplänen gewusst zu haben. Die US-Geheimdienste untersuchten die Informationen zu dem Fall weiter - und möglicherweise habe der saudische Thronfolger von der Ermordung gewusst, erklärte Trump. „Möglicherweise werden wir nie alle Fakten rund um die Ermordung von Herrn Jamal Khashoggi erfahren.“ In jedem Fall aber bestehe die Verbindung zum saudischen Königreich. Das Land sei ein großartiger Verbündeter im wichtigen Kampf gegen den Iran.

Über der Erklärung steht „America First!“ („Amerika zuerst“) - und sie endet auch mit eben diesem Kern-Slogan aus Trumps Wahlkampagne. Der Präsident argumentiert, er handele allein im Interesse der USA, indem er an den Beziehungen zu Saudi-Arabien nicht rüttele. Es gebe Mitglieder des Kongresses, die eine andere Meinung verträten, erklärte Trump weiter. „Und es steht ihnen frei, das zu tun.“ Er werde sich Vorschläge aus dem Parlament zum weiteren Vorgehen gerne anhören, aber immer danach handeln, was das Beste für das Land sei.


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Jamal Khashoggi ging am 2. Oktober ins Konsulat von Saudi-Arabien in Istanbul und kam nicht mehr lebend heraus. Das Königshaus hat nach langen Diskussionen seinen Tod zugegeben. Was genau geschah, weiß bislang niemand.

Saudi-Arabien ist der weltweit größte Käufer von US-Rüstungsgütern und ein enger Verbündeter des US-Präsidenten. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner pflegt enge Beziehungen zu „MbS“. Der Präsident hatte sich mit Kritik an Saudi-Arabien im Fall Khashoggi in den vergangenen Wochen sehr zurückgehalten - und bleibt nun bei dieser Linie. Trotz großem internationalen und zunehmendem nationalen Druck, eine härtere Gangart gegenüber der saudischen Führung einzuschlagen.



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